Frauenaus Sportlicher Leiter Christian Hain schätzt die aktuelle Situation sehr vernünftig ein
Frauenaus Sportlicher Leiter Christian Hain schätzt die aktuelle Situation sehr vernünftig ein – Foto: Helmut Weiderer

Der harte Kampf eines Traditionsvereins

Der ehemalige Bezirksligist TSV Frauenau muss um den Kreisklassen-Verbleib bangen - dennoch herrscht im Verein keine Unruhe

Corona hat den TSV Frauenau hart getroffen. Nicht etwa finanziell, sondern personell. "Seit dem Ausbruch der Pandemie sind uns 21 Spieler entweder komplett weggebrochen oder sind deutlich kürzer getreten", berichtet Frauenaus Sportlicher Leiter Christian Hain. Sportlich müssen Kißlinger, Listl & Co. deshalb in der laufenden Runde der Kreisklasse Regen kleine Brötchen backen. Die Truppe des ehemaligen Bezirksligisten konnte erst acht Zähler einspielen und steckt mitten im Abstiegskampf.

"Es war von vornherein klar, dass es eine sehr schwierige Saison für uns werden wird. Daher kommt unsere Zwischenbilanz jetzt nicht komplett überraschend", sagt Hain. Im Kader hat sich in den vergangenen eineinhalb Jahren einiges getan: "Wir haben ein paar Spieler, die Haus bauen und deshalb nicht mehr oder nur eingeschränkt zur Verfügung stehen. Andere Akteure sind mittlerweile Vater geworden und die Prioritäten haben sich einfach verschoben. Daher ist das alles erklärbar und nicht dramatisch", berichtet der 32-jährige Funktionär, der als Beispiel die jüngste 2:6-Niederlage am vergangenen Samstag bei der SpVgg Ruhmannsfelden II nimmt: "Anschließend waren wir mit 24 Mann in Zwiesel unterwegs. Das zeigt, dass bei uns alles im grünen Bereich ist."


Harakiri-Aktionen, um den Absturz in die A-Klasse abwenden zu können, wird es unter Hain nicht geben: "Erst vor Kurzem sind mir Spieler aus Tschechien angeboten worden. Aber solche Geschichten sind unter meiner Führung ein No-Go", betont Hain, der auch Coach Johann Stadler nicht in Frage stellt: "Hans ist ein Aurer-Urgestein, das einen hervorragenden Job macht. Selbst wenn wir die kommenden zehn Spiele verlieren, wird es von Vereinsseite keine Trainerdiskussion geben."

Einer der wenig verbliebenen Akteure aus besseren TSV-Zeiten: Kapitän Thomas Kißlinger (li.)
Einer der wenig verbliebenen Akteure aus besseren TSV-Zeiten: Kapitän Thomas Kißlinger (li.) – Foto: Helmut Weiderer

Aber wie wollen die TSVler den Absturz in die A-Klasse verhindern? "Wir hoffen, dass sich die personelle Situation im Frühjahr deutlich entspannt und auch der eine oder andere wichtige Akteure wieder voll angreift. Im März absolvieren wir ein fünftägiges Trainingslager am Gardasee und werden alles dafür tun, uns gut vorzubereiten. Nichtdestotrotz brauchen wir vor der Winterpause noch den einen oder anderen Punkt, auch wenn die Trauben in den kommenden Partien, in denen es gegen Mannschaften aus dem Tabellen-Vorderfeld geht, sehr hoch hängen werden", weiß Christian Hain.


Aufrufe: 012.10.2021, 10:25 Uhr
Thomas SeidlAutor

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