2025-12-03T05:51:34.672Z

Allgemeines
– Foto: Imago Images

Trainertrennung in 2. Bundesliga: Turbine Potsdam trennt sich von Russ

Kurt Russ muss beim 1. FFC Turbine Potsdam sofort gehen.

Der 1. FFC Turbine Potsdam zieht personelle Konsequenzen aus dem bislang enttäuschenden Saisonverlauf in der 2. Frauen-Bundesliga: Cheftrainer Kurt Russ wird mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

Die Entscheidung zur Trennung vom 60-jährigen Österreicher, der Turbine im Oktober 2024 im Abstiegskampf der Bundesliga übernommen hatte, fiel nach der 1:3-Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg II in der vergangenen Woche.

„Aus dem Spiel gegen Wolfsburg II haben wir ganz klar drei Punkte erwartet – das ist nicht eingetreten“, erklärte Präsident Karsten Ritter-Lang. „Wir konnten nicht noch eine Woche warten.“ Er sprach von einer „Vernunftsentscheidung“, die den Verantwortlichen nicht leichtgefallen sei.

Nach dem erneuten Abstieg im Sommer hatte der Verein weiterhin auf Russ gesetzt. Mit einem in weiten Teilen neu formierten Kader sollte der frühere österreichische Nationalspieler den Neuaufbau vorantreiben und um die vorderen Tabellenplätze mitspielen. „Sein Plan hat letztlich nicht mehr funktioniert“, so Ritter-Lang. „Wir hatten das Gefühl, dass er die Mannschaft nicht mehr ausreichend erreicht.“

Mit Platz zwölf und lediglich zwei Siegen aus neun Spielen blieb das Team deutlich hinter den Erwartungen zurück. „Das entspricht ganz sicher nicht unseren Ansprüchen“, betont der Präsident. Trotz zahlreicher interner Gespräche zur Stabilisierung der Situation sah der Verein nach der jüngsten Niederlage keine Alternative mehr. „Auf menschlicher Ebene war die Zusammenarbeit top“, stellt Ritter-Lang klar. „Auch zwischen Mannschaft und Trainer gab es keine Spannungen.“

Nach fünf sieglosen Partien in Folge steht Turbine aktuell auf einem Abstiegsplatz. Ein Erfolg im kommenden Spiel gegen den VfR Warbeyen (Sonntag, 9. November, 14 Uhr) ist daher Pflicht. Das Team wird in dieser Partie interimistisch von Co- und Athletiktrainer Patrick Ritzinger betreut. Der 24-jährige Österreicher ist seit April 2025 im Verein. „Ich glaube, dass das einen Impuls geben wird“, so Ritter-Lang.

Parallel dazu läuft bereits die Suche nach einem neuen Cheftrainer. Gesucht wird ein Coach mit mindestens A-Lizenz, wie es die Regularien der 2. Bundesliga erfordern. Potenzielle Kandidaten seien bereits im Blickfeld, ein Schnellschuss solle jedoch vermieden werden.

Von der Zusammensetzung des Kaders zeigt sich der Verein weiterhin überzeugt. „Wir sind mit der Mannschaft zufrieden“, erklärt Ritter-Lang. „Das Team ist zusammengewachsen, trainingsfleißig und athletisch auf einem guten Stand.“ Dennoch hätten individuelle Fehler in dieser Saison wiederholt zu Gegentoren geführt.

Der vergangene Spieltag markierte laut Ritter-Lang einen emotionalen Wendepunkt: „Da hingen die Köpfe wirklich. So eine Stimmung habe ich in dieser Saison noch nicht erlebt, auch nicht nach dem 0:4 gegen Sand. Die Realität ist, dass wir uns in der Liga stabilisieren müssen.“ Ein Sieg im Auswärtsspiel beim Schlusslicht Warbeyen wäre dafür zumindest ein Anfang.

Aufrufe: 07.11.2025, 18:15 Uhr
red/pmAutor