
Es sind keine leichten Tage für Maximilian Stöckl. Der Technische Leiter des SV Raisting sucht schon seit Längerem nach einem Nachfolger für Roland Perchtold, der als Coach der Reserve zum Saisonende sein Engagement beendet hat. Dabei ist es gar nicht so lange her, dass Stöckl einen Kandidaten für die erste Mannschaft an Land gezogen hat. Peter Bootz betreut ab der kommenden Saison den Bezirksligisten, da sein Vorgänger Johannes Franz nach acht Jahren am Ammersee zum FC Penzberg gewechselt ist. Allerdings ist der Trainermarkt in diesem Sommer so gut wie leergefegt. Maximilian Stöckl gehen langsam die Ideen aus, wen er noch kontaktieren könnte. Das ist übrigens kein spezifisches Problem des SV Raisting. Auch andernorts, wie beispielsweise in Peißenberg, ist der Stuhl des Übungsleiters noch vakant, weil sich einfach niemand finden lässt.
Dabei wäre bei der zweiten Garnitur des SVR jeder herzlich willkommen, der ernsthafte Ambitionen hegt, den Kreisklassisten zu übernehmen. Ein klares Profil geben die Raistinger nämlich nicht vor. Trainer mit viel oder wenig Erfahrung wären gleichermaßen willkommen, sollten aber die Bereitschaft mitbringen, etwas auf die Beine stellen zu wollen. Denn Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. „Es ist eine sehr angenehme Truppe“, preist Stöckl die Mannschaft an, die sich aus jungen, aber auch erfahrenen Kickern zusammensetzt. In der abgelaufenen Saison belegten die Raistinger einen starken sechsten Platz in der Kreisklasse 3. Und das, obwohl wichtige Kräfte in der zweiten Saisonhälfte in die erste Mannschaft abkommandiert wurden.
Aber nicht nur ein neuer Coach für die Zweite ist in Raisting zur Fahndung ausgeschrieben. Der Sportchef bemüht sich ebenso darum, noch ein paar Spieler für die erste Mannschaft zu finden. Denn der Kader von ungefähr 15 Akteuren ist noch etwas schmal besetzt, um in der Bezirksliga Süd zu bestehen, sollte es zu Verletzungen oder Sperren während der Saison kommen. „Wer auf eine coole Truppe Bock hat, kann sich richtig nach oben arbeiten“, wirbt Maximilian Stöckl um potenzielle Neuzugänge. Das ist nicht zu hoch gegriffen. Kicker wie der Peitinger Benedikt Multerer, die von unterklassigen Vereinen kamen, haben sich in Raisting hervorragend entwickelt.
Nur hält sich das Interesse bei den Kandidaten noch schwer in Grenzen. Zu viele Fußballer fürchten den Aufwand oder die Herausforderung, in der Bezirksliga zu spielen. So kann der Technische Leiter nur hoffen, irgendwie die Lücke zu füllen, die David Gretschmann hinterlassen hat. Der Mittelfeldspieler kehrt zu seinem Heimatverein SC Böbing zurück und wird in den nächsten Monaten vor allem damit beschäftigt sein, sich ein eigenes Heim zu bauen. Aus beruflichen Gründen hat Andreas Heichele bereits im Winter seine Laufbahn beim Sportverein beendet. Das Pendeln zwischen Oberbayern und der Schweiz wäre doch zu aufwändig gewesen.
Noch in der abgelaufenen Saison hat der Sportverein damit begonnen, seinen Kader zu verstärken. Elias Lieb kam vom TSV Murnau und konnte sich auf Anhieb integrieren. Neben dem 18-Jährigen hat auch der ehemalige Reserve-Kicker Korbinian Hibler (21) beim SVR den Durchbruch geschafft. Beide Spieler sind der Beleg dafür, dass man es in Raisting mit Wille und Talent rasch zu etwas bringen kann. Vorausgesetzt, es ist ausreichend Ehrgeiz vorhanden.