– Foto: Joachim Koschler

"Alle Sportler treffen sich nach ihrem Sport in der Gaststätte"

Die gesamte Gastrobranche ist seit ziemlich genau einem Jahr eine der großen Verliererinnen der Pandemie. Doch was machen eigentlich die haupt- und ehrenamtlich geführten Vereinsheime in dieser Zeit? Einblicke vom SV Ebnat, dem SV Altenberg und der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach.

Vor ein paar Tagen jährte sich der erste Lockdown in Deutschland und mit ihm auch der Beginn der wahrscheinlich schwersten Zeit für die Gastronominnen und Gastronomen. In dieser Woche haben wir bei unseren Vereinen nachgefragt, wie es um die clubeigenen Vereinsheime im Moment steht und wie sich die Betreiberinnen und Betreiber durchkämpfen. Mit am Tisch: Dietmar Förstner und Andreeas Kutscherauer vom SV Ebnat, Christoph Burkhard vom SV Altenberg und Achim Pfeifer von der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach.

Dietmar Förstner (Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit) und Andreas Kutscherauer (Spieler & Vereinsbeirat), SV Ebnat:

„Unser Vereinsheim hat keinen Betreiber. An Spieltagen wird unser Clubbi, wie wir es liebevoll nennen, von Mitgliedern bewirtet. Unser Thekenteam leistet da ausgezeichnete Arbeit, damit unsere Zuschauer und auch wir Spieler nach den Spielen kühle Getränke und leckere Grillwürste bekommen.

– Foto: Joachim Koschler

Essensangebote oder Ähnliches bieten wir nicht an. Im Dezember konnten wir aber glücklicherweise unseren schwarz-gelben Weihnachtszauber abhalten. An diesem Tag werden Christbäume verkauft und im Ort durch unseren Heimbringservice ausgeliefert. Normalerweise gibt es dann auch noch Glühwein und Leckerein zur Stärkung, auf diese musste dieses Jahr aus den bekannten Gründen leider verzichtet werden.

Für unsere Mannschaften, ob Jugend oder Aktive, ist das Clubbi sonst immer eine willkommene Anlaufstation. Unsere Aktiven haben freitags nach dem Abschlusstraining ihre Mannschaftssitzung im Vereinsheim und genießen danach meist noch die ein oder andere Hopfenkaltschale in geselliger Runde. Auch unsere Sportgruppen und Mitglieder nutzen das Vereinsheim sonst regelmäßig für Besprechungen und Sitzungen.“

– Foto: Joachim Koschler

Christoph Burkhard, Trainer des SV Altenberg:

„Wir betreiben das Vereinsheim ehrenamtlich und selbstständig, daher gibt es aktuell auch keine speziellen Angebote. Normalerweise ist unser Vereinsheim deswegen auch nur bei Heimspielen und nach dem Training geöffnet.“

Achim Pfeifer, Vorstandsvorsitzender der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach:

„Betreiber unserer Vereinsgaststätte mit zwei Nebenzimmern, einem Sitzungszimmer sowie zwei Kegelbahnen ist der Verein selbst. Das Objekt wird ohne Ruhetag sieben Tage die Woche betrieben, die Öffnungszeiten sind dem Sportbetrieb angepasst, jedoch werden auch Familienfeierlichkeiten gebucht. Es werden kalte und warme Speisen angeboten, nach Voranmeldung auch Wunschkarten. Betrieben wird der TSG-Sporttreff von einer hauptamtlich angestellten Geschäftsführerin sowie mehreren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in geringverdienendem Umfang. Weiterhin helfen bei Bedarf ehrenamtliche aus den Abteilungen aus. Unsere Geschäftsführerin ist seit November in Kurzarbeit. Dies ist nicht angenehm, da sie bereits von März bis Mai 2020 in Kurzarbeit war.

– Foto: Marc Hofacker

Für sie ist die Situation äußerst unbefriedigend, zumal sie gemeinsam mit dem Verein einen immensen Aufwand zur Umsetzung eines Sicherheitskonzepts betrieben hat. Seit Ausbruch der Pandemie ist bei der TSG weder im Bereich der Gaststätte noch im Sportbereich auch nur ein Coronafall aufgetreten. Für sie persönlich bedeutet diese Situation natürlich Zukunftsängste. Wir als Verein haben Angst, unsere äußerst ideenreiche Geschäftsführerin für unsere Gaststätte zu verlieren, welche für den Verein nicht nur wirtschaftlich von Bedeutung ist, sondern auch einen kulturellen und ideellen Mittelpunkt für unseren Verein darstellt.

Die Gaststätte ist zu normalen Zeiten zwischen 17:00 Uhr und 00:00 Uhr und am Wochenende ab 11:00 Uhr sehr stark frequentiert. Der Verein verfügt über drei Fußballplätze, zwei Sporthallen, einen Kraftraum und ein Indoor-Cycling-Center. Alle Sportler treffen sich für gewöhnlich nach ihrem Sport in der Gaststätte. Hinzu kommen Reservierungen von extern. Auch Mannschafts- oder Trainersitzungen sind regelmäßig terminiert.

Wie wir damit umgehen? Alle leiden unter der Situation, und es kommt mehr und mehr Unverständnis über die politischen Maßnahmen auf.“

– Foto: Marc Hofacker

Aufrufe: 024.3.2021, 09:00 Uhr
Michael FeindertAutor

Verlinkte Inhalte