
KAISERSLAUTERN. Die Futsal-Südwestmeisterschaft geht in diesem Jahr an die SG Weinsheim aus der Bezirksliga Nahe, die die TSG 1846 Mainz im Endspiel vom Punkt bezwang. Im kleinen Finale setzte sich die SG Meisenheim (Landesliga West) gegen das Überraschungsteam TSG Gau-Bickelheim (B-Klasse Alzey-Worms) ebenfalls im Sechsmeterschießen durch.
Weiterkommen gerät zwischenzeitlich in Gefahr
Nur rund einen Tag Verschnaufpause hatten die TSG-Futsaler und Trainer Christian Wölfelschneider: Nach dem furiosen 10:1-Kantersieg beim FC Asteras Offenbach am Samstag in der Futsal-Hessenliga standen die Mainzer in der Barbarossahalle in Kaiserslautern fast exakt 24 Stunden später zum ersten Gruppenspiel gegen den SSC Landstuhl erneut auf der Platte. Ebenfalls erfolgreich: Mit 4:0 ließ man dem A-Ligisten aus dem Kreis Kusel-Kaiserslautern wenig Chancen. Im Anschluss kassierten die 46er überraschend eine 0:2-Pleite im Duell mit der TSG Gau-Bickelheim, wodurch sie in der finalen Partie der Gruppenphase gegen die TuS Winzenheim aus der Bezirksliga Nahe unter Zugzwang gerieten. Doch die TSGler behielten kühlen Kopf und gewannen die entscheidende Begegnung mit 3:0.
„Die Südwestmeisterschaft hat Pokal-Charakter und ist ein Bonus-Event“
Tiefstehende, auf Konter lauernde Gegner warteten mit der SG Meisenheim und der SG Weinsheim auf die Mainzer, die einen kreativen, spielerischen Ansatz präferieren, auch im Halbfinale (3:2-Erfolg nach 0:1-Rückstand) und Finale (3:5-Niederlage nach Sechsmeterschießen, später 1:1-Ausgleich mit Flying Goalkeeper). Dort mussten die 46er nach einer kurzfristigen Absage vor Turnierbeginn und einem Ausfall im Verlauf der Meisterschaft mit der dünnsten Personaldecke („nur zwei Wechsler”) ins Rennen gehen. „Das macht sich bei aller Qualität hintenraus trotzdem bemerkbar und bestimmt die Intensität, die man gehen kann. Meisenheim und Weinsheim hatten eine volle Bank”, begründete Wölfelschneider die schwindenden Kräfte seiner Schützlinge.
Nichtsdestotrotz seien die TSGler seiner Ansicht nach in Ballbesitz das beste und strukturierteste Team gewesen, allerdings hätten sie es verpasst, ausreichend Torchancen zu kreieren. „Insgesamt bin ich mit meiner Truppe, die nicht in Bestbesetzung angetreten ist, zufrieden. Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Ligabetrieb und gegebenenfalls der Bundesliga-Relegation. Die Südwestmeisterschaft hat Pokal-Charakter und ist ein Bonus-Event“, ordnete der TSG-Trainer das Turnier, das im Vergleich zur Futsal-Hessenliga (2 x 20 Minuten Nettospielzeit) pro Partie eine deutlich kürzere Spielzeit aufweist und somit andere Spielabläufe impliziert, ein. „Für mich gab es zwei Sieger des Turniers. Ich gönne es der SG Weinsheim und Trainer Andy Baumgartner von Herzen. Gratulation für das, was er in Weinsheim aufgebaut hat, und wie viel Herzblut dadrin steckt”, zeigte sich Wölfelschneider als fairer Verlierer.

Top Organisation trotz kurzfristiger Absagen
„Ein deutlicher Schritt nach vorne – auch hinsichtlich der Spielqualität”, Wölfelschneider über die Organisation des Turniers, bei dem wieder die Futsal-Regeln Anwendung fanden, was auch von den anderen Teams befürwortet wurde. Neben der Meisterschaft fanden zudem weitere Side-Events (u.a. Präsentation der Mannschaften, Flugball-Torschuss-Challenge mit einem Vertreter pro Team, etc.) statt, die das Programm abrundeten. „Es war ein top organisiertes Event und der Verband hat es sehr gut gelöst”, der TSG-Coach mit Verweis auf die kurzfristigen Absagen der TuS Neuhausen (Krankheitswelle) und des FC Schmittweiler/Callbach (Trainingslager) weiter. Dadurch schrumpfte das Teilnehmerfeld – bestehend aus sieben Qualifikanten aus den Vorturnieren und der TSG 1846 Mainz als einzige Futsal-Mannschaft des SWFV - auf nur insgesamt acht Mannschaften, die zunächst in zwei Vierer-Gruppen bei einer Netto-Spielzeit von acht Minuten im Modus Jeder-gegen-jeden antraten. „Das Turnier sollte jetzt nicht unter dem Deckmantel dieser Absagen stehen, weil es vor Ort eigentlich keinen interessiert hat”, ergänzte Wölfelschneider.
Individuelle Leistungen werden belohnt
Erfreulich aus Mainzer Sicht: Ruan Edimundo Cavalcanti da Costa Lassakoski wurde interaktiv per Online-Abstimmung durch die Spieler und Zuschauenden zum besten Spieler des Turniers gewählt. Baturay Özen von der TSG Gau-Bickelheim kürte sich mit vier Toren zum besten Torschützen, wohingegen Corin Gätcke von der SG Meisenheim als bester Torhüter ausgezeichnet wurde.