Sascha Tesic (rechts) und der TSV Neusäß waren nicht aufzuhalten. Hier versucht es im Halbfinale Simon Weis vom TSV Täfertingen vergeblich.
Sascha Tesic (rechts) und der TSV Neusäß waren nicht aufzuhalten. Hier versucht es im Halbfinale Simon Weis vom TSV Täfertingen vergeblich. – Foto: Oliver Reiser

TSV Neusäß ist der Herr im Haus

Bezirksligist sammelt bei der Vorrunde zur Augsburger Landkreismeisterschaft Selbstvertrauen für die Frühjahrsrunde +++ FC Horgau setzt sich in Dinkelscherben durch +++ Der VfL Kaufering kann in Schwabmünchen überzeugen

In der Halle kann man sich Selbstvertrauen für die Restsaison im Freien holen. Diese Möglichkeit nutzte der TSV Neusäß am Sonntagnachmittag bei der Vorrrunde zur Augsburger Landkreismeisterschaft. Vor 150 Zuschauern setzten sich die Schützlinge von Trainer Charly Pecher ohne Niederlage durch. Im Endspiel bezwang man die SpVgg Westheim mit 2:1.

Vorrunde in Neusäß

Schon in den Gruppenspielen waren die Lohwaldkicker bei diesen Neusässer Stadtmeisterschaften souverän. Die SpVgg Westheim, die das Auftaktspiel gegen den B-Klassisten Hainhofener SV durch fünf Treffer von Marco Spengler mit 6:3 gewonnen hatte, wurde mit 4:0 weggeputzt, der „kleine HSV“ mit 7:1 abgefertigt. „Es läuft unerwartet gut“, freute sich Kultbetreuer Karl Lenz. „Wir haben nicht einmal in der Halle trainiert.“
Spieler wie Murseli Selami oder Akif Dogan warfen jedoch ihre ganze Routine in den Ring. Das musste im Halbfinale auch der TSV Täfertingen erfahren. Zwar konnte Florian van der Werf zehn Sekunden vor Schluss vom Sechsmeterpunkt aus zum 2:2 ausgleichen, doch im anschließenden Strafstoßschießen flatterten ihm dann die Nerven, sodass der TSV Neusäß mit einem 4:2- Erfolg ins Finale einzog. Der Rückkehrer vom TSV Rehling, der nur das Aluminium traf, musste unmittelbar nach dem letzten Gruppenspiel gegen den TSV Steppach aufgrund von Kreislaufproblemen von den Sanitätern behandelt werden. Dieses Match war auch sehr aufregend und hektisch. Negativer Höhepunkt war die Gelb-Rote Karte gegen Steppachs Trainer Jürgen Rössle, der die harte Grätscherei monierte. Trotzdem brachte Leon Rössle den Kreisklassisten 3:2 in Führung, ehe Florian van der Werf mit einem Doppelschlag innerhalb von zehn Sekunden den Spieß zum 3:4 umdrehte. Nach Rössles erneutem Ausgleich gelang Antonio Cuevas der viel umjubelte Siegtreffer. Der Täfertinger Spielertrainer wurde dann im Halbfinale gegen den TSV Neusäß zur tragischen Figur. Zunächst musste er eine weitere schwere Verletzung seines Spielers Marco Iovane registrieren, der sich bei einem Pressschlag mit Akif Dogan die Schulter auskugelte, dann sah er nach einer Grätsche von hinten die Rote Karte. „Ich hatte keine andere Möglichkeit, als dieses taktische Foul zu ziehen“, zeigte sich Cuevas einsichtig. Den fälligen Freistoß wuchtete der überragende Neusässer Selami Murseli zum 2:1 ins Tor. Während nach dem 2:2 Sechsmeter geschossen wurden, befand sich Iovane bereits auf dem Weg ins Krankenhaus.
„Mit dem Halbfinale haben wir unser Ziel erreicht“, war Westheims kickender Coach Oliver Haberkorn schon vor dem Match gegen den SV Ottmarshausen zufrieden. Die Schützlinge von Meinrad Horak und Tomas Kohoutek hatten sich in den Gruppenspielen gegen den TSV Steppach und den TSV Täfertingen durchgesetzt, scheiterten dann aber an der Routine der Westheimer, die mit einem 4:2-Erfolg ins Endspiel einzogen. Dort ging der SpVgg dann die Luft aus. Der TSV Neusäß hatte alles im Griff. (Oliver Reiser)

Vorrunde in Dinkelscherben

Michael Vogele (am Ball) schoss den FC Horgau in der neu renovierten Reischenau-Sporthalle mit fünf Treffern zur Landkreis-Endrunde. Daniel Hafner vom Überraschungsfinalisten SSV Margertshausen kann ihn nicht stoppen. Für Auerbachs neuen Trainer Fabian Herdin war im Halbfinale Endstation.
Michael Vogele (am Ball) schoss den FC Horgau in der neu renovierten Reischenau-Sporthalle mit fünf Treffern zur Landkreis-Endrunde. Daniel Hafner vom Überraschungsfinalisten SSV Margertshausen kann ihn nicht stoppen. Für Auerbachs neuen Trainer Fabian Herdin war im Halbfinale Endstation. – Foto: Oliver Reiser

