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Tristesse beim Dorfklub: Pipinsried gibt alles aus der Hand

Bayernliga Süd

von Bruno Haelke · 11.05.2025, 10:10 Uhr · 0 Leser
Von wegen perfektes Zusammenspiel: Alex Lungwitz Nummer 13) und Mario Götzendörfer nach Spielschluss.
Von wegen perfektes Zusammenspiel: Alex Lungwitz Nummer 13) und Mario Götzendörfer nach Spielschluss. – Foto: Bruno Haelke

Durch eine 0:3-Pleite im Spitzenspiel beim SV Erlbach sind die Aufstiegschancen des Fußball-Bayernligisten FC Pipinsried auf ein Minimum gesunken.

Es war alles angerichtet, der FC Pipinsried hätte nur zugreifen müssen. Doch Pustekuchen: Der SV Erlbach gewann das Spitzenspiel der Fußball-Bayernliga Süd vor sage und schreibe 1702 zahlenden Zuschauern gegen den FC Pipinsried verdient mit 3:0. Keeper Max Engl sieht in der Nachspielzeit nach einem Gerangel den roten Karton.

Mit dem Sieg um Kampf um den Aufstieg hat sich Erlbach in der Tabelle an Pipinsried vorbeigeschoben. Beide haben 58 Punkte, doch der direkte Vergleich fällt nun zu Gunsten der Erlbacher aus.

Die Auswärtsschwäche im Jahr 2025 lässt die Aufstiegschancen des FC Pipinsried auf ein Minimum schmelzen. Von sechs Auswärtsspielen gewann der FCP nur gegen den Tabellenletzten aus Rain mit 4:0, und in Schalding langte es zu einem 1:1. Der Rest verlief nach dem Motto: außer Spesen nix gewesen. Mit vier Niederlagen in Unterhaching II, Kirchanschöring, Ismaning und nun auch in Erlbach haben die Pipinsrieder alle Trümpfe aus der Hand gegeben.

Mit einem Sieg hätte man zumindest die Aufstiegsrelegation sicher gehabt. Doch nach der 0:3-Pleite in Erlbach hat der FCP nichts mehr in der Hand. Nun ist der FCP am letzten Spieltag auf Hilfe angewiesen, wenn es noch etwas werden soll mit dem Aufstieg in die Regionalliga. Er muss aber in erster Linie seine Hausaufgabe gegen Kottern selbst erledigen.

Neuer Spitzenreiter ist der FC Memmingen nach dem Sieg gegen die SpVgg Unterhaching II. Pipinsried liegt nur noch auf Rang vier.

Die Rahmenbedingungen zum Top-Spiel konnten nicht besser sein. Ein toller Rasen, über 1700 Zuschauer in Erlbach, einen Motivationsfilm vor der Partie für die Mannschaft, eine prima Ausgangslage vor dem Spiel. Doch was der FCP bot, war einfach nur enttäuschend. Zu wenig Laufbereitschaft, keine Tiefenläufe, die Zwischenräume wurden nur selten besetzt, eine teilweise überforderte Defensive, Verunsicherung, fehlende Zielstrebigkeit.

Spielerisch sah es phasenweise gut aus, doch etwas Zählbares sprang dabei nicht heraus. Zwei zwingende Torchancen, eine durch Nico Karger in der ersten Halbzeit, ein Lattenschuss von Benedikt Lobenhofer in Abschnitt zwei, das war es. Der FCP wirkte planlos gegen die Spielweise des Gegners.

Im ganzen Spiel nur zwei gute Chancen

Unterstützt wurde das Pipinsrieder Team von zahlreichen Zuschauern, die mit einem Fanbus und Privat-Pkw die rund 300 Kilometer auf sich genommen hatten, um das Team zu unterstützen.

Gastgeber Errlbach spielte genau das, was man von ihm erwartet hatte: Unbändiger Einsatz, hohe Laufbereitschaft, einfaches Spiel – und die Defensive steht. Beim 1:0 (37.) traf Leonard Thiel mit einem strammen Schuss ins linke untere Eck. Zuvor hatte Nico Karger die Pipinsrieder Führung auf dem Fuß, doch er wurde im letzten Moment vom weit aus seinem Kasten geeilten SVE-Keeper Andreas Steer gebremst. Allerdings hatte bis dorthin der Gastgeber zahlreiche Einschussmöglichkeiten, die aber allesamt vom FCP-Keeper Max Engl zunichtegemacht wurden.

Die Entscheidung fiel per Doppelschlag in der 51. und 54. Minute. Zwei Mal sah die Pipinsrieder Defensive schlecht aus, die Erlbacher Leonard Thiel und Milos Lukic nutzen es humorlos aus. Die Reaktion des FCP: keine.

Mit Florian Gebert wurde der erste weitere Stürmer erst 20 Minuten später eingewechselt, Nenad Petkovic kam erst in der 82. Minute. Augenscheinlich setzte der FCP auf das Prinzip: „Wir schießen schon noch ein Tor“, das Gold wert gewesen wäre, denn dann hätte man den direkten Vergleich wieder gewonnen. Doch der Schuss ging nach hinten los, alle Bemühungen brachten keinen Erfolg.

FCP ist auf fremde Hilfe angewiesen

Der Pipinsrieder Trainer Sepp Steinberger sagte gegenüber dem Fußball-Portal FuPa: „Der SV Erlbach hat hochverdient gewonnen, ob‘s am Ende ein 3:0 sein musste, da bin ich mir nicht sicher. Wir hätten hinten raus noch ein Tor machen können, was für uns natürlich extrem wichtig gewesen wäre. Fakt ist: Wir haben über 90 Minuten nicht zu unserem Spiel gefunden – was klar an Erlbach lag.“

Am kommenden Samstag empfängt der FCP den TSV Kottern. Nach zehn Heimsiegen in Folge muss der elfte folgen, damit man noch eine Chance im Rennen um den Aufstieg hat – und auf einen Patzer der Konkurrenten hoffen.