Trotz Mini-Kader: Schierling spielt ausgezeichnete Rolle
Die Labertaler hatten vor der Saison schwerwiegende Abgänge, mischen aber erneut ganz vorne mit
von Thomas Seidl · 20.10.2025, 12:15 Uhr · 0 Leser
Der TV Schierling hat die Vorrunde auf einen ausgezeichneten dritten Rang abgeschlossen – Foto: Alfred BrumbauerNach dem Abgang der beiden Top-Spieler David Löffler und Daniel Zormeier, die beide in der Sommer-Wechselperiode zum Regionalligisten SpVgg Hankofen-Hailing gewechselt sind, dem verletzungsbedingten Karriereende des früheren Junioren-Bayernauswahlspielers Dion Galuschko sowie eine Reihe von Langzeitausfällen gehörte der TV Schierling vor dieser Saison nicht zu den heißesten Aufstiegskandidaten in der Bezirksliga West. In der ersten Saisonhälfte wusste der amtierende Vizemeister aber vollauf zu überzeugen und hat als Tabellendritter nur einen Zähler Rückstand zum derzeitigen Leader FC Ergolding.
"Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass es so gut läuft. Wir haben mit David und Daniel viel Qualität verloren und unser Kader ist im Laufe der Vorrunde immer mehr zusammengeschrumpft. Mit 13, 14 Mann über die Runden kommen zu müssen, ist ein Drahtseilakt", berichtet Schierlings Coach Dominik Salzberger, der ein Extra-Lob für sein Gefolge parat hat: "Ich habe noch nie eine Mannschaft erlebt, die so einen extremen Zusammenhalt hat. Die Jungs sind eine große Freundes-Clique und das macht sich auf dem Platz sehr positiv bemerkbar. Es wird richtig angeschoben und unsere Mentalität ist top. Bestes Beispiel war letzte Woche der Auswärtssieg beim Meisterschaftsfavoriten Türk Gücü Straubing. Trotz eines 0:2-Rückstands wurde das Spiel mit einer grandiosen Willensleistung gedreht und am Ende durften wir uns über einen tollen 3:2-Sieg freuen. Zudem hat die gesamte Truppe in ihrer fußballerischen Entwicklung nochmal einen Schritt nach vorne gemacht."
Dominik Salzberger (li.) kann mit der Entwicklung seiner Mannschaft sehr zufrieden sein – Foto: Erhard Zettl
Kesse Sprüche gibt es von Salzberger, der inzwischen seit vier Jahren auf der Kommandobrücke der Rot-Weißen steht, allerdings nicht zu hören: "Favoriten sind nach wie vor andere. Wir haben einen sehr guten Kern und wenn wir einigermaßen komplett sind, brauchen wir uns vor keiner Mannschaft zu verstecken. Sollten uns aber beispielsweise zwei, drei Leistungsträger über einen längeren Zeitraum ausfallen, werden wir das nicht kompensieren können. Daher müssen wir wirklich die alte Floskel bedienen und von Spiel zu Spiel schauen." Ob es im Winter personelle Nachbesserungen gibt, lässt der 33-jährige Übungsleiter offen: "Natürlich halten wir Augen und Ohren offen. Aber im Winter jemanden zu bekommen, ist bekanntlich sehr schwierig, da der abgebende Verein auch mitspielen muss."
In den verbleibenden vier Matches vor der Winterpause wollen Massinger, Diermeier & Co. noch fleißig Punkte sammeln, um vielleicht sogar bis zum Schluss um die ersten beiden Ränge mitspielen zu können. "Wir wollen uns eine gute Ausgangsposition für die Frühjahrsrunde verschaffen und müssen dementsprechend nochmal alle Kräfte mobilisieren", betont Dominik Salzberger.