
Zum Jubeln war den Spielern des Bezirksligaabsteigers in der nahezu abgelaufenen Saison auf dem Platz eher selten zumute. Doch am Samstagabend schnellte der Geräuschpegel im Sportheim doch enorm in die Höhe. Trainer Lulzim Kuqi hatte die Wahlen der Fußballabteilungsleitung ohne Gegenstimme gewonnen und nahm danach die Gratulationen seines Vorgängers Helmut Forster und des Teams entgegen. Zuvor drohte die Stimmung jedoch zu kippen, weil einige Mitglieder die Entlastung des scheidenden Vorstands verweigerten.
Forster zog in seinem Rechenschaftsbericht zunächst ein ernüchterndes Saisonfazit. „Wir konnten heuer die Abgänge nicht mit Spielern aus den unteren Ligen kompensieren“, bedauert er. Dass die Zweite sogar vom Spielbetrieb abgemeldet werden musste, tue ihm sportlich und menschlich weh. Da zudem einige Sponsoren abgesprungen sind, seien finanzielle Engpässe entstanden. Dazu nahmen Gesamtvereinsvorsitzender Manfred Fleischer und die scheidende Schriftführerin Swantje Suthmann Stellung. Letztere stellte fest, dass sich in den vergangenen Jahren viele ehrenamtliche Helfer zurückgezogen haben. Dadurch fehlte oft Personal an der Kasse oder am Getränke- und Essensstand. Die Einnahmen aus Eintrittsgeldern blieben aufgrund des sportlichen Misserfolgs überschaubar, zumal manch‘ Fan sich die Spiele kostenlos von der Terrasse des Sportheims anschaute.
Suthmann versuchte, an vielen Stellen auszuhelfen, zog nun aber die Reißleine. „Ich habe in dem Verein alles gemacht und kam mir vor wie die eierlegende Wollmilchsau“, berichtete sie. Neben Gastronomie, Wäsche, Kasse, Ordnungsdienst verschickte Suthmann nebenbei auch die Online-Spielberichte an den BFV. „Ich wünsche meinen Nachfolgern viel Erfolg und gute Nerven“, verabschiedete sie sich.
Fleischer sprach indes von geordneten finanziellen Verhältnissen. BCF-Ehrenvorsitzender Toni Gamperl und andere Mitglieder erkundigten sich dennoch, ob es offene Rechnungen gebe. „Die werden wir demnächst überweisen“, versprachen Forster und Fleischer unisono. Fünf BCF-Mitgliedern reichte das nicht. Sie verweigerten die Entlastung des Vorstands. „Wenn wir keine Entlastung machen, gibt‘s keine Neuwahlen, und der Verein versinkt im Chaos“, warnte Fleischer. Letztlich entschied sich eine Mehrheit für diesen Schritt. Die anschließende geheime Wahl ging zügig vonstatten. Einstimmig entschieden sich 34 Mitglieder für den neuen Vorstand. Gegenkandidaten gab es keine. Demnach wird Abteilungsleiter Kuqi vom 2. Vorsitzenden Tino Klinkmüller, Kassier Paul Müller und Schriftführer Alexander Hennig unterstützt.
„Ich möchte jetzt nach vorne schauen und viel bewegen“, versichert Kuqi. Wie angekündigt will der 45-Jährige in einem zehnköpfigen Team wichtige Themen wie Jugendarbeit, Sponsorensuche und Technische Leitung anpacken. Der Wiederaufbau soll mit Leuten aus der Region und der besseren Nutzung einer „Top-Infrastruktur“ gelingen.