
Der Aufsteiger gewinnt in Karlsfeld ein Sieben-Tore-Spektakel. Innerhalb von vier Minuten machen die Gäste aus einem 0:1-Rückstand eine 3:1-Führung.
In einem Saisonrückblick der Bezirksliga Nord darf dieses Duell nicht fehlen. Der TSV Eintracht Karlsfeld und der TSV Allershausen lieferten sich ein Sieben-Tore-Spektakel – mit dem besseren Ende für die Gäste. Allershausen hat mit 4:3 (0:0) gewonnen. Es war der vierte Sieg in Folge für den Aufsteiger.
Dabei waren die Vorzeichen ungünstig: Mit Maciej Machi, Joshua Goodluck und Torhüter Marcel Zach fehlten wichtige Spieler. Für Zach kam der 18-jährige Leander Roth zu seinem ersten Bezirksliga-Einsatz. Von einer Schwächung war allerdings nichts zu sehen. Die Gäste hatten gleich in der Anfangsphase zwei Hochkaräter – darunter eine „Tausendprozentige“ durch Luca Rothamer, der an Eintracht-Verteidiger Fitim Konjuhi auf der Torlinie hängenblieb. Im Anschluss steigerte sich Karlsfeld. „Aber unsere Laufbereitschaft gegen diese spielstarke Mannschaft war sensationell“, sagte Trainer Michael Stiller. Allershausen blieb gefährlich, während die Eintracht vor der Pause kaum nennenswerte Offensivaktionen hatte.
Nach dem Seitenwechsel ging es zunächst so weiter, bis die Partie Mitte der zweiten Hälfte richtig Fahrt aufnahm: Markus Huber köpfte Karlsfeld nach einer Eckenvariante in Führung (67.). Der Favorit führte, doch Stiller sah nun eine „Riesenreaktion“ seiner Mannschaft. Zunächst verwandelte Tufan Tetik einen Foulelfmeter zum 1:1 (70.). Und es kam noch besser aus Sicht der Gäste: Erst nutzte Luca Rothamer ein Missverständnis in der Eintracht-Defensive zum 2:1 aus (72.), ehe kurz darauf Domenik Baller den Ball sehenswert zum 3:1 ins Netz chippte (74.).
In der ereignisreichen Schlussphase verkürzte Karlsfeld zunächst durch Fabian Barth (77.), doch Allershausen verteidigte weiterhin konzentriert. Der überragende Baller sorgte in der 90. Minute mit dem 4:2 für die Entscheidung. Karlsfelds erneuter Anschlusstreffer durch Florian Schrattenecker (90.+6) kam zu spät.
Stiller geriet nach dem Spiel ins Schwärmen: „Was die Mannschaft abgerissen hat, war einfach phänomenal. Auch Karlsfeld hat ein super Team. Das war Werbung für den Fußball.“ Einzellob ist normalerweise nicht Stillers Sache – erst recht nicht nach so einem Spiel. „Aber Domenik Baller ist im Moment einfach in überragender Form. Sechs Tore in acht Spielen sind eine Hausnummer“, so Stiller. Vier Siege in Folge für einen Aufsteiger aber auch.