Der neue Trainer des TSV Bernhausen: Christopher Eisenhardt.
Der neue Trainer des TSV Bernhausen: Christopher Eisenhardt. – Foto: Günter Bergmann

Christopher Eisenhardt: „Damit würden wir uns lächerlich machen“

Der Trainer des TSV Bernhausen im Interview

Christopher Eisenhardt, neuer Fußballtrainer des TSV Bernhausen, spricht im Interview über seine Ambitionen.

Es war allemal eine Überraschung: Nach dem eher knirschenden Ausstieg beim Fußball-Landesligisten TV Echterdingen ist Christopher Eisenhardt als Trainer auf den Fildern geblieben – und hat für die anstehende neue Saison eine Klasse tiefer beim Bezirksliga-Letzten TSV Bernhausen angeheuert. Dort hat mittlerweile die Vorbereitung begonnen. In unserem Interview „Mittwochswort“ äußert der 36-jährige Coach sich zu seinen Ambitionen sowie den Plänen mit einem großen und qualitativ deutlich verstärkten Kader.

Herr Eisenhardt, am Sonntag um 15 Uhr gibt es das erste Vorbereitungsspiel – gegen Ihren Ex-Club TSV Weilheim. Wie ist Ihre Gefühlslage?
Christopher Eisenhardt:
Ich freue mich riesig, dass wir drei Wochen nach dem Trainingsstart testen und zeigen dürfen, was wir uns bisher erarbeitet haben, auch wenn es natürlich kein normaler Auftakt wird, weil die Hygiene- und Abstandsregeln ordentlich umgesetzt werden müssen. Ich hatte immer den 13. September für den Start der Punkterunde ins Auge gefasst und bin froh, dass der Bezirk nun genau dieses Datum angesetzt hat.

Wird es auch ein Freundschaftsspiel gegen den TV Echterdingen geben?
Eisenhardt:
Nein, wird es nicht, aber nicht etwa, weil durch meinen Abgang irgendein böses Blut geblieben wäre, sondern schlicht, weil es mein ehemaliger Echterdinger Assistent Daniel Heisig, der ja noch im Club tätig ist, verschwitzt hat, das in den Kalender mit aufzunehmen. Wir holen das aber in der Winterpause nach.

Wie haben sich denn die ersten Übungseinheiten mit Ihrem 30-köpfigen Kader gestaltet?
Eisenhardt:
Es sind nur noch 28 übrig. Zwei Jungs haben sich auf eigenen Wunsch schon in die zweite Mannschaft zurückgezogen. Solche Veränderungen sind bis zum Saisonstart weiter möglich. Wir haben klar signalisiert, dass wir nur mit komplett motivierten Spielern arbeiten wollen, die bereit sind, den nötigen Aufwand für unsere Ziele einzubringen. Insgesamt bin ich mit der Entwicklung aber schon sehr zufrieden.

Sie haben 18 neue Spieler verpflichtet. Wie schwer wird es, daraus eine Einheit zu formen?
Eisenhardt:
Genau das war der Grund, weshalb wir schon neun Wochen vor dem ersten Punktspiel in die Vorbereitung gestartet sind. Ich sehe den Vorteil der vielen externen und internen Zugänge darin, dass daraus eine komplett neue Mentalität entstehen kann, ohne die Altlasten der vorigen Saison. Wir haben eine sehr junge Mannschaft, aber in Neuen wie Alperen Albayrak, Mahir Ege oder Michel Forzano auch höherklassig erfahrene Kräfte, die ein solides Gerüst bilden werden.

Zuletzt war der TSV Bernhausen abgeschlagener Letzter. Startet der Verein nun nach vorne durch?
Eisenhardt:
Mit einer solchen Zielsetzung würden wir uns lächerlich machen. Klar ist, dass wir die Fehlentwicklung der vergangenen beiden Spielzeiten stoppen und eine ganz neue Stabilität ins Team bringen wollen. Ich werde aber einer jungen Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 22 Jahren nicht erzählen, dass sie im ersten Jahr nach einem gewaltigen Umbruch um die vorderen Plätze mitspielen muss. Realistisch ist für uns ein einstelliger Rang.

Haben Sie in den vergangenen Wochen irgendwann die Entscheidung bereut, in der Bezirksliga zugesagt zu haben?
Eisenhardt:
Zu keinem Zeitpunkt. Ich bin kein Typ, der lange pokert, deshalb habe ich sehr schnell zugesagt, weil ich vom Projekt überzeugt bin und die Spielklasse nur eine zweitrangige Rolle gespielt hat. Zudem war mir früh klar, dass es wohl keine Absteiger geben wird und wird dadurch das Schlimmste abwenden können. Ich will jetzt wirklich nicht falsch verstanden werden, aber rein sportlich betrachtet war Corona für uns ein großes Glück.

Aufrufe: 022.7.2020, 08:00 Uhr
Filder-Zeitung / Harald LandwehrAutor

Verlinkte Inhalte