2026-01-20T07:14:11.657Z

Allgemeines
– Foto: Franziska Lindhorst/Verein

Trotz 3. Platz: „Selten überzeugende Leistungen gezeigt“

FuPa-Teamcheck: Der FSV Bernau ist mit 30 Punkten in der Landesliga Nord oben dabei, doch der sportliche Leiter Christian Gehrke

Der sportliche Leiter Christian Gehrke des FSV Bernau zieht im FuPa-Teamcheck ein offenes Zwischenfazit. Platz drei und 30 Punkte in der Landesliga Nord stehen zu Buche – doch hinter den Zahlen stecken viel Selbstkritik und klare Erwartungen.

Ehrliches Zwischenfazit zur Hinrunde
Der Blick auf die Tabelle stimmt zunächst positiv. „Ich denke wir haben gute Ergebnisse eingespielt und stehen mit 30 Punkten tabellarisch auch gut da“, sagt Christian Gehrke. Der sportliche Leiter verschweigt aber nicht die Kehrseite. „Allerdings haben wir selten überzeugende Leistungen gezeigt“, betont er. Zu oft habe sich der FSV Bernau auf Einzelaktionen verlassen müssen, denn „oft war individuelle Klasse einzelner Spieler entscheidend und ausschlaggebend“. Ein Fazit, das zwischen Zufriedenheit und Unruhe schwankt.

Stärke durch Breite und Qualität im Kader
Ein klares Plus sieht Gehrke in der personellen Aufstellung. „Wir haben einen großen Kader mit einer guten Qualitätsdichte – jeder Ausfall kann adäquat abgefangen und ersetzt werden“, erklärt er. Diese Tiefe gibt Sicherheit über eine lange Saison hinweg und ist aus Sicht der sportlichen Leitung ein wichtiger Baustein für die aktuelle Platzierung in der Spitzengruppe.

Defizite im Offensivspiel klar benannt
Trotz der stabilen Basis sieht Gehrke vor allem nach vorne noch erheblichen Entwicklungsbedarf. „Gerade in der Durchschlagskraft nach vorn und im herausspielen von Torchancen gibt es noch viel Luft nach oben“, sagt er deutlich. Der Anspruch ist hoch, die Erwartungen an das eigene Spiel ebenso – gerade mit Blick auf die zweite Saisonhälfte.

Sommerplanung bestätigt – Leistungspotenzial noch nicht ausgeschöpft
Die Kaderzusammenstellung aus dem Sommer bewertet der sportliche Leiter grundsätzlich positiv. „In diesem Jahr haben wir einen sehr guten Mix aus jung und alt und so gut wie jede Position doppelt besetzt“, so Gehrke. Zufriedenheit bedeutet für ihn jedoch keinen Stillstand. „Daher sind wir mit unserem aktuellen Kader schon zufrieden und sehen eher Potentiale bei den individuellen Leistungen der Spieler.“ Es gehe darum, das vorhandene Niveau konstanter auf den Platz zu bringen.

Knackpunkt Spiele gegen direkte Konkurrenten
Besonders emotional wird Gehrke beim Blick auf die direkten Duelle. „Das ist tatsächlich einer der Knackpunkte. Wir haben gegen unmittelbare Tabellennachbarn so gut wie nicht gepunktet“, sagt er. Diese Erkenntnis schmerzt, gehört aber zur Entwicklung. „Bestimmt ist das auch der Tatsache unseren jungen Durchschnittalters geschuldet, aber nur so steht man auch irgendwann mal ganz oben.“ Gleichzeitig formuliert er eine klare Perspektive: „Wir werden auf den Schlüsselpositionen auch mal Spieler mit höherklassiger Erfahrung benötigen.“

Einordnung der aktuellen Tabellensituation
Der Saisonverlauf entspricht grundsätzlich den eigenen Zielsetzungen. „Unser Ziel war es, von Beginn an am Saisonende zwischen Platz 1 und Platz 4 zu landen und da stehen wir aktuell“, erklärt Gehrke. Dennoch warnt er eindringlich vor trügerischer Sicherheit. „Allerdings kann man bei der Qualität anderer Mannschaft auch nicht verkennen, dass man schnell auch auf Platz 7 hätte stehen können - auch durch gewisse Abzüge von Punkten bei anderen Teams.“

Startschuss für die Wintervorbereitung
Die Pause ist kurz, der Fahrplan klar. „Die Mannschaft startet am 26.01. in die Vorbereitung“, sagt Gehrke. In der Wintervorbereitung testet der FSV Bernau „gegen folgende Teams – in dieser Reihenfolge: 1. Mannschaft Eintracht Mahlsdorf, 2. Mannschaft Eintracht Mahlsdorf, BFC Dynamo A-Jugend, Grün-Weiß Ahrensfelde, FV Erkner, Großziethen“. Eine intensive Phase, die den Grundstein für die Rückrunde legen soll.

Veränderungen im Kader zur Winterpause
Auch personell bleibt es nicht ruhig. „Uns verlassen Alexander Wuthe und Dennis Ulbrich“, bestätigt der sportliche Leiter. Zugleich kommen neue Impulse: „Neu dazu kommen Julian Schulz aus Buckow und Ümit Ejder aus Zepernick.“

Ambitioniertes Ziel der Mannschaft
Für die zweite Saisonhälfte ist die Marschroute klar formuliert. „Weniger der Verein als die Mannschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat Tabellenzweiter zu werden“, sagt Gehrke. Der Anspruch kommt aus dem Team selbst – und unterstreicht den eigenen Ehrgeiz.

Schlüssel für eine erfolgreiche Rückrunde
Entscheidend wird aus Sicht der sportlichen Leitung das Miteinander auf dem Platz sein. „Wir müssen als Mannschaft noch mehr zusammenwachsen- auf dem Platz - , füreinander fighten und sich gegenseitig positiv pushen“, fordert Gehrke. Dazu gehört auch ein reiferes Spielverständnis. „Auch mal geduldiger sein und einfache Dinge machen – lieber einmal mehr der sicheren Querpass als immer gleich den finalen tiefen Pass zu spielen.“

Tabellenlage zur Winterpause
Der FSV Bernau steht nach 15 Spielen mit 9 Siegen, 3 Unentschieden und 3 Niederlagen sowie einem Torverhältnis von 38:23 auf Rang drei der Landesliga Nord. Mit 30 Punkten ist das Team punktgleich mit dem Schönower SV 1928 auf Platz zwei, während der SV Viktoria Potsdam mit 43 Punkten die Tabelle anführt. Zudem gab es Ende November beim FSV Bernau den Rücktritt des bisherigen Trainers Tim Jauer.

Aufrufe: 021.1.2026, 09:00 Uhr
redAutor