
Schlechter kann ein Spieltag nicht laufen. Die Konkurrenten an der Kante zur Verbandsliga-Abstiegszone gewinnen, der SV Steinwenden, den man am letzten Spieltag im direkten Duell daheim mindestens einzuholen hoffte, sogar bei Meister Mechtersheim (5:4). In der Oberliga rutschen die designierten Südwest-Verbandsligisten einer ums andere in die Abstiegszone. Und selbst gibt die TSG Bretzenheim ein weiteres Spiel, das von den Chancen her ebenso gut anders herum laufen kann, her: 2:4 (0:1) gegen Viktoria Herxheim.
Statt alles in der eigenen Hand zu haben, herrscht bei der TSG vor dem Derby kommenden Sonntag in Marienborn Untergangsstimmung. Die TuS ist durch das Ergebnis der 46er gerettet. Und wird erpicht sein, zum Heim-Abschied ihres Trainers Ali Cakici die 2:3-Niederlage aus der Hinrunde wett zu machen. Die TSG braucht aus zwei Spielen sechs Punkte und selbst dann womöglich noch fremde Hilfe, etwa von Aufstiegsaspirant Basara in Steinwenden. Andererseits ist zumindest der viertletzte Platz sicher. Er kann, je nachdem, was sich in und Richtung Oberliga tut, reichen, muss aber nicht.
Der nervöse Start gegen Herxheim wurde von Christoph Wörzler prompt bestraft (10.). Jakub Koutny frei auf den Keeper laufend (19.) und Seungwon Ko ungestört im Rückraum (35.) hatten große Ausgleichschancen. Zwei weitere Hochkaräter ließen auch die Gäste liegen (36., 55.). Johannes Gehrling staubte zum 1:1 ab (46.). Raphael Gehrlein per Elfmeter-Geschenk von Bastian Rosinus (65.) und Mathis Mankopf mit einem tollen Distanzschuss (75.) stellten auf 1:3.
Eine besonders ärgerliche Zeitstrafe
Als Lukas Fischer den Ball deutlich nach dem Abseitspfiff ins Tor drosch und sich folgerichtig die Zeitstrafe einhandelte (77.), schien alle Hoffnung dahin. Dann verkürzte Lars Frick nach Gehrling-Steckpass (83.) und Herxheims Ayman Kerboub sah die Ampelkarte (84.). Frick (86., 88.) und Gehrling (90.+2) ließen im Bretzenheimer Powerplay gute Ausgleichschancen liegen, Mankopf zielte aus der eigenen Hälfte mit Abpfiff ins leere Tor (90.+5).
„Dass sie aufgeregt und angespannt sind, verstehe ich bei den jungen Leuten“, sagt TSG-Trainer Timo Schmidt, der, völlig desillusioniert, direkt nach Schlusspfiff nicht viele Worte hat. „Ich weiß nicht, was in manchen Köpfen vorgeht“, blickt Schmidt auf Routinier Fischer. Ohne Worte bleibt, was der Mechtersheimer B-Elf passiert ist.
Nun muss für die TSG alles passen
Die beiden 1:2-Heimniederlagen aus dem März gegen die designierten Absteiger Steinbach und Morlautern schmerzen nun doppelt und dreifach. Damit nach der Saison in der Club-Kneipe wieder die „Timo ist unabsteigbar“-Gesänge angestimmt werden, muss für die TSG nun einiges zusammenkommen – im Positiven.
TSG Bretzenheim: Rosinus – Japke, Jung (76. Zimmermann), Loran, Leismann (82. Frick) – Günes – Helbach (54. Fischer), Balik, Ko (76. Noory), Koutny (63. Zeller) – Gehrling.