2026-02-09T08:36:21.830Z

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TSG Backnang: "Jedes Spiel muss der Antrieb sein"

FuPa-Teamcheck: Der Oberligist um Trainer Mario Marinic ist bereit für eine erfolgreiche zweite Saisonhälfte.

von Timo Babic · Gestern, 20:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Die TSG Backnang startet als Tabellen-13. in die Restrunde einer extrem engen Oberliga. Trainer Mario Marinic sieht Defizite, aber auch Entwicklung – und fordert Konstanz im Abstiegskampf.

Enges Feld statt Krisenstimmung
Mario Marinic verweigert jede Dramatisierung der Tabellenlage. Die TSG Backnang steht mit 22 Punkten aus 19 Spielen auf Rang 13, doch der Blick auf die Tabelle relativiert vieles. „Ich denke, wir befinden uns in guter und bester Gesellschaft“, sagt der Trainer. Der Abstand nach unten sei zwar gering, „aber selbst auf Platz 8 sind es gerade einmal 4 Punkte“. Für Marinic ist das ein Beleg dafür, „wie eng es in der diesjährigen Oberliga zugeht und dass die Leistungsdichte noch größer geworden ist“. Sein Fazit bleibt dennoch kritisch: „Wie auch meine Trainerkollegen sage auch ich, dass wir einige Punkte zu wenig auf dem Konto haben. Die Gründe hierfür sind sehr vielseitig.“

Kaderumbruch als Erklärung
30 erzielte Tore stehen 38 Gegentreffern gegenüber – Zahlen, die die Problematik andeuten. Marinic sieht die Defensive als Teil des Problems, ordnet sie aber ein. „Die Flut an Gegentoren ist mit Sicherheit einer der Gründe.“ Gleichzeitig erinnert er an den Umbruch im Sommer: „11 Zugänge stehen 12 Abgänge gegenüber. Angefangen vom neuen Torhüterduo bis hin zur Offensivreihe.“ Ein solcher Einschnitt brauche Zeit. Sein Bild dafür ist deutlich: „Wenn man am Gras zieht, wächst es auch nicht schneller.“

Druck ist das falsche Wort
Vom klassischen Abstiegsdruck will Marinic nichts wissen. „Auf unserem Niveau und beim Amateurfußballer von Druck zu sprechen ist der falsche Ansatz und Ausdruck.“ Stattdessen definiert er die Situation als Antrieb. „Jede Trainingseinheit muss Motivation und Antrieb sein sich zu verbessern und alles zu geben. Jedes Spiel muss der Antrieb sein es gewinnen zu wollen.“ Die Oberliga versteht er als Privileg: „Dafür messen wir uns Woche für Woche mit tollen Mannschaften und investieren sehr viel Zeit und Leidenschaft in den Fußball.“

Winterarbeit unter erschwerten Bedingungen
Die Vorbereitung verläuft unter typischen Winterbedingungen. „Jeder kennt die Herausforderung einer Wintervorbereitung und deren Umstände. Das momentane Wetter tut sein Übriges bei.“ Marinic misst Ergebnissen in Testspielen nur begrenzte Bedeutung bei: „Natürlich sind Vorbereitungsspiele wichtig und deren Ergebnisse für den Kopf und das Gefühl. Wichtiger jedoch sind die Leistungen und Erkenntnisse.“ Besonders relevant ist für ihn die personelle Situation: „Wir hatten viele Langzeitverletzte und wollen die Jungs schnell wieder auf Wettkampfrhythmus und Spielpraxis bringen.“

Breite statt Einzelbaustelle
Einen singulären Schwerpunkt gibt es nicht. „Du hast als Trainer in 6 Wochen nie die Möglichkeit, alle Schwerpunkte umzusetzen.“ Entscheidend sei, „die Mannschaft auf den Rückrundenbeginn bestmöglich vorzubereiten“. Marinic erwartet „schwere und anstrengende Monate“, in denen Stabilität gefragt ist.

Konstanz als Schlüssel
Die größte Schwäche der Vorrunde beschreibt der Trainer präzise: „Wir waren in der Vorrunde ‘konstant inkonstant’.“ Der Hebel liegt für ihn in Basics: „Sollte es uns gelingen die individuellen und einfacher Fehler abzustellen sowie jedes Wochenende unsere Leistung zu 100% abzurufen, bin ich überzeugt, dass wir die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einfahren.“

Team vor Ego
In der entscheidenden Saisonphase sieht Marinic den Zusammenhalt als logische Folge sportlichen Erfolgs. „Erfolge und Siege sind die besten Teambuildingmaßnahmen.“ Gleichzeitig formuliert er eine klare Erwartung: „Jeder Einzelne wird sich dem Erfolg und der Mannschaft unterordnen und das tun, warum er sich für einen Mannschaftssport entschieden hat.“

Rückrunde als Serie von Endspielen
Für den Start in die zweite Saisonhälfte wählt Marinic eine kämpferische Rhetorik. „Wir werden jedes Spiel als Endspielcharakter ausrufen.“ Dennoch mahnt er zur Geduld: „Aber ich habe bereits vor Monaten gesagt, der Weihnachtsmann ist noch lang kein Osterhase.“ Die Saison sei lang genug, „um unser gemeinsames Ziel, den Klassenerhalt zu erreichen“.

Tabellendruck von allen Seiten
Die Tabelle unterstreicht seine Worte. Zwischen Rang 8 (Türkischer SV Singen, 26 Punkte) und Platz 16 (FSV Hollenbach, 20 Punkte) liegen nur sechs Zähler. Backnang befindet sich mitten in diesem Block. Vier direkte Abstiegsplätze erhöhen die Brisanz zusätzlich. In einer Liga, in der selbst der Abstand zur oberen Tabellenhälfte minimal ist, wird jede Serie sofort spürbar. Marinics Botschaft bleibt deshalb nüchtern: Entwicklung akzeptieren, Fehler reduzieren, Leistung abrufen. Der Rest soll sich daraus ergeben.