
Der TSV Buch hat eine durchwachsene Hinrunde in der Landesliga, Staffel 4, erlebt: ein Fehlstart, mühsame Stabilisierung und ein Tabellenbild, das kaum Luft nach unten lässt. Trainer Harald Haug spricht offen über mentale Defizite, notwendige Lehren und den Weg, wie sich die Mannschaft in einer ausgeglichen starken Landesliga behaupten will.
Die Ausgangslage beim TSV Buch war vor der Saison von Zuversicht geprägt. „Nach der tollen Rückrunde letztes Jahr mit 12 ungeschlagenen Spielen haben wir es uns vielleicht zu einfach vorgestellt“, sagt Trainer Harald Haug rückblickend. Die Realität folgte prompt und schmerzhaft.
Der Saisonbeginn verlief ernüchternd. „Nach unserem Kaltstart mit fünf Niederlagen aus den ersten sechs Spielen haben wir uns ganz ordentlich zurückgekämpft“, bilanziert Haug. Dennoch bleibt die Lage angespannt: „Wir befinden uns trotzdem in gefährlichen Gewässern – der Puffer nach unten ist ziemlich klein. Man muss der Mannschaft aber zugutehalten, dass sie sich nach dem absoluten Tiefpunkt mit dem 0:4 in Kressbronn selbst wieder hochgezogen hat, mit harter Arbeit und guter Mentalität.“
In der Analyse spart der Trainer nicht mit Klarheit. „Eigentlich hat da anfangs nichts funktioniert – sonst wären wir in einer besseren Position. Wir waren nicht effizient genug und haben selten die richtige Mischung auf den Platz bekommen – sei es aus Verletzungs-, Urlaubs- oder sonstigen Gründen“, sagt Haug. Hinzu kam ein mentaler Aspekt, der sich als entscheidend erwies: „Es hat meines Erachtens viel zu lange gedauert, bis wir die notwendige Einstellung im gesamten Kader hatten.“
Die Landesliga Staffel 4 präsentiert sich eng und anspruchsvoll. Der TSV Buch steht mit 23 Punkten aus 16 Spielen auf Rang acht, umgeben von Teams mit ähnlicher Bilanz. Haug weiß, was das bedeutet: „In dieser sehr ausgeglichen starken Liga braucht man diese Einstellung einfach, um Punkte zu holen.“ Die Tabelle zeigt, wie schmal der Grat ist – wenige Zähler trennen gesichertes Mittelfeld und akute Abstiegsgefahr.
„Wir starten am 24.1.26 wieder mit dem Training“, erklärt Haug. Ein Hallenturnier ist nicht vorgesehen. Stattdessen setzt der Trainer auf Selbstverantwortung: „Die Spieler gestalten während der Pause selbstständig Fitness- und Laufeinheiten.“ Ein besonderes Element soll dennoch für Impulse sorgen: „Das Highlight in der Vorbereitung wird unser Frühschoppenspiel gegen Kirchberg mit anschließender Fasssauna und Whirlpool sein.“
An den Zielen lässt Haug keinen Zweifel. „Das oberste Ziel ist natürlich immer der Klassenerhalt“, sagt er. Der Weg dorthin ist klar definiert: „Vom ersten Training weg mit dem richtigen Mindset und unserem unbestreitbar vorhandenen Bucher Spirit an unsere Aufgaben rangehen – nur dann erreichen wir unsere Ziele.“
Personell gibt es Veränderungen. Fabio Linder kommt vom FV Biberach, dagegen verlässt Kerem Akalin den Verein und wechselt zur SpVgg Au.
Im Titelrennen sieht Haug eine klare Hierarchie. „Meister wird wohl unangefochten Türkspor Neu-Ulm. Die sind einfach zu konstant und haben den wohl besten Kader mit einem Top-Trainer.“ Der Blick nach unten zeigt hingegen eine breite Gefahrenzone: „Gegen den Abstieg kämpfen wahrscheinlich alle ab Platz sieben abwärts – da geht es richtig eng zu.“