2026-05-15T09:36:57.455Z

Allgemeines

TSG 1846 Mainz: Entwicklung statt Ergebnis

Mainzer Futsaler holen in der Bundesliga-Relegation keinen Punkt, aber für Trainer Christian Wölfelschneider steht die Entwicklung an erster Stelle 

von Thomas Mirkes · Heute, 11:30 Uhr · 0 Leser
Die Futsaler der TSG 1846 Mainz (in blau-weißen Trikots) begrüßten vor dem letzten Spiel der Relegation nicht nur die Schiedsrichter, sondern auch den Gegner YB Balkan Pfarrkirchen.
Die Futsaler der TSG 1846 Mainz (in blau-weißen Trikots) begrüßten vor dem letzten Spiel der Relegation nicht nur die Schiedsrichter, sondern auch den Gegner YB Balkan Pfarrkirchen. – Foto: Mykhailo Lozovyi

MAINZ. Die Relegation zur Futsal-Bundesliga verlief für die Mainzer Futsaler ergebnistechnisch definitiv nicht zufriedenstellend: Aus vier Partien fuhr die TSG 1846 Mainz keinen einzigen Zähler ein. Die Konkurrenz um YB Balkan Pfarrkirchen sowie Blumenstadt United war noch zu groß für die mit jungen Spielern bestückte Mannschaft von Trainer Christian Wölfelschneider, der bewusst auf Entwicklung statt Ergebnis setzt, um Mainz nachhaltig deutschlandweit als Futsal-Standort zu etablieren.

Kontinuierliche Entwicklung während der Saison und in der Relegation

Knappe Heimniederlagen, deutlichere Auswärtspleiten. So könne eine kurze Zusammenfassung der Relegation zur Bundesliga für die 46er lauten, wenn man die bloßen Ergebnisse betrachtet. Doch das wäre ein Fazit, das der differenzierten Ansicht von Trainer Christian Wölfelschneider keineswegs gerecht werde. „Im ersten Spiel mussten wir uns an die Intensität und das Niveau der Relegation gewöhnen. Blumenstadt war auch deutlich stärker als erwartet, weil zwei Langzeitverletzte, zwei absolute Leistungsträger, genau zur Relegation wieder zurückgekommen sind, sodass unsere Videoanalyse am Anfang wenig gefruchtet hat. Trotzdem hatten wir ein enges Ergebnis”, resümierte Wölfelschneider den 2:3-Auftakt vor heimischem Publikum gegen Blumenstadt United.

Es folgten das Hinspiel auswärts gegen YB Balkan Pfarrkirchen (2:9-Pleite; „Von neun Dingern haben wir sechs durch individuelle Fehler gefressen”) und das Rückspiel in Erfurt (2:6-Niederlage), wo die TSGler unglückliche Schiedsrichterentscheidungen hätten hinnehmen müssen. Auf Video seien drei klare Handspiele zu erkennen gewesen. „Das soll jetzt nicht ausschlaggebend sein. Wir haben uns deutlich mehr Chancen als im Hinspiel kreiert, aber auch einfach den Anschluss nicht hinbekommen und am Ende hat Blumenstadt auch verdient gewonnen”, fasste der Coach der 46er zusammen.

TSG-Trainer Christian Wölfelschneider (unten rechts) verfolgt mit seinem jungen Team ambitionierte Ziele. In der kommenden Saison möchte er wieder in der Relegation angreifen.
TSG-Trainer Christian Wölfelschneider (unten rechts) verfolgt mit seinem jungen Team ambitionierte Ziele. In der kommenden Saison möchte er wieder in der Relegation angreifen. – Foto: Mykhailo Lozovyi

„Im letzten Spiel haben wir unsere beste Partie abgeliefert”, befand Wölfelschneider, der in der ersten Halbzeit zwei Pfostenschüsse und eine Klärungsaktion der Young Boys auf der Linie dokumentierte. Auch im zweiten Durchgang hatten die Mainzer noch einen Latten- sowie Pfostentreffer zu verzeichnen. „Da müssen wir einen Punkt mitnehmen. Pfarrkirchen war stehend k. o.”, so der TSG-Trainer weiter, der seinem Team eine kontinuierliche Entwicklung vom Saisonbeginn an sowie vor allem auch in der Relegation bescheinigte und daher ein „großes Kompliment an die Mannschaft” richtete. Was Einstellung, Einsatz und Mindset betreffe, hätten sich seine Schützlinge super geschlagen. Während der gesamten Relegation habe er – bis auf die abschließende Begegnung gegen Pfarrkirchen („verletzungsbedingter Ausfall und zwei familiär und krankheitsbedingt verhinderte Spieler”) - auf die volle Kaderstärke zurückgreifen können, was die Truppe enorm zusammengeschweißt habe und Vorfreude auf die kommende Runde mache.

Konstanter Kader und ambitionierte Ziele

„Ein Großteil der Spieler macht weiter und wird teilweise den Fokus noch mehr auf den Futsal legen. Echt eine gute Basis für nächste Saison”, berichtet Wölfelschneider, „wir haben nach dem Umbruch im letzten Jahr wieder einen sehr guten Kader und die Jungs haben vor allem Bock, jetzt die nächsten Schritte zu gehen. Dementsprechend ist unser Ziel im nächsten Jahr, in der Hessenliga alles zu gewinnen und Meister zu werden.” Bisher seien erst vier Abgänge bekannt und durch Probetrainingseinheiten im Juni sollen auch neue Akteure an Land gezogen werden. Wölfelschneider und Co-Trainer Marcus Nungesser seien nach zwölf Jahren in der Futsal-Abteilung immer noch nicht satt: „Wir freuen uns, dass wir mit einem guten Grundgerüst und insbesondere vielen jungen Spielern, die integriert worden und auch in der Relegation auf Spielzeit gekommen sind, sehr positiv auf die kommende Saison blicken können.” Doch zwischen Sichtungen und neuer Spielzeit stehen für einige 46er noch echte Highlights ins Haus. Am 13. und 14. Juni steht die Deutsche Hochschulmeisterschaft an und Mitte Juli geht es nach Salerno zur Europäischen Hochschulmeisterschaft. Sicherlich unvergessliche Erfahrungen, die die jungen Mainzer Futsaler bereichern und für zukünftige Ambitionen wappnen werden.

Wer in die Futsal-Bundesliga aufsteigt, entscheidet sich am kommenden Sonntag (17.05.2026, 15:00 Uhr) im Rückspiel zwischen Blumenstadt United und YB Balkan Pfarrkirchen.