Das Tor des Tages: Dank des sicher verwandelten Strafstoßes von Jakob Klaß (ganz rechts) holte der TSV Brunnthal den Auswärtssieg bei der SpVgg Landshut.
Das Tor des Tages: Dank des sicher verwandelten Strafstoßes von Jakob Klaß (ganz rechts) holte der TSV Brunnthal den Auswärtssieg bei der SpVgg Landshut. – Foto: Norbert Herrmann

"Kämpferisch überragend": Brunnthal entführt drei Punkte aus Landshut

Nach dem knappen Sieg am Dienstagabend wartet mit dem Heimspiel gegen Töging die nächste knackige Hausnummer auf den Aufsteiger.

"Das war eine kämpferisch überragende Leistung der Mannschaft", lobt Bertl Fürst nach dem knappen und emotional aufreibenden 1:0 bei der SpVgg Landshut, dem zweiten Auswärtssieg in Folge. Auf die kommende Aufgabe - am Sonntag trifft der Neuling zu Hause auf den FC Töging - blickt der Abteilungsleiter ob der zuletzt gezeigten Leistungen des Teams durchaus positiv.

Dabei gingen die Brunnthaler die Partie im altehrwürdigen Landshuter Stadion erst mit etwas zu viel Respekt an. Leichte Ballverluste und ungenaue Zuspiele sorgten dafür, dass der Gast nicht so richtig ins Spiel kam - und die Landshuter auf der Gegenseite eingeladen wurden. So konnte Jakob Taffertshofer nach einem Missverständnis zwischen Ludwig Böhme und Daniel Richter frei auf TSV-Keeper Maxi Geisbauer zulaufen und kurz vor diesem in bester FIFA21-Manier auf seinen Mitspieler querlegen. Luis Fischer kam allerdings in allerhöchster Not noch vorher an den Ball und konnte die brenzlige Situation entschärfen (8.). "Dieses Mal war das Glück auch mal auf unserer Seite", sagt Fürst, der nach einer guten Viertelstunde die Entstehung des einzigen Treffers mit ansehen durfte:

Fischer bediente mit einem Freistoß aus der eigenen Hälfte den in den Strafraum einlaufenden Jakob Klaß, der der Landshuter Abwehr in einem unaufmerksamen Moment entfliehen konnte, sich den Ball an Torwart Johannes Huber vorbeilegte und von diesem nur noch per Foulspiel gestoppt werden konnte. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte sicher rechts unten ins Eck (15.). In der Folge hatten die Gastgeber zwar mehr vom Spiel, Mitte des ersten Durchgangs hätte der TSV aber gut und gerne auf 2:0 stellen können: Nach einem langen Ball von Böhme kam erst Klaß mit links zum Abschluss, den Huber per Fußabwehr entschärfen konnte, allerdings direkt in die Beine von Josef Diller, der aus 16 Metern zentraler Position, ebenfalls mit links, direkt draufhielt. Mit einem starken Reflex kratzte Huber die Kugel aber aus dem langen Eck (24.). Wenige Minuten später klärte Alois Bachmann nach einem scharf in den Strafraum getretenen Freistoß auf der Gegenseite nicht minder spektakulär, als er den Ball gerade so per Kopf von der eigenen Torlinie kratzte (29.).

"Landshut hatte gute Chancen zum Ausgleich", weiß Fürst, betont jedoch, "dass auch wir früher für die Entscheidung hätten sorgen können, wenn wir die Konter besser ausspielen." Überwiegend gestaltete sich Durchgang zwei aus Brunnthaler Sicht aber als klassische Abwehrschlacht. "Da waren sie spielerisch überlegen und haben uns in unsere Hälfte gedrängt", sah der Abteilungsleiter sein Team vor allem in der Defensive gefordert, hebt allerdings hervor, dass "wir sehr gut dagegen gehalten haben." Vor allem Geisbauer erwies sich als gewohnt sicherer Rückhalt und konnte unter anderem in der Schlussphase gegen den frei vor ihm auftauchenden Lucas Biberger stark parieren, sodass der TSV am Ende alle drei Punkte mit auf die Heimreise nehmen konnte.

"Wir haben nicht unverdient gewonnen", bilanziert Fürst nach dem dritten Saisonsieg des Aufsteigers. "Wir haben das Tor gemacht und die kleinen Fehler, die sonst bestraft wurden, weitestgehend abgestellt. Und natürlich war dieses Mal auch das Glück auf unserer Seite. Großes Kompliment an die Mannschaft." Auch Kapitän Simon Neulinger, normalerweise als zentraler Mann in der Dreierkette gesetzt, wurde erst durch Böhme und nach dessen verletzungsbedingtem Ausfall kurz vor der Halbzeit durch Sebastian Seubert gut vertreten. "Beide haben ihre Aufgabe da hinten sehr gut erledigt", lobt Fürst.

Gut möglich, dass Seubert auch im kommenden Heimspiel gegen Töging wieder die Rolle im Zentrum des Dreierabwehrverbundes übernimmt, da Neulinger ein letztes Mal urlaubsbedingt fehlt und ein Einsatz Böhmes ungewiss ist. So oder so erwartet Brunnthals Abteilungsleiter ein "schweres Spiel, aber so ist es ja immer in der Landesliga." Dort kennen sich die Gäste aus dem Landkreis Altötting bestens aus, nachdem sie dort bereits seit sieben Jahren unterwegs sind. "Sie sind unangenehm zu bespielen, haben zum Beispiel Grünwald deutlich geschlagen", ordnet Fürst die Mannschaft von Mario Reichenberger ein, die aktuell punktgleich, aber mit besserer Tordifferenz, vor dem TSV auf Rang neun steht. "Da erwartet uns ein richtig schwerer Brocken", so Fürst, der sein Team für die Partie am Sonntagnachmittag jedoch gut aufgestellt sieht. "Wenn wir die Leistungen wie zuletzt bringen, ist da durchaus was drin für uns. Bisher mussten wir uns vor keinem Gegner verstecken."

Dann darf auch Mittelfeldspieler Marc Nagel wieder mithelfen, der seine Drei-Spiele-Sperre abgebrummt hat. Neben dem fraglichen Böhme fehlen nur Neulinger und Ersatzkeeper Niklas Löbel, sodass dem Trainerteam 21 Spieler zur Verfügung stehen. Nicht nur deshalb ist Fürst davon überzeugt, "dass wir durchaus etwas Zählbares mitnehmen können, wenn wir bis zum Ende konzentriert bleiben." Was sich vor eigenem Publikum gleich nochmal besser anfühlt.

SpV Landshut
0:1
Brunnthal

Aufrufe: 03.9.2021, 09:30 Uhr
Josef DillerAutor

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