
Der SV Hohenfurch führt die Kreisklasse 4 an. Doch Offensivspieler Samuel Fischer wechselt zur SpVgg Kaufbeuren. Nun drohen schwere Auswärtsspiele.
Christopher Resch macht sich nichts vor. „Zu einem Aufstieg gehört viel dazu“, redet der Trainer des SV Hohenfurch Klartext. Obwohl seine Mannschaft über die Winterpause Tabellenplatz eins in der Kreisklasse 4 belegt, bleibt er zurückhaltend, was die eigene Zielvorstellung betrifft. „Wir wollen schon ein bisschen was erreichen“, räumt er ein. Aber das wollen die fünf weiteren Teams auch, die sich wie seine Kicker noch berechtigte Aussichten auf eine Beförderung in der Kreisliga machen.
Mit 31 Punkten führt der SVH zwar das Feld an, doch es folgt gleichauf der SV Prittriching (31), der SV Igling (30) und der MTV Dießen (28) befinden sich knapp dahinter in Lauerstellung. Gute Karten halten aber auch noch der FC Weil (28) und der FC Issing (26) in der Hand, die beide wie Dießen eine Partie weniger als das Spitzentrio absolviert haben. Da muss schon alles passen, um im Mai ganz vorn zu stehen. „Die Frage ist, wer bleibt oben dran“, ist sich Resch bewusst, dass im Frühjahr noch kräftig selektiert werden wird.
Zumindest einen Faktor gibt es beim aktuellen Branchenprimus, der sich im Frühjahr als Malus herausstellen könnte. Samuel Fischer hat den Verein verlassen und versucht sein Glück beim schwäbischen Bezirksligisten SpVgg Kaufbeuren. „Er möchte es höher probieren“, kann der Coach dessen Motive nachvollziehen. Die Qualitäten des Offensivspielers werden ihm trotzdem fehlen. Fischer ist ein ausgewiesener Spezialist für Standards jeglicher Art. Zehnmal hat er in dieser Saison schon getroffen und damit die zweitmeisten Tore nach Nico Schönfelder für den Spitzenreiter erzielt, der ein Dutzend Mal einnetzte.
Resch ist jedoch optimistisch, dass sich Fischers Verlust kompensieren lässt. „Wir können das als Mannschaft schon auffangen“, ist er überzeugt. Dafür spricht, dass der Zusammenhalt in Hohenfurch von jeher groß ist und das Team vier Rekonvaleszenten zurückbekommt, auf die es lange verzichten musste. Ein Jahr nach seinem Kreuzbandriss fängt Josef Hollerbach wieder mit dem Fußballspielen an. Auch Nico Bayer, der sich bereits zum zweiten Mal das Schlüsselbein gebrochen hatte, steht dem Trainer wieder zur Verfügung. Mit Nico Prinzing, der seine muskulären Probleme auskuriert hat, erhält Resch einen dritten Mittelfeldspieler mit großem Potenzial zurück. Vierter Rückkehrer ist Peter Schröfele, dessen gerissene Außenbänder wieder zusammengewachsen sind. Mit ihm gewinnt das Team einen gestandenen Verteidiger. „Wir müssen schauen, dass wir die Jungs langsam aufbauen“, mahnt Resch jedoch, nichts zu überstürzen. Das Quartett wird sicherlich eine gewisse Anlaufzeit brauchen, bis es zu alter Stärke zurückfindet.
Da seine Mannschaft erst am 22. März den Spielbetrieb wieder aufnimmt, bleibt noch Zeit, um sich in Form zu bringen. Dann kommt es jedoch gleich knüppeldick für den Klassenprimus. Mit dem Ranglistensechsten FC Issing und dem SV Igling (3.) warten gleich zwei schwere Auswärtsaufgaben auf den Tabellenführer. Zu Hause steht zunächst das Derby gegen die Reserve des TSV Peiting (13.) an, bevor der TSV Finning (9.) seine Aufwartung macht. „Gegen die vermeintlich schwächeren Teams muss man vorsichtig sein“, warnt Resch seine Kicker.
Viele Punkte eingebüßt hat sein Team in dieser Saison vor allem gegen die Konkurrenz aus dem Mittelfeld der Tabelle. Gegen die SG Lechsee (7.) ließ seine Mannschaft gleich sechs Zähler liegen, gegen den FC Hofstetten (12.) waren es drei und beim TSV Hohenpeißenberg (8.) zwei. Solche Fehltritte sollte der SV Hohenfurch in Zukunft vermeiden. Denn in diesem Frühling gehören viele und vieles dazu, um am Ende den Aufstieg zu schaffen.