Nach dem Re-Start im vergangenen Herbst setzte der SSV Steinheim (blaue Trikots) zum Höhenflug in der A-Klasse West III an. Einen großen Anteil daran hatte auch Torwart Marco Kommer, der hier im eigenen Strafraum klärt.
Nach dem Re-Start im vergangenen Herbst setzte der SSV Steinheim (blaue Trikots) zum Höhenflug in der A-Klasse West III an. Einen großen Anteil daran hatte auch Torwart Marco Kommer, der hier im eigenen Strafraum klärt. – Foto: Karl Aumiller

Nach dem Re-Start nicht mehr zu stoppen

Der SSV Steinheim holte aus fünf Spielen im vergangenen Herbst 15 Punkte und überflügelte damit den lange Zeit führenden VfL Zusamaltheim in der AK West III – erstmals wieder Kreisklassist nach acht Jahren Abstinenz

Zehn Punkte Rückstand zum Tabellenführer VfL Zusamaltheim wies der SSV Steinheim nach der Vorrunde in der A-Klasse West III auf. An den Aufstieg dachten bei den Kickern aus dem Dillinger Stadtteil nur noch die allergrößten Optimisten. Selbst Abteilungsleiter Bernhard Strasser wunderte sich, dass sein Team von Platz sechs aus bis zum Abbruch der Saison 2019/21 noch auf Rang eins gesprungen ist. Dass sein Team nun in der kommenden Spielrunde in der Kreisklasse antreten kann, freut den 37-Jährigen natürlich sehr: „Nach acht Jahren in der A-Klasse ist dies ein sehr gutes Gefühl“, gesteht Strasser. 2013 stiegen die Steinheimer ab und bemühten sich in den Jahren danach vergeblich um eine schnelle Rückkehr in die Kreisklasse. Dass der Aufstieg über die Quotienten-Regelung gelang, das stört Bernhard Strasser freilich nicht: „Auch in der aktuellen Tabelle stehen wir auf dem ersten Platz“, verweist der SSV-Funktionär auf eine große Aufholjagd nach dem achten Spieltag.

In der Tat: Mit Siegen gegen Wörnitzstein II und Kicklingen II gelang den Steinheimern zwar ein guter Start, doch dann folgten fünf Spiele in Serie mit lediglich einem Punktgewinn beim 1:1 gegen Schlusslicht und Absteiger FC Osterbuch. Die Wende gelang dann mit einem beeindruckenden 4:0-Sieg im Derby gegen den FC Donauried. Mit sechs weiteren Siegen und drei Unentschieden bis zur Winterpause holte das Team um Trainer Patrick Aust Zähler um Zähler auf. Der Re-Start im Herbst 2020 verlief für die junge SSV-Truppe perfekt: Spitzenreiter VfL Zusamaltheim wurde mit 4:0 bezwungen, gegen Osterbuch (4:1), Roggden (6:1) und Donauried (2:1) folgten bis zum Abbruch drei weitere Dreier. So sehr sich Bernhard Strasser über den Aufstieg freut, ein kleiner Wermutstropfen bleibt: „Wir hätten den Titelgewinn natürlich lieber auf dem grünen Rasen als auf der Couch perfekt gemacht.“ Während Trainer Aust beim SSV an Bord bleibt, wechselt Torhüter Marco Kommer zur SSV Höchstädt. Schon jetzt freuen sich die Steinheimer auf ein Wiedersehen mit ihrem Ex-Keeper beim Lokalderby in der Kreisklasse.

Während der SSV Steinheim zu Saisonbeginn nur schwer in die Gänge kam, legte der VfL Zusamaltheim einen Traumstart mit sieben Siegen in Folge hin. Nichts schien die Zusamtaler auf dem Weg zur Meisterschaft aufzuhalten. Die erste Niederlage setzte es beim Vorjahresvize Donaualtheim (0:1) am achten Spieltag. Von da an begann der VfL langsam zu schwächeln. Der Einbruch erfolgte nach dem Re-Start im vergangenen Oktober mit drei Niederlagen aus vier Spielen. Wobei vor allem das 1:2 im Heimspiel gegen den SV Villenbach überraschte. „In diesen Spielen haben wir leider alles versemmelt“, weiß VfL-Abteilungsleiter Arian Plooij. Dennoch habe seine Mannschaft eine „super Saison“ gespielt. In der kommenden Runde möchte man mit dem neuen Spielertrainer Daniel Reiser (er löst Martin Höchstötter ab/wir berichteten), einen neuen Anlauf in Richtung Kreisklasse nehmen.

Aufstieg, das ist auch das Zauberwort in der neuen Saison beim einzigen Absteiger FC Osterbuch. Die Grün-Weißen landeten abgeschlagen mit nur zwei Siegen und zehn Punkten Rückstand auf Unterglauheim auf dem letzten Platz. Dabei hat das Team aus der Gemeinde Laugna alles versucht, noch die Kurve zu kriegen. Spielertrainer Sebastian Gierke wurde Anfang Oktober 2020 entlassen, mit Karl Bühler wurde ein erfahrener Coach aus dem eigenen Stall installiert. Gebracht hat es freilich nichts. Nur zwei Spiele konnte der FCO unter dem Interimstrainer bestreiten; beide gingen verloren. Für die neue Saison hat man mit Spielertrainer Matthias Kempter und Heimkehrer Christian Goldner zwei Angreifer verpflichtet, welche Osterbuch aus dem Unterhaus wieder eine Etage höher schießen sollen.

Ebenso wie der VfL Zusamaltheim gelangen dem TSV Bissingen zwischen dem dritten und neunten Spieltag sieben Siege in Folge, darunter fiel auch der 5:2-Erfolg gegen Steinheim. Am Ende landeten die Kesseltaler um Spielertrainer Hans-Peter Taglieber aber „nur“ auf Rang vier.

Auf- und Absteiger: Kreisklassen-Aufsteiger SSV Steinheim
Absteiger aus den Kreisklassen: evtl. SSV Peterswörth und/oder TSV Bäumenheim (können aber auch in andere A-Klassen eingeteilt werden)
Aufsteiger aus den B-Klassen: SG Zusamzell-Reutern, SC Unterliezheim (kann aber auch in A-Klasse West II eingeteilt werden)
Absteiger in die B-Klasse: FC Osterbuch

Mehr Lokalsport gibt es unter www.wertinger-zeitung.dehttps://www.augsburger-allgemeine.de/wertingen/sport/

Aufrufe: 2.6.2021, 07:56 Uhr
Wertinger Zeitung / Günther HerdinAutor

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