Die Dinkelscherber Reischenauhalle war nach der sichtlich gelungenen Generalsanierung und Wiedereröffnung im September wieder Austragungsort der Hauptrunde der Augsburger Landkreismeisterschaft und bescherte dem FC Horgau, der sich kontinuierlich im Turnier gesteigert hat, einen verdienten Turniersieg und die Qualifikation für die Finalrunde in Fischach.
Aufgrund der Ansetzung mit je drei starken Teams aus Kreisliga und Kreisklasse und der direkten Nachbarschaft aller Teams ergaben sich zahlreiche spannende Derbys und ein klarer Favorit war im Vorfeld schwer auszumachen. Die heimischen Lila-Weißen, mit einigen technisch versierten jungen Spielern angetreten, überzeugten in der Vorrunde mit einem starken 5:4 gegen den letztjährigen Sieger aus Auerbach im wohl besten Spiel des Turniers, als Josef Kastner mit zwei Treffern in der Schlussminute die Partie noch drehte. Anschließend wurde der Lokalrivale aus Zusmarshausen noch klar mit 4:1 besiegt. Die „Zuser“ mussten nach einem weiteren 0:4 gegen Auerbach, bei dem Fabian Herdin seine Trainerpremiere feierte, bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten.
Mehr Spannung gab es in der zweiten Gruppe, in der sich der SSV Margertshausen erst auf den letzten Drücker mit einem Anschlusstreffer in der Schlussphase zum 1:2 gegen Ustersbach aufgrund des nun um ein Tor besseren Torverhältnisses für das Halbfinale qualifiziert hatte. Nach dem 3:1 der Horgauer gegen Ustersbach und dem überraschenden, aber nicht unverdienten 2:1 der Margertshauser gegen Horgau, hatten am Ende alle drei Mannschaften drei Punkte auf ihrem Konto und das Torverhältnis entschied knapp zugunsten von Horgau (+2) und Margertshausen (0), während der TSV Ustersbach mit -2 etwas unglücklich auf der Strecke blieb.
Im ersten Halbfinale traf der aufgrund der bisher guten Vorstellung leicht favorisierte TSV Dinkelscherben auf Margertshausen – und schied völlig enttäuschend und unerwartet mit einem deutlichen 1:5 aus, weil der SSV die teils haarsträubenden Fehler der Heimmannschaft eiskalt ausnutzte. Selbst der Versuch, beim 0:3 mit einem spielenden Torwart nochmals mehr Druck auszuüben und zurück ins Spiel zu finden, misslang völlig mit zwei weiteren Gegentreffern ins leere Tor.
Im zweiten Halbfinale trafen dann die Lokalrivalen aus Horgau und Auerbach aufeinander und zeigten ein intensives und spannendes Match, das nach einem 2:2 nach regulärer Spielzeit erst im Sechs-Meter-Schießen entschieden wurde: Während auf Horgauer Seite alle drei Schützen trafen, vergab Michael Hemm für die Auerbacher und der Endrundenteilnehmer des Vorjahres war draußen.
Im Finale zeigten die Kleeblätter dann ihre beste Turnierleistung und gewannen nach Toren von Fabian Tögel (2), Michael Vogele (2) und Wieser verdient mit 5:2 gegen den SSV Margertshausen, für den Maximilian Reitmeier beide Treffer erzielte. Die 210 Zuschauer in der gut gefüllten Reischenauhalle sahen ein insgesamt sehr ansprechendes, unterhaltsames und überaus faires Turnier, bei dem die Schiedsrichter ohne Platzverweis und mit nur zwei Zehnmetern ausgekommen sind. Mit fünf Treffern von Michael Vogele stellte der siegreiche FC Horgau auch den Torschützenkönig des Turniers. (Markus Kutschenreiter)

Vorrunde in Schwabmünchen

Am Ende schien es, als wären die meisten – Spieler wie Zuschauer – froh, dass es vorbei ist. Das Turnier in Schwabmünchen glich sportlich und auch mit Blick auf die Stimmung in der Halle mehr einem Abgesang auf den „immer noch irgendwie Trendsport“ Futsal denn einer Qualifikation zur Kreismeisterschaft. Das ehemalige Prestigeobjekt, die Landkreismeisterschaft Augsburg, bekommt Jahr für Jahr mehr Kratzer und Dellen. War in der vergangenen Woche beim gleichbedeutenden Turnier das Niveau noch ganz passabel, blieb es diesmal ganz auf der Strecke. Einzig der Sieger VfL Kaufering ließ seine Klasse aufblitzen. Die restlichen Teams mühten sich gelegentlich, geglänzt hat meist nur der Hallenboden. Das Tempo hielt sich in allen Gruppenspielen meist in Grenzen. Tore – das Salz in der Hallensuppe – waren Mangelware. In den Spielen der Gruppe 1 fielen gar weniger Tore wie im Finale. Die Gruppe 2 kommt da besser weg, weil der VfL Kaufering etwas mehr wollte und als Bezirksligateam auch einen Klassenvorteil mitbrachte. Tore gab es somit nur, wenn Kaufering auf dem Parkett war. Selbst das Halbfinale zwischen Schwabmünchen und Langerringen prickelte nur in den Schlussminuten, als es nochmals eng wurde. Im zweiten Halbfinale konnte es der SV Schwabegg nur eine Hälfte gegen Kaufering spannend machen, doch am Ende reichte es nicht. Das Finale war wieder eine relativ deutliche Angelegenheit für das Team aus dem Landkreis Landsberg, das mit 6:2 gewann. Kaufering fährt nun als „Gast“ nach Fischach. Für den Werdegang der Landkreismeisterschaften ein fast schon bezeichnender Umstand. (Christian Kruppe)

Mehr Lokalsport gibt es unter www.augsburger-allgemeine.de

Aufrufe: 22.12.2019, 21:41 Uhr
Bernhard MeitnerAutor

Verlinkte Inhalte