
Farat Toku ist in der Regionalliga West ein bekannter Trainer, nicht zuletzt wegen seines Engagements bei der SG Wattenscheid 09 (2014 bis 2020). Nach anderthalb Jahren beim SV Rödinghausen wurde der bald 45-Jährige (Geburtstag am 20. April) noch am Samstag entlassen, weil die Entwicklung der Ostwestfalen nicht erst seit der 1:4-Heimpleite gegen den FC Gütersloh stagnierte. FuPa zeigt euch, welche elf Trainer in dieser Saison bereits vorzeitig gehen mussten.
Toku (1) war am Samstag nicht der einzige Trainer, der entlassen wurde. Während Entlassungen aus sportlichen Gründen zum normalen Ablauf innerhalb einer Saison zählen, war die Maßnahme von Eintracht Hohkeppel dagegen besonders. Der Aufsteiger, der um den Klassenerhalt kämpft, trägt seine Heimspiele beim 1. FC Düren aus. Dürens Spielercasting nach Rücktritt von Mannschaft und Spieler als Insolvenzfolge soll hier diesmal nicht ausgeführt werden, aber Iraklis Metaxas (2) bezeichnete Dürens kreative Maßnahme als "Kirmesveranstaltung". Das war für Hohkeppel als Mieter nicht duldbar.
Hohkeppel hatte sich Ende August, Anfang September bereits von Mutlu Demir (3) getrennt. Und Düren ist auch ein gutes Stichwort, schließlich ist Kristopher Fetz (4) seit seiner fristlosen Kündigung ebenfalls kein Coach mehr. Während sich der SC Wiedenbrück von Daniel Brinkmann (5) getrennt hatte, war auch beim zurückgezogenen Türkspor Dortmund eine Menge los. Aufstiegstrainer Sebastian Tyrala (6) musste wie Demir frühzeitig gehen, sein Nachfolger Yakup Göksu (7) blieb nicht allzu lange im Amt. Tyrala ist der einzigerCoach in dieser Liste, der zeitnah in die West-Gruppe zurückkehrte, denn gute zwei Monate später wurde der ehemalige Spieler von Borussia Dortmund neuer Trainer des Wuppertaler SV und beerbte René Klingbeil (8), der deutlich erfolgreicher beim KSV Hessen Kassel in Amt und Würden ist.
Die verbliebenen drei Trennungen haben ebenfalls am Niederrhein stattgefunden: Björn Mehnert (9) trat das schwierige Erbe von Dietmar Hirsch (MSV Duisburg) beim 1. FC Bocholt an, wurde aber nach schwachem Saisonstart von seinen Aufgaben ebenso wie sein späterer Nachfolger Sunay Acar (10) im Frühjahr entbunden. Sport-Geschäftsführer und Ex-Profi Christopher Schorch übernahm durchaus erfolgreich und wird den FCB auch über den Sommer hinaus als Trainer erhalten bleiben. Diese Frage wird auch der KFC Uerdingen rund um René Lewejohann beantworten müssen. Lewejohann leistet unter schwierigen Voraussetzungen einen herausragenden Job, übernimmt diverse Aufgaben und würde mit seiner Truppe ohne die Punktabzüge durch Insolvenz und Formfehler wohl auch den Klassenerhalt schaffen. So aber bleibt abzuwarten, wie es für ihn weitergeht. Er übernahm schon in der Vorbereitung für Michel Dinzey (11).