Überlegen: Mohamed Tajjou und Hillal Rüsselsheim drehten im A-Liga-Spitzenspiel spät auf und kamen noch zu einem 6:2-Erfolg gegen die SG Trebur-Astheim (vorne Philipp Lorenz). 	Foto: Marc Schüler
Überlegen: Mohamed Tajjou und Hillal Rüsselsheim drehten im A-Liga-Spitzenspiel spät auf und kamen noch zu einem 6:2-Erfolg gegen die SG Trebur-Astheim (vorne Philipp Lorenz). Foto: Marc Schüler

KLA-Topspiel: Verrückte Schlussphase bei Hillal

Sieben Tore binnen 13 Minuten bei Rüsselsheimer Erfolg gegen Trebur-Astheim +++ Verärgerung bei der SG

RÜSSELSHEIM. Ein Spitzenspiel, das seinen Namen verdient hatte, erlebten die Zuschauer bei Hillal Rüsselsheim. Die Gastgeber besiegten in der Kreisliga A die SG Trebur-Astheim nach einer verrückten Schlussphase mit 6:2 – zur Pause hatte es noch 0:0 gestanden.

Bis zuletzt war es unsicher, ob die Partie des Tabellenzweiten aus Rüsselsheim gegen den Tabellendritten Trebur auch wirklich stattfinden könne. Einige Corona-Infektionen waren von der SG gemeldet und um eine Spielverlegung gebeten worden. Doch am Ende fand das Spiel wie geplant statt. „Eigentlich ist es ein Skandal. Wir haben in so einer wichtigen Partie die halbe zweite Mannschaft auf dem Platz“, schimpfte Treburs Trainer Dennis Verzay, während auch Hillal bestätigte, dass die Partie kurz vor der Verlegung gestanden habe.

FC Hillal
6:2
SG Trebur/Astheim

Doch die dezimierten Treburer, die viele junge Akteure im Kader aufgeboten hatten, machten ihre Sache gut und boten den Rüsselsheimern Paroli. Beide Mannschaften führten die Partie sehr intensiv und so gab es auch immer wieder Verletzungsunterbrechungen. Dabei war es ein Aufeinandertreffen zweier verschiedener Spielphilosophien. Während Hillal immer wieder versuchte, mit kurzen Pässen durchzukommen, setzten die Gäste auf schnelles Umschaltspiel und lange Pässe. Während Treburs Abwehr früh störte und den Gegner immer wieder daran hinderte in Strafraumnähe zu kommen, agierte auch Hillal aggressiv und eroberte so den Ball meist schnell. So blieben echte Torchancen zunächst Mangelware, wobei die Gäste die besseren Chancen hatten. Problematisch für Trebur jedoch, dass der junge Felix Metzger teils überfordert wirkte, sich oft nur mit Fouls zu helfen wusste und vorsichtshalber bereits in der 30. Minute vom Platz geholt werden musste.

In der zweiten Hälfte kommt die SG auf

In der zweiten Hälfte tauchten die Treburer immer häufiger vor dem Tor der Gastgeber auf. In der 56. Minute traf Yannick Fuchs mit einem Fernschuss nur die Latte, die beste Chance bis dahin. Nur zwei Minuten später wurde SG-Torwart Benjamin Pommer auf der Gegenseite geprüft und konnte sich auszeichnen. Doch dann wachte Hillal auf und drängte erneut in Richtung des gegnerischen Strafraums, während den Treburern langsam die Kräfte schwanden.

Talib Sardiki war es schließlich, der in der 61. Minute das 1:0 erzielte und die Rüsselsheimer erlöste. Doch auch wenn Hillal besser war, steckte Trebur nicht auf und kam in der 77. Minute durch den sehenswerten Schuss von Yannick Fuchs zum Ausgleich. Nur wenige Minuten später war es erneut ein Treburer Distanzschuss, den Torwart Najim El Ghazouani mit den Fingerspitzen um den Pfosten drehte.

Schlussphase hat es in sich

Die Schlussphase hatte es dann in sich. Bilal Benali zog in der 80. Minute einfach ab und sorgte für Jubel bei den Gastgebern, Jakob Nies traf jedoch keine 120 Sekunden später zum 2:2. Doch erneut waren kaum 90 Sekunden vergangen, da jubelten die Gastgeber – Benali hatte getroffen. Per Hand klärte ein Treburer Sekunden vor dem Schlusspfiff auf der Linie, den fälligen Elfmeter verwandelte Mohames Jemi zum 4:2, Benali und Oussama Alhaddouti legten sogar noch nach. „Ein verdienter Sieg. Meine Mannschaft hat mehrfach Charakter gezeigt und das Spiel noch gewonnen“, sagte Trainer Said Benhadj.

Hillal Rüsselsheim: N. El Ghazouani – Jemi, Atabraham, R. El Ghazouani, Tajjou, Hauas, Simouh, Benali, Belhadj, Sardiki (89. Alhaddouti), Burcak.

SG Trebur-Astheim: Pommer – Metzger (31. Muders) , Albakri, Ljaschenko, Nies, Traupel, Auth, Lorenz, Feth, Fuchs, Achilles.

Tore: 1:0 Sardiki (61.), 1:1 Fuchs (77.), 2:1 Benali (80.), 2:2 Nies (82.), 3:2 Benali (84.), 4:2 Jemi (86.), 5:2 Benali (88.), 6:2 Alhaddouti (90.+1). Schiedsrichter: Gürbüz Kurum. Zuschauer: 70.

Die weiteren Spielberichte der Kreisliga A lest ihr hier.



Aufrufe: 010.4.2022, 20:45 Uhr
Marc SchülerAutor