2026-05-15T09:36:57.455Z

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TSF Bracht: Seit 125 Jahren sportlich unterwegs

Die Turn- und Sportfreunde Bracht gibt es schon seit 125 Jahren. Wie sich der Verein in all der Zeit entwickelt hat und wie das Jubiläum gefeiert wird.

von RP / Birgit Sroka · Heute, 18:00 Uhr · 0 Leser
Die TSF Bracht feiern großes Jubiläum.
Die TSF Bracht feiern großes Jubiläum. – Foto: Michael Locke

Die Turn- und Sportfreunde Bracht feiern am Samstag, 30. Mai, ihr 125-jähriges Bestehen. Gefeiert wird mit einem großen Familien- und Fußballfest. Der Höhepunkt im Dohlen Park ist das Jubiläumsspiel der TSF-Legenden, die auf die Weisweiler-Elf treffen, die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach. Erstmals wird dabei auch der langjährige Publikumsliebling Patrick Herrmann für die Weisweiler-Elf auflaufen. Ab 13 Uhr erwartet zudem die ganze Familie ein buntes Programm mit Unterhaltung und kulinarischen Angeboten. Der Vorverkauf läuft bereits. Tickets für zehn Euro sind unter anderem im Vereinsheim Balla-Balla erhältlich.

Am 21. Juli 1901 fanden sich 19 sportbegeisterte Brachter in der Wirtschaft Optenplatz ein. Der Turnverein Germania wurde gegründet. Das war der Beginn der langen Geschichte der TSF Bracht. Am 7. Januar 1920 schloss sich Germania mit dem Fußballclub Viktoria zum neuen Turn- und Spielverein zusammen. Diese Vereinigung brach im Jahr 1933 auseinander. Am 1. März 1950 kamen Fußballer und Turner erneut zusammen. Seither trägt der Verein den Namen Turn- und Sportfreunde 1901/1920 Bracht. Diese Fusion hat bis zum heutigen Tage Bestand. In der Zeit hat sich jedoch eine Menge getan, denn das Vereinsleben hat sich verändert und auch das Angebot ist riesig geworden.

Aktuell hat der Verein 1200 Mitglieder. Es gibt nie genug Trainer, weil immer mal jemand krank ist oder Urlaub hat. Manch einer hört auch auf. Auch Übungsleiter werden dringend gesucht. Dennoch bietet der Verein ein umfangreiches Sportangebot, wo sich jeder wiederfinden kann. „Die Gruppendynamik hat sich in all den Jahren enorm verändert. Vom Turn- und Fußballverein hin zum Breitensport. Angeboten werden Kinder-Turnen, Tanzen, Rehasport, Gesundheitssport wie Pilates. Es gibt Leichtathletik, Taekwondo, Volleyball, Fußball in allen Altersstrukturen, die Gruppe „Babys in Bewegung“ und eine Walking-Football-Gruppe ist im Aufbau. „Die Gruppe wird nach dem Jubiläum starten“, informieren Vorstandsmitglied Stefanie Wiesner und der Erste Vorsitzende Andreas Bist.

Um den Helfer- und Trainer-Nachwuchs auch in den Verein zu bekommen, gibt es eine Kooperation mit der Gesamtschule Brüggen und mit der Realschule Waldniel. Ab 14 Jahren können Schüler dort eine AG besuchen und dabei eine Sporthelfer-1-Ausbildung machen. Verbunden ist damit eine Hospitation im Verein. Die Sporthelfer-2-Qualifikation kann über den TSF bezogen werden, wenn der- oder diejenige eine bestimmte Zeit für den TSF tätig ist. „Das sind die Vorstufen zum Übungsleiter“, sagt Wiesner.

Die Eltern seien sehr dankbar für die Betreuung der Kinder in der Freizeit und nehmen so die Angebote der TSF gerne an. „Die Bereitschaft, den Verein mit helfenden Händen zu unterstützen, ist im Laufe des Jahrhunderts leider gesunken. Und jeder Verein kann nur mit vielen helfenden Händen die Arbeit erledigen“, sagt Bist. Darum sei der Verein dankbar und stolz auf alle Ehrenamtler, Eltern und Freunde, die ihre Zeit dem TSF widmen.

500 Erwachsene aktiv

Aktiv sind rund 500 Erwachsene im Verein, der Rest sind Kinder und Jugendliche. „Die Jugendlichen sind meist erst dann weg, wenn eine Ausbildung oder ein Studium ansteht oder später hier keinen Wohnraum gefunden wird“, erklärt Wiesner. „Die Verbindung zum Verein, wenn die Jugendlichen von klein auf dabei sind, ist schon gegeben. Viele kommen etwa durch die Gesundheitssportangebote später auch wieder zurück in den Verein. Die Resonanz der Mitglieder ist, dass die Mitgliedschaft günstiger ist, als ein Fitnessstudio und die Gemeinschaft wird sehr geschätzt. Auch Zugezogene und Neubürger suchen die Gemeinschaft im Verein, um Menschen kennenzulernen. Schnell entsteht über eine Mitgliedschaft eines Kindes dann auch die Mitgliedschaft der Erwachsenen“, ergänzt Bist.

Früher sei die Gemeinschaft in den Orten ganz anders gewesen, jeder kannte jeden und ging automatisch in den Verein, weil alle dabei waren. Wer sich die Chronik, die zum 100. Jubiläum erstellt wurde, anschauen möchte, kann sich an den Verein wenden.

Wer sich mit einem aktiven Posten im Vorstand der TSF Bracht einbringt, weiß, dass dies nicht nur für wenige Jahre sein wird. Der Verein ist im Wandel, man könne nicht mehr an alten Dingen festhalten. Die Anforderungen und Auflagen seien gestiegen, die Ehrenamtler würden immer mehr belastet. „Jeder ist hier mit Herzblut dabei, sonst würde das alles nicht funktionieren. Finanzielle Unterstützung ist dringend notwendig, ohne die Gemeinde und Sponsoren könnte hier einiges nicht mehr bewerkstelligt werden“, sagt Bist. „Unser Ziel ist es, beim 150-Jährigen sagen zu können, dass der eingeschlagene Weg richtig war.“

INFO: Weitere Aktionen zum Jubiläum

Weiter gehen die Feierlichkeiten zum Jubiläum mit einem Familiensportfest am 11. Juli. Ab 10 Uhr wird im Dohlenpark in Bracht ein Abenteuerparcours mit acht Stationen für Kinder ab acht Jahren bis hin zu Junggebliebenen bis 88 Jahren aufgebaut. Dabei geht es um Geschicklichkeit, Mut und Ausdauer. Außerdem können Kinder ab vier Jahren ein Fußballabzeichen ablegen. Es gibt Geschicklichkeitsspiele für jedermann. Die Tanzgruppen des TSF zeigen ab 14 Uhr mit den Tanzkids und der Showdance-Truppe der Erwachsenen ihr Können, es gibt eine Preisverleihung „Dohle“ sowie Fußball-Ehrungen ab 14.30 Uhr.