
Lorenz Knöferl schoss beide Tore für den TSV Dachau 1865. Die Mannschaft spielte in Unterzahl nach der Roten Karte für Keeper Marco Jakob.
Dachau – Mit einer Top-Vorstellung vorwiegend in der zweiten Halbzeit hat der TSV Dachau 1865 sein Heimspiel in der Fußball-Landesliga-Südwest gegen den starken Tabellenzeiten VfB Durach mit 2:1 gewonnen. Für die Tore sorgte mal wieder Lorenz Knöferl.
Zwei Faktoren waren für den Erfolg ausschlaggebend. Ein Lorenz Knöferl, der absolut „on fire“ war und seine Führungsqualitäten zeigte. Und die überragende Leistung der ganzen Mannschaft. Mit 41 Punkten steht der TSV nun auf Platz acht. Und der Fan fragt sich: Was wäre in dieser Saison möglich gewesen, wenn das Team solche Leistungen wie in den vergangenen Wochen von Beginn an gezeigt hätte?!
Vor dem Spiel und während der Partie musste der Gastgeber allerdings zwei Hiobsbotschaften verkraften. Zum einen zog sich Sebastian Löser beim Aufwärmen eine Oberschenkelverletzung zu und musste passen. Und zum anderen erhielt Keeper Marco Jakob in der 45. Minute eine absolut berechtigte Rote Karte.
Doch beides steckte die Mannschaft von Trainer Christian Doll weg. „Wir haben eine schlechte erste Halbzeit gespielt, doch die zweite war einfach top. Wir hatten nichts zu verlieren, und die Mannschaft zeigte in Unterzahl, welche Mentalität, Einstellung und Leidenschaft vorhanden ist“, so der Coach nach dem Schlusspfiff.

Das Spiel begann rasant, beide Teams gingen sofort auf die Torejagd. Dachau hatte die erste Möglichkeit in der 28. Minute durch Torjäger John Haist, der seit der Partie am 7. März in Oberweikertshofen nicht mehr getroffen hat. Kurios: Seit Haist von den Gegnern teilweise von zwei Gegenspielern zugedeckt wird, läuft es bei der Doll-Elf in der Offensive prächtig.
Nach Haists Möglichkeit kamen die Gäste so richtig in Fahrt. Patrick Littig knallte den Ball aus 20 Metern an die Latte und Nicolas Leibrands Schuss in der 33. Minute kratzte Niklaus Grotz gerade noch von der Linie. Tim Seefried erzielte für Durach in der 38. Minute aus leicht abseitsverdächtiger Position von halbrechts das 1:0. Fast mit dem Halbzeitpfiff dann erhielt Jakob nach einem Foul an Moritz Stadelmann knapp außerhalb des Strafraums den Feldverweis. An seiner Stelle ging Valentin Kriegel in den Kasten, und Antonios Masmanidis musste für ihn seinen Platz räumen.
Durach machte nach dem Wechsel den Fehler, das 1:0 über die Zeit bringen zu wollen. Denn die Dachauer spielten nun trotz Unterzahl groß auf. Der fehlende Spieler war ihnen nicht anzumerken. Die Gäste hatten nur noch eine einzige Torchance in der 80. Minute. Dieses Mal war es der eingewechselte Ivan Ivankovic der den Schuss von der Linie schlug.
Dann wurden die Knöferl-Festspiele eröffnet. Das 1:1 machte er mit einem Traumtor, als er über die linke Seite kam und aus 16 Metern flach abzog. Die Kugel sauste unwiderstehlich ins lange Eck. Als Knöferl in der 81. Minute nach einem Foul der Duracher im Mittelfeld blitzschnell schaltete, als Schiedsrichter Mario Kraljic auf Vorteil entschied, das 2:1 aus 12 Metern machte und die Allgäuer damit ins Tal der Tränen schoss, gab es bei den Dachauern kein Halten mehr. Pikant: Der Duracher Marcel Thiel entging einer Roten Karte. Denn sein Foul war eine Notbremse. Referee Kraljic stufte das Vergehen jedoch wegen des Tors auf eine Gelbe Karte zurück. Auch die Gelb-Rote Karte für Haist in der 94. Minute änderte nichts mehr am Sieg des TSV Dachau 1865.