
Der TuS Geretsried stand gegen Schalding-Heining 75 Minuten in Überzahl auf dem Platz. Trotzdem reichte es nicht zum Sieg. Trainer Dittmann widerspricht der Kritik vehement.
Zu statisch in der Spielanlage, zu behäbig, ungenaue Hereingaben von der Außenbahn, keine echten Chancen, vor allem in der ersten Halbzeit – und dass trotz Überzahl ab der 15. Minute. Diese Analyse, mit der Moderator Martin Lechner in der Pressekonferenz Daniel Dittmann konfrontierte, mochte der TuS-Trainer nicht auf sich und seinem Team sitzen lassen. Er konterte mit einer „inhaltlichen Breitseite“ und zählte für die ersten 45 Minuten „vier Großchancen über Außen“ auf (darunter einen Lattentreffer von Daniel Krebs) sowie mehr oder weniger knapp vergebene Gelegenheiten durch Srdan Ivkovic und Keita Kawai. „Zu statisch, keine Chancen – das kann ich nicht unterschreiben“, stellte Dittmann fest. Allerdings musste er eingestehen: „Ein Tor haben wir leider nicht gemacht.“ So endete das Heimspiel gegen den SV Schalding-Heining mit einer 0:1-Niederlage.
Als Schiedsrichter Maximilian Dadder den Schaldinger Manuel Mörtlbauer in der 14. Minute wegen eines Fouls an Ivkovic von der weiteren Spielteilnahme ausschloss, schienen die Gastgeber alle Trümpfe in der Hand zu haben. Aber sie spielten sie nicht geschickt genug aus. Stattdessen lagen eine Viertelstunde später die Gäste aus Niederbayern plötzlich vorn: Nach einem leichten Geretsrieder Ballverlust trat SV-Kapitän Fabian Schnabel das Spielgerät aus gut 50 Metern über den weit aufgerückten TuS-Torhüter Cedomir Radic hinweg zum 0:1 ins Netz. Es blieb für lange Zeit die einzige erwähnenswerte Torchance für die verbliebenen Zehn von Stefan Köck. „Die rote Karte ändert das Spiel natürlich komplett“, erklärte der SV-Coach. „Aber wir haben es mit hoher Disziplin Geretsried maximal schwer gemacht.“
Der TuS erspielte sich in Überzahl zwar optisch ein Übergewicht, aber wirklich zwingend wirkten die Angriffsbemühungen nicht, trotz des Krebs-Volleys ans Lattenkreuz. Dieser Eindruck verstärkte sich zu Beginn des zweiten Durchgangs, zumal auch die Körpersprache der Gastgeber nach misslungenen Aktionen nicht eben Anlass zu Optimismus gab. Belmin Idrizovic, der nach der Pause ins Spiel gekommen war, trat den Ball nach einer guten Stunde aus zentraler Position über die Latte. Dittmann reagierte, brachte mit Kaan Aygün und Veron Fejzullahi zwei weitere Offensivkräfte – und konnte durchatmen, als auf der Gegenseite Patrick Drofa den Ball aus vollem Lauf übers Tor hämmerte.
Dann gesellte sich das Glück als elfter Mann zu den Gästen: Ein Freistoßpfund von der Sechzehnmeterlinie lenkte Drofa mit dem Kopf zur Ecke (77.), den Eckball setzte Hofherr mit dem Kopf an den Pfosten. Drei Minuten später zielte Aygün aus vollem Lauf genau auf SV-Torhüter Marius Herzig. Auf der Gegenseite vereitelte Radic zwei Mal gegen Drofa den endgültigen K.o. Diesen hätte Ivkovic in der Nachspielzeit verhindern können, wenn er nach Zuspiel von Fejzullahi aus vier Metern ins Tor statt drüber geschossen hätte. So reichte es am Ende trotz zahlreicher guter Gelegenheiten nicht zu einem Punktgewinn. Woran es gelegen haben könnte, lässt sich für die Gastgeber aus dem Fazit von SV-Coach Köck schlussfolgern: „Einsatzbereitschaft und Moral haben heute das Spiel entschieden.“