2025-12-03T05:51:34.672Z

Allgemeines
– Foto: Alexander Hornauer

TSG Backnang: "War nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich fällt"

Oberligist dreht 0:2-Rückstand beim FSV Bietigheim-Bissingen – Marinic lobt Moral, hadert aber mit Entscheidungen des Schiedsrichters.

Die TSG Backnang hat im Oberliga-Derby beim FSV 08 Bietigheim-Bissingen Moral bewiesen. Nach einem 0:2-Rückstand erkämpfte sich die Mannschaft von Trainer Mario Marinic in der Nachspielzeit ein 2:2-Unentschieden. Trotz des Punktgewinns überwog beim Backnanger Trainer der Ärger über verpasste Chancen und strittige Schiedsrichterentscheidungen.

Schwache Chancenverwertung und frühe Rückschläge

„Am Ende sind wir natürlich glücklich über den Punkt, dass wir den 0:2-Rückstand in ein 2:2 drehen konnten. Aber ich denke, uns hätten auf jeden Fall drei Punkte gut zu Gesicht gestanden. Die wären auch hoch verdient gewesen“, sagte Marinic nach dem Schlusspfiff. Der TSG-Coach sah eine passive Bissinger Mannschaft: „Bissingen wollte über 90 Minuten eigentlich nur verteidigen. Bissingen stand genauso tief, wie ich es vorher gesagt hatte.“ Doch die Gastgeber nutzten ihr Umschaltspiel eiskalt: „Wir machen uns einen Vorteil zum Nachteil, indem wir den Ball verlieren, Bissingen schnell umschaltet und mit der ersten Torchance in Führung geht.“

Kritik an Schiedsrichterentscheidungen

Trotz Ballhoheit und Dominanz fehlte Backnang das Glück im Abschluss – und nach Ansicht des Trainers auch die Unterstützung des Unparteiischen. „Ich bin eigentlich einer, der wenig über den Schiedsrichter sagt, aber die heutige Leistung: In der ersten Halbzeit verwehrte er uns einen ganz klaren Handelfmeter. Selbst die Bissinger haben gesagt, es war klares Hand. In der zweiten Halbzeit wird uns ein glasklares Tor, ein Abseits-Tor, aberkannt.“ Für Marinic passte dies zum Spielverlauf: „Es kommt dann ein bisschen bezeichnend zu der jetzigen Situation, zum heutigen Spiel.“

Geduld wird belohnt – späte Aufholjagd

In der Pause schwor der Trainer sein Team auf einen mutigen zweiten Durchgang ein. „Dann haben wir gesagt, wir müssen weiter ruhig bleiben, geduldig die Räume bespielen. Ich habe gesagt, wir brauchen ein schnelles Tor, dann wird das Spiel kippen.“ Das Anschlusstor brachte die Wende: „So war es dann auch, machen wir den Anschlusstreffer.“ Danach dominierte Backnang die Partie klar. „Dann war es ein Einbahnstraßen-Fußballspiel auf ein Tor. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich fällt.“

Dramatische Schlussphase mit Chancen auf den Sieg

Der Ausgleich fiel in der Nachspielzeit: „Da haben wir es gut durchgespielt.“ Doch selbst danach hatte Backnang die Chance auf den Sieg. „Wir bleiben dann weiter permanent mit Druck auf der Bissinger-Kette. Haben dann Pech bei einem Lattentreffer. Und dann kommt die Abseits-Situation, wo Fabian Domic zurückgepfiffen wird. In meinen Augen kein Abseits, haben auch viele bestätigt, die auf der Höhe standen.“ Der Lucky Punch blieb aus: „Am Ende des Tages haben wir noch die Großchance in der 96. Minute, um das Spiel dann komplett auf unsere Seite zu ziehen.“

Verletzungssorgen und dünner Kader

Neben der Punkteteilung brachte das Spiel weitere Sorgen. „Julian Geldner, unser Kapitän, musste verletzt runter. Verdacht auf Muskelfaserriss. Genauso Thomas Doser. Müssen wir schauen, ob die Mittelhand gebrochen ist.“ Marinic sprach von einer angespannten Personallage: „Die Personalsituation ist dünn. Sie wird weiterhin dünner. Und jetzt müssen wir einfach gucken, dass wir als Mannschaft sehr eng zusammenrutschen in den nächsten Wochen.“

Moral bewiesen, aber Arbeit bleibt

Trotz aller Widrigkeiten blickt der Trainer nach vorn. „Wer weiß, was es uns geben wird am Ende der Saison. Wir haben Moral bewiesen. Meine Mannschaft hat alles investiert in dieses Fußballspiel.“ Mit Blick auf die kommenden Wochen bleibt Marinic realistisch: „Bis zur Winterpause das Maximale rausholen. Und hoffentlich die nötigen Punkte sammeln, dass wir in der Rückrunde dann ansetzen können.“

Aufrufe: 025.10.2025, 11:00 Uhr
Timo BabicAutor