
Sollte es dem einen oder anderen Fußballfan doch zu langweilig gewesen sein beim Betrachten der Tabelle der Landesliga, dann haben der TSGV Waldstetten und der TSV Köngen Abhilfe geschaffen, indem sie am vergangenen Wochenende nicht gegeneinander gespielt haben: dadurch ist die Spitzengruppe nämlich noch einmal enger zusammengerückt. Je nach Betrachtungsweise sind es zwei Punkte Differenz vom neuen Spitzenreiter Ehningen bis zum Fünften Köngen oder aber, etwas weiter gefasst, fünf Punkte zwischen dem Ersten und Siebten.
Es ist kaum zu vermuten, dass der Meisterschaftskampf schon einmal so spannend gewesen ist, jede Woche tauschen die Teams in dieser breiten Spitzengruppe die Positionen fast willkürlich. Der TSGV Waldstetten wird unter anderem deswegen wieder fokussiert in sein Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gehen, wenn er den TSVgg Plattenhardt empfängt. Mal abgesehen davon, dass man in Waldstetten weiß, dass der kommende Gegner alles reinwerfen wird, um sich eine bessere Ausgangslage im Abstiegskampf zu verschaffen. Aktuell ist Plattenhardt auf dem 14. Platz und folglich in größter Abstiegssorge. Wie schwierig der kommende Gegner zu bespielen sein wird, das hat der neue Tabellenführer, der TSV Ehningen, am vergangenen Wochenende erfahren. Mit 2:1 setzte sich der TSV durch, allerdings erst in der vierten Minute der Nachspielzeit mit einem Treffer von Gökhan Akyüz.
„So etwas habe ich noch nie erlebt. Normalerweise trennt sich spätestens im dritten Drittel der Saison die Spreu vom Weizen, das ist bei uns in diesem Jahr aber nicht der Fall“, schüttelt auch Waldstettens Trainer Patrick Krätschmer nur noch den Kopf ob dieser verrückten Tabellenkonstellation. Bei den Waldstettern abermals fehlen werden Julius Bäumel, Marc Heinzmann und Melih Zenen. Angeschlagen waren Dominik Pfeifer und Can-Luca Groiß, bei den beiden aber geht Krätschmer davon aus, dass sie auflaufen können. Die Tabellensituation schärft jedoch ungemein die Sinne, wie der TSGV-Trainer ausgemacht hat. „Es ist doch oben nur so eng, weil die Mannschaften von unten viele Zähler gegen die besseren Platzierten geholt haben. Das heißt gleichzeitig, dass man in dieser Liga wirklich kein einziges Team unterschätzen darf“, sagt Krätschmer.
Plattenhardt ist ohnehin als unangenehm zu bespielender Gegner im Gedächtnis geblieben, nur mit Mühe hat sich der TSGV im Hinspiel durchsetzen können. „Nach diesem Duell hätte ich niemals gedacht, dass die so weit unten reinrutschen würden“, sagt Waldstettens Übungsleiter. Jetzt ist die Konstellation jedoch, wie sie ist, beide Mannschaften sind auf jeden einzelnen Punkt angewiesen, entsprechend spannend dürfte dieses Duell werden.