Haderte nach dem Re-Start mit sich, Entscheidungen der Regierung, Schiedsrichterleistungen und hatte viele Verletzte zu beklagen: Bernbeurens Trainer Daniel Deli (l.) ist aber optimistisch, dass seine Mannschaft im Frühjahr die Kurve kriegt. 
Haderte nach dem Re-Start mit sich, Entscheidungen der Regierung, Schiedsrichterleistungen und hatte viele Verletzte zu beklagen: Bernbeurens Trainer Daniel Deli (l.) ist aber optimistisch, dass seine Mannschaft im Frühjahr die Kurve kriegt.  – Foto: Halmel

Daniel Deli über BFV-Entscheidungen: „Als Trainer bist du ein kleines Licht“

Trainer des TSV Bernbeuren nimmt auch seine Reserve in die Pflicht

Im Nachhinein hätte Daniel Deli nichts dagegen gehabt, wenn sich im Sommer der Bayerische Fußball-Verband mal bei ihm Rat geholt hätte, wie mit der abgebrochenen Saison weiter zu verfahren ist.

Bernbeuren – „Aber als Trainer bist du ein kleines Licht“, bedauert der Coach des TSV Bernbeuren, dass niemand mit ihm sprechen wollte. Er jedenfalls hätte dafür plädiert, früher in die Rückrunde zu starten als am 20. September, als die Kicker im Freistaat endlich grünes Licht von der bayerischen Regierung bekamen.

Dass nach drei Wochen der Spaß schon wieder vorbei war, lag jedoch nicht am Coronavirus, sondern an den Funktionären des BFV, die nur vier Punktspiele eingeplant hatten. Danach hätten sich die Fußballer bis Ende November mit einem Projekt befassen sollen, dass der Verband ihnen unter dem Namen „Ligapokal“ schmackhaft machte. Nur zwei Spiele absolvierte der TSV in diesem Wettbewerb, dann war schon wieder Feierabend. „Ich gehe davon aus, dass es dabei ums Geld ging, und das ist kein guter Ratgeber.“ Deli kann es nicht nachvollziehen, warum mitten in einer Pandemie noch ein zweiter Wettbewerb gestartet wurde, obwohl man kaum Zeit besaß, den ersten über die Runden zu bringen. Vorwürfe macht er niemandem, obwohl sein Team aus dem radikal gestutzten Ligapokal nun raus ist. „Das ist immer schwer zu entscheiden“, sagt er. Wie schnell sich der gute Wille ins Gegenteil kehren kann, hat der Trainer selbst erlebt.

Daniel Deli kritisiert Einstellung seiner Spieler

Deli war einer der ersten, die wieder mit dem Training starteten. Doch irgendwie bekam der Ehrgeiz seiner Elf überhaupt nicht. Das erste Punktspiel nach dem Neustart gewann seine Mannschaft gegen den FC Weil zwar souverän mit 5:1, danach setzte es aber drei bittere Pleiten in Eichenau (1:2), Moorenweis (0:1) und in Penzing (3:4). „Nach dem 5:1 war in den Köpfen, super, es läuft“, kritisiert der Coach, dass sein Ensemble die folgenden Aufgaben zu sehr auf die leichte Schulter genommen hat. Hinzu gesellten sich Faktoren, die die Bernbeurener selber nicht beeinflussen konnten.

Gegen Eichenau und Moorenweis verzweifelte Deli an der Leistung der Schiedsrichter, gegen Penzing kam das Team schließlich auf dem Zahnfleisch daher. Zu groß war der Aderlass an verletzten Spielern, den der TSV in den Wochen zuvor zu beklagen hatte. Mit Fabian Hofmann (Kreuzbandriss), Johannes Birk (Innenbandanriss) und Roman Lerchenmüller (Zehfraktur) fielen drei Stammkräfte länger aus. Da zudem ständig andere Spieler mit leichteren Blessuren passen mussten, hatte Deli nie seine Idealbesetzung zur Verfügung. Angesichts eines überschaubaren Kaders von 16 Akteuren hätte er die jedoch dringend nötig gehabt.

Daniel Deli nimmt Zweite Mannschaft in Pflicht: „Wir werden versuchen, dass mehr Druck auf die Erste ausgeübt wird“

In der Tabelle verlor der TSV deshalb an Boden. Acht Spiele vor dem Saisonende stehen für Bernbeuren 26 Punkte zu Buche, die das Team trotzdem entspannt Weihnachten feiern lassen. Sieben Zähler beträgt der Abstand zur Abstiegszone der Kreisliga 2. „Es sind noch genügend Spiele, um das zu kompensieren“, sagt Deli gelassen.

Die ersten Spiele haben es für den Tabellenneunten gleich in sich. Am 20. März muss der TSV beim FC Aich nachsitzen, der mit 19 Punkten auf dem zwölften Rang und damit dem ersten Relegationsplatz dümpelt. Danach folgen im April der Ranglistenletzte TSV Oberalting (15./18 Punkte), die FT Jahn Landsberg II (4,./34), der SV Mammendorf (5./30) und der TSV Fürstenfeldbruck (14./15). „Wir müssen schauen, wie wir im Frühling rauskommen.“ Der Trainer hofft, dass sich sein Team vor allem gegen die drei Kontrahenten aus der Abstiegszone schadlos hält. Um das zu erreichen, will er an einigen Stellschrauben drehen. „Wir werden versuchen, dass aus der zweiten Mannschaft mehr Druck auf die Erste ausgeübt wird“, kündigt er an, die Reservisten mehr in die Pflicht zu nehmen. Die sind im Vergleich zu den Arrivierten zwar auch kleine Lichter, aber für Deli eine große Erscheinung.

(CHRISTIAN HEINRICH)

Aufrufe: 21.12.2020, 08:49 Uhr
Schongauer Nachrichten / Christian HeinrichAutor

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