Adelshofen (blau-weiß) und Weiler marschieren in der Kreisklasse A vorneweg.
Adelshofen (blau-weiß) und Weiler marschieren in der Kreisklasse A vorneweg. – Foto: Siegfried Lörz

Auf den Spuren der „Gunners“

Kreisklasse A Sinsheim +++ Adelshofen und Weiler gehen ungeschlagen in die Winterpause +++ Vier Teams stehen abgeschlagen am Tabellenende

Es bahnt sich etwas Historisches an in der Kreisklasse A. Der SV Adelshofen und der FC Weiler marschieren ungeschlagen vorneweg. Doch wirklich groß ist der Vorsprung nicht auf die Verfolger.

Die Unbesiegbaren:

Eingefleischte Fußballfans denken bei den "Invincibles" automatisch an den FC Arsenal London der Saison 2003/04. Mit Jens Lehmann im Tor, Fußballästheten wie Dennis Bergkamp, Thierry Henry, Patrick Vieira oder Robert Pires gelang den "Gunners" etwas ganz Besonderes – eine komplette Saison ohne Niederlage. Trainer Arsene Wenger führte seine Mannschaft mit 26 Siegen und zwölf Unentschieden zur Meisterschaft.

In der Kreisklasse A dürfen zur Saisonhalbzeit zwei Teams davon träumen das Gleiche zu erreichen. Der Spitzenreiter SV Adelshofen und sein ärgster Verfolger, der FC Weiler, haben noch keine Niederlage zu verbuchen. Im direkten Duell vor wenigen Wochen erwischte es beinahe den FCW, doch Spielertrainer David Beckmann hatte etwas dagegen und erzielte in der vierten Minute der Nachspielzeit den Endstand zum 1:1. Liefern beide Mannschaften in der Rückrunde genauso ab, könnte sogar ein ungeschlagenes Team nicht aufsteigen.

"Darauf dürfen wir stolz sein", hat Beckmanns Trainerkollege Alexander Martaler nichts auszusetzen und blickt schon ein wenig auf die zweite Saisonhälfte voraus, "ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir nicht da bleiben wollen, wo wir momentan stehen."

Seine Aussagen decken sich mit denen seines Adelshofener Kollegen Dustin Weissbeck, da beide sehr glücklich über die Winterpause nach kräftezehrenden Monaten sind. Der SV-Coach konstatiert: "Gerade dieser Zweikampf mit Weiler ist sehr anstrengend, da du nie die Gelegenheit zum Verschnaufen bekommst. Die gewinnen ja auch immer und das heißt für dich, dass du auch gewinnen musst, um vorne zu bleiben."

Der Rückrundenstart wird für Weissbeck zur entscheidenden Phase: "Wir spielen nacheinander in Tiefenbach, gegen Sulzfeld, in Eschelbronn und Zaisenhausen, gegen Türkspor Eppingen sowie in Untergimpern. Es wird ausschlaggebend für den Rest der Runde sein, wie wir da rauskommen."

Die Lauernden:

Die Süd-Klubs der Kreisklasse A darf man nicht abschreiben. Würden Adelshofen und Weiler nicht derart souverän vorneweg marschieren, könnten auch der TSV Zaisenhausen oder FVS Sulzfeld an der Spitze stehen. Beide haben ein Torverhältnis von 44:18 und im Schnitt mehr als zwei Punkte pro Partie geholt. Das sind Werte, die am Ende einer Saison durchaus zum Aufstieg reichen können.

Der Torjäger:

Über allen Torjägern thront Paul Reischl. Der 24-jährige Offensivmann des FC Eschelbronn spielt die Runde seines Lebens. Beeindruckende 22 Tore und fünf Assists stehen in seinem Arbeitsnachweis nach 13 Spielen. Sein Trainer Andreas Dinkel lobt ihn in den höchsten Tönen: "Paul gehört zu den besten Spielern der gesamten Liga. Bis zu dieser Saison ist er vielleicht ein wenig unterm Radar geflogen, weil er nicht so viele Tore geschossen hat." Seit der D-Jugend kennt Dinkel seine hängende Spitze ganz genau – er war damals schon sein Trainer. Fehlt Reischl auf dem Platz, fehlt dem FC das Herz. Bei Türkspor Eppingen (3:8-Niederlage) und in Adelshofen (1:3-Niederlage) war er nicht mit dabei.

Mit ein wenig Abstand zu dem Eschelbronner reihen sich die üblichen Verdächtigen ein. Eschelbachs Nicolas Heinrich (17 Tore), Manuel Stoll aus Stebbach/Richen und Zaisenhausens Spielertrainer Marcel Kugler (je 16), folgen auf den Plätzen vor Luca Martin aus Tiefenbach und Adelshofens Coach Weissbeck, die beide je 14 Mal getroffen haben.

Unter ferner liefen:

Als die vergangene Runde letztes Jahr Ende Oktober unterbrochen und später annulliert wurde, waren zwei Mannschaften ganz dick im Aufstiegsrennen vertreten. Türkspor Eppingen als Tabellenführer und die SG 2000 Eschelbach mit zwei weniger ausgetragenen Partien als ungeschlagener Vierter heimlicher Erster, wenn man die Quotientenregel angewandt hätte. Davon sind in der jetzigen Winterpause beide meilenweit entfernt. Der Aufstieg ist längst kein Thema mehr, es wird eine Rückrunde im Mittelfeld ohne Aufstiegshoffnungen und Abstiegssorgen.

"Wir haben uns alle mehr ausgerechnet und sind vielleicht auch etwas zu blauäugig in die Runde gestartet", sagte Eschelbachs Trainer Julian Bauer Mitte der Vorrunde. Die lange Pause habe seiner Mannschaft nicht gutgetan: "Wir hatten die Ambitionen unter den ersten Fünf mitzuspielen, aber uns wurde leider gezeigt, dass es nicht so einfach ist."

Die Abgeschlagenen:

Vier Mannschaften machen unter sich aus, wer am Ende in die Kreisklasse B absteigen muss. So viel scheint sicher, denn der SV Rohrbach/S. II (8 Punkte), der SV Babstadt (7), der SV Daisbach (7) und der VfB Bad Rappenau II (4) liegen abgeschlagen vom Rest am Tabellenende. Der FV Elsenz hat als Zwölfter knapp doppelt so viele Punkte wie die Rohrbacher einen Rang dahinter.

Aufrufe: 012.12.2021, 08:00 Uhr
red.Autor