Im Abschluss durchaus steigerungsfähig: Die Altenstadter Spieler (hier Simon Schmitt, links, und Franz Demmler) standen sich im Angriff bisweilen gegenseitig im Weg.
Im Abschluss durchaus steigerungsfähig: Die Altenstadter Spieler (hier Simon Schmitt, links, und Franz Demmler) standen sich im Angriff bisweilen gegenseitig im Weg. – Foto: halmel

TSV Altenstadt: Kein Urlaub im Hotel „Zur schönen Aussicht“

Klassenerhalt in der Kreisliga 2 noch nicht perfekt

Der TSV Altenstadt spielt eine äußerst solide Saison in der Kreisliga. Trotz Platz fünf ist der Nichtabstieg jedoch noch nicht in trockenen Tüchern.

Altenstadt – Von der schönen Aussicht will sich Christoph Schmitt erst gar nicht blenden lassen. „Der fünfte Tabellenplatz ist nicht so viel wert“, wiegelt der Trainer des TSV Altenstadt ab. Schmitt kann rechnen. Er weiß, dass neun Punkte seine Mannschaft vom zweiten Rang trennen, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrelegation berechtigt.

Aber nur sechs Zähler liegen zwischen ihr und Position zwölf, die ebenfalls mit der Relegation verbunden ist, allerdings gegen den Abstieg. „Es ist sehr trügerisch“, warnt er deshalb vor zu großer Selbstzufriedenheit und Sorglosigkeit.

TSV Altenstadt: Keine Saisond der Extreme

Die Mahnungen sind berechtigt, wenn man das Zahlenwerk, das der TSV in den ersten 16 der insgesamt 26 Begegnungen in der Kreisliga 2 produzierte, unter die Lupe nimmt. Die Bilanz des Teams ist mit sechs Siegen und jeweils fünf Unentschieden und Niederlagen nur durchschnittlich. „Es war eine Vorrunde ohne viele Extreme“, bestätigt Schmitt diesen Eindruck. Wenn man es genau nimmt, konnte der TSV gerade mal ein Drittel seiner Partien für sich entscheiden. Selbst der Tabellenzwölfte, die FT Jahn Landsberg, hat nur einmal weniger gewonnen.

Die zahlreichen Unentschieden und Niederlagen resultierten vor allem aus Spielen gegen Mannschaften, die in der Rangliste weit hinter den Altenstädtern angesiedelt sind. Gegen die drei Kellerkinder Landsberg (4:1), Maisach (0:1) und Moorenweis (2:2) holten sie nur vier von neun möglichen Punkten. Genauso niedrig war die Ausbeute aus den vier Partien gegen Mammendorf (0:3), Aich (1:2) und Fürstenfeldbruck (1:0, 0:0), die auf den Plätzen neun bis elf angesiedelt sind. „Das ist ärgerlich“, räumt Schmitt ein. Zumal die Ausbeute gegen die vier Konkurrenten, die in der Tabelle vor seine Elf angesiedelt sind, mit ebenfalls vier Punkten auch nicht geringer ausfällt.

TSV Altenstadt: Problem liegt in der Chancenverwertung

Die Gründe für die mageren Quoten gegen die vermeintlich Schwächeren liegen darin, dass sich die Kontrahenten mittlerweile hervorragend darauf verstehen, eine Defensive zu organisieren. Allerdings ist das nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite ist in dieser Saison die Abschlussschwäche des TSV ausgeprägt. „Wir sind in der Chancenverwertung nicht so konstant, wie wir sein wollen“, gibt der Coach mit Verweis auf gerade einmal 26 erzielte Tore zu. „Es hat aber auch öfter das letzte bisschen Glück gefehlt“, schiebt er entschuldigend nach.

Deshalb führt er als Mittelfeldspieler mit sechs Treffern auch die interne Torschützenliste an. Nach ihm folgt Eggon Gashi mit vier Kisten, der ebenfalls im Zentrum zuhause ist. Kurioserweise verließ sein Team das Fortune nicht, wenn es gegen Mannschaften ging, die sich ungefähr auf Augenhöhe befinden. Gegen Oberweikertshofen II (5:2) funktionierte wohl auch deshalb alles wie am Schnürchen, weil sich die unerfahrene U21 des Gegners auf eine offene Auseinandersetzung mit dem TSV eingelassen hatte.

TSV Altenstadt: Trainingslager in Durbach

Dass sich der TSV zumindest von seiner Platzierung her nach oben orientiert, hatte er seiner eigenen konzentrierten Abwehrarbeit zu verdanken. Nur der TSV Peiting (20 Gegentore) verteidigte in dieser Runde noch aufmerksamer und entschlossener als Altenstadt (22). Vor allem bei Kontern fängt der TSV inzwischen weniger Treffer. Gestiegen ist dagegen die Anfälligkeit bei Standards. Nach Schmitts Dafürhalten resultierte die Hälfte der Gegentore aus Situationen nach einem ruhenden Ball.

Wenn die Runde im Frühjahr fortgesetzt wird, hofft Schmitt, dass sich der positive Trend bei Michael Hentschke, Atakan Ceylan und Tobias Graun fortsetzt. „Die Jungs haben uns sehr gut getan“, ist der TSV-Spielertrainer begeistert von der Entwicklung der ehemaligen Junioren. Ab Mitte Februar wird er sie und den Rest des Kaders zur Vorbereitung bitten. Fünf Testspiele und ein Trainingslager in Durbach im Schwarzwald sind eingeplant. Die Route für den Rest der Runde steht ohnehin schon: „Wichtig ist, dass wir den Abstand nach hinten vergrößern“, stellt Schmitt klar. Mit der Spitze haben seine Kicker in dieser Saison nichts zu schaffen, auch wenn es auf dem ersten Blick so scheint. (Chrisrian Heinrich)

Aufrufe: 014.1.2022, 09:12 Uhr
Christian HeinrichAutor

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