– Foto: Jörg Struwe

TSV Apensen punktet mit Mädchenfußball

Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) hat den TSV Apensen mit der AOK-Trophine ausgezeichnet. Diesen Preis für erfolgreichen Mädchenfußball erhält nicht jeder Verein. Die Kriterien sind streng.

APENSEN. Mit der weiblichen E-Jugend hat die Erfolgsgeschichte vor 15 Jahren begonnen. Inzwischen zählt die mit 650 Fußballerinnen und Fußballern größte Sparte des Vereins 30 Prozent Mädchen oder Frauen. 650 Sportlerinnen und Sportler sind beim Fußball organisiert. Insgesamt treiben beim TSV 1250 Menschen Sport. "Wir haben uns von unten heraus entwickelt. Ich bin stolz, dass alle Mädchen aus dem eigenen Verein kommen. Jugendspielgemeinschaften oder Jugendfördervereine gibt es nicht", sagt Vereinschef Oliver Drechsel. Kooperationen mit anderen Vereinen muss der TSV Apensen offenbar nicht eingehen, um auf eine stattliche Mannschaftsstärke zu kommen.

Frauenmannschaft verpasst knapp den Aufstieg

Die Fußballerinnen der jüngsten Gruppe sind nicht ein mal sechs Jahre alt. Der TSV Apensen stellt fünf Mannschaften von der F- bis zur B-Jugend, sogar auf Bezirksebene. Damit erfüllt der Verein die Kriterien des NFV locker. Die zweite Frauenmannschaft spielt nächste Saison in der Kreisliga, die erste hat gerade knapp den Aufstieg in die Landesliga verpasst. In den ersten Jahren nach der Gründung war der TSV auf Kreis- und Bezirksebene einer der erfolgreichsten Vereine.

Der TSV kooperiert mit den Kindergärten und Grundschulen der Kommune. Eine Frau, die im Verein ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) leistet, erfüllt die Kooperation mit Leben. Das war neben lizenzierten Trainerinnen und Trainern auch ein Kriterium für die Preisvergabe.

Die AOK-Trophine ist ein Förderpreis des NFV, der in der Regel ein Mal im Jahr an einen Verein in Niedersachsen vergeben wird. In diesem Jahr bekam der TSV Bemerode neben dem TSV Apensen die Auszeichnung. Karen Rotter, die Vorsitzende des Frauen- und Mädchenausschusses, überreichte einen Glaspokal, fünf Fußbälle und einen Scheck über 1500 Euro an den TSV. "Hier in Apensen steht die Nachhaltigkeit an erster Stelle", sagt Rotter. Das Jugendkonzept des Vereins fand sie beeindruckend. "Das ist eine tolle Philosophie."

Die Jury überzeugte vor allem das Leitbild des Vereins. Nicht nur der Fußball, fachliche und soziale Kompetenzen sollen demnach den Kindern vermittelt werden. "Im Verein werden die Kinder auch auf das Leben vorbereitet", sagt Rotter. Beim TSV Apensen stehe die Ausbildung eines jeden Kindes über dem kurzfristigen Erfolg der Mannschaft. Alle würden mitgenommen. "Der TSV Apensen ist damit ein Vorbild für alle Vereine in Niedersachsen", sagt die NFV-Funktionärin.

Apensens Bürgermeister Frank Buchholz (FWG) erzählte beim Festakt in der Aula des Schulzentrums, dass er vor 15 Jahren "einen wuseligen Haufen von Mädchen" gesehen habe. Er gibt zu, dass er dem TSV Apensen diese Erfolgsgeschichte nicht zugetraut hätte. In der jüngsten Vergangenheit sei die Nachwuchsarbeit seiner Meinung nach auch schlagkräftiges Argument für die Gemeinde gewesen, in die Infrastruktur zu investieren. 2,5 Millionen Euro hat die öffentliche Hand in das neue Sportzentrum investiert. "Das wäre sonst nie durchgezogen worden", sagt Buchholz.

Aufrufe: 031.5.2022, 08:00 Uhr
Tageblatt / Von Daniel BerlinAutor