
In der Fußball-Landesliga musste der TSGV Waldstetten am gestrigen Mittwochabend zum Nachholspiel beim TSV Köngen antreten. Die Köngener hatten wegen des Verlusts ihres Sportlichen Leiters Thomas Köhrer verständlicherweise um die Verlegung gebeten. Die Waldstetter unterlagen am Ende nahezu chancenlos mit 0:2 und mussten am Ende froh sein, nicht noch weitere Gegentreffer kassiert zu haben. „So richtig griffig waren wir nicht, deswegen müssen wir uns mit der Niederlage abfinden“, sagte TSGV-Trainer Patrick Krätschmer.
Bevor es losging auf dem gut besuchten Sportgelände in Köngen, fand eine Gedenkminute für Köhrer statt, sodass die Partie deutlich später begann. Eine weitere Verzögerung gab es schließlich, als Köngens Schlussmann Fynn Köstle nach einem Zusammenprall behandelt werden musste und fortan mit einem gelben Turban spielte. Bereits nach vier Minuten parierte Waldstettens Schlussmann Max Helmli stark einen Versuch aus kurzer Distanz. Vier Minuten später spielte Eric Taxis einen verunglückten Rückpass direkt in die Füße eines TSV-Spielers. Am Ende war Mario Rosenfelder, der mangels Alternativen erneut spielen musste, mit einer starken Grätsche zur Stelle und verhinderte den sicheren Einschlag (8. Minute).
Als es so aussah, dass die Gäste die Partie allmählich an sich reißen könnten, Dominik Pfeifer schoss knapp drüber (23.), waren es die Gastgeber, die trafen. Einen schnellen Angriff vollstreckte Yannik Kögler trocken ins obere kurze Eck (28.). Kurz darauf war es wieder ein langer Ball, der die TSGV-Abwehr überwand, gegen Kapitän Max Schlotterbeck war aber erneut Helmli stark zur Stelle (30.). Der TSV sollte noch eine Großchance haben, die schließlich aber Joshua Szenk auf der Linie rettete (45.+4).
Zur Pause musste sich etwas ändern, das sah auch TSGV-Trainer Patrick Krätschmer so, der den starken Jannik Kurfess und Niels Waldraff von der linken Seite auf die rechte Seite beorderte. Dieser Tausch brachte jedoch nicht den gewünschten Erfolg, die Köngener spielten sich fast in einen Rausch. Bevor die Chancenflut jedoch über die Waldstetter einbrach, hatte Patrick Nagler nach einer Ecke die erste Chance per Kopf, doch Köstle konnte parieren (49.). Zwei Minuten später drosch Kögler vor die Latte. Erneut nur drei Minuten später verfehlte Robin Hiller aus kurzer Distanz, in der 57. Minute schließlich traf Kimi Hindennach den Pfosten. Der TSGV wusste in dieser Phase nicht, wie ihm geschah. In der 62. Minute dann war es Köngens Kapitän Schlotterbeck, der an Helmli scheiterte. Vier Minuten später dann aber war das Glück der Gäste aufgebraucht: wieder Schlotterbeck war frei durch, legte quer zu Kögler, der den Ball nur noch einzuschieben brauchte (66.). Selten war eine Führung verdienter.
Danach ließ der Druck der Köngener etwas nach, die Waldstetter nahmen nun etwas aktiver am Spiel teil, ohne jedoch konkret nach vorne zu streben. Selten kam der letzte Pass im letzten Drittel an. Dennoch gab es die Möglichkeit auf den Anschlusstreffer: Max Dudiums Versuch im Fallen wurde noch entscheidend zur Ecke, knapp am Pfosten vorbei, gelenkt (77.). Als dann der eingewechselte Köngener Toni Panne noch per Flugkopfball verpasste, war allen am Sportplatz klar, dass es bei diesem 2:0-Erfolg für den TSV Köngen bleiben würde, der sich damit wieder auf den zweiten Platz vorgeschoben hat. Der TSGV rangiert mit zwei Zählern hinter Köngen auf dem vierten Platz. „Es ist aber nicht so, dass der Gegner uns hergespielt hätte, stattdessen haben wir ihn sehr häufig eingeladen“, sagte Krätschmer nach dem Schlusspfiff.
Der TSGV muss sich jetzt schütteln und diejenigen Akteure, die noch fit sind, auf die Partie am kommenden Sonntag vorbereiten. Am morgigen Freitagabend ist noch einmal Training. Sonntag (15 Uhr) gastiert der MTV Stuttgart im Stadion „Auf der Höhe“. Hier möchte man wieder in die Spur finden. „Wenn ich mir die letzten drei Spiele anschaue, dann war dieses Duell dasjenige, dass man am ehesten verlieren konnte. Dass wir die anderen beiden nicht gewonnen haben, wiegt viel schwerer“, so Krätschmer. Oben bleibt es weiter eng, wenngleich es so aussieht, dass Ehingen an der Spitze etwas wegzieht. Krätschmer gibt sich aber weiter kämpferisch. „Wir bleiben weiter oben dran, geben Gas und schauen dann, wozu es am Ende reichen wird.“ In Waldstetten hat man die Hoffnung nach dieser Niederlage längst noch nicht aufgegeben.