
Der TSV Landsberg hat Cheftrainer Alexander Schmidt mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. Sportlich befindet sich die Mannschaft in der Bayernliga Süd mit Tabellenplatz zwei in einer starken Ausgangsposition. Gleichzeitig steht der Verein jedoch vor erheblichen strukturellen, organisatorischen und finanziellen Herausforderungen. Seit dem Amtsantritt von Finanzvorstand und Abteilungsleiter Nico Held vor rund einem Jahr wird intensiv daran gearbeitet, die Vereinsstrukturen neu aufzubauen und Altlasten – wie im Bereich Marketing und Sponsoring – Schritt für Schritt zu bewältigen.
„Man muss sich ehrlich in die Augen schauen können und sagen, dass wir finanzielle Anpassungen machen müssen. Strukturell und organisatorisch sind wir immer noch in der Aufbauarbeit, weil viele Dinge in der Vergangenheit schlichtweg nicht vorhanden waren. Ich habe Alexander Schmidt vor über einem Jahr nach Landsberg geholt, mit einer klaren Mission und großen Ambitionen. Trotz seiner unbestrittenen fußballerischen Fachkenntnisse und seiner Erfahrung aus dem Profibereich ist es Alexander Schmidt nicht gelungen, sich auf die besonderen Rahmenbedingungen des gehobenen Amateurfußballs in der Bayernliga Süd einzustellen. Während er aus seiner Vergangenheit Strukturen und Abläufe des Profifußballs gewohnt war, herrschen in Landsberg andere finanzielle und strukturelle Voraussetzungen: Unsere Spieler gehen tagsüber ihrem Beruf nach und stehen abends im Training – entsprechend anders muss auch die Trainingssteuerung und Ansprache erfolgen. Diese Anpassung ist leider nicht in der gewünschten Form gelungen. Die Distanz zur Mannschaft wuchs, und am Ende fehlte sowohl sportlich als auch menschlich die gemeinsame Wellenlänge. Für uns steht der Verein an oberster Stelle und nicht einzelne Personen. Auch ich persönlich bin nicht mächtiger als der Verein. Am Ende müssen wir im Sinne des TSV entscheiden – und genau das haben wir getan“, erklärt Nico Held.
Auch der sportliche Leiter Christoph Rech unterstreicht die schwierige, aber notwendige Entscheidung: „Nico Held hat mich vor rund drei Monaten kontaktiert, um mich als sportlichen Leiter einzubinden. Schon von Beginn an war klar, dass es mehr Unterstützung braucht und wir gemeinsam an einem Strang ziehen müssen. Dass dazu auch schwere Entscheidungen wie die Freistellung von Trainer Alexander Schmidt gehören, war mir bewusst. Nach den letzten beiden intensiven Gesprächen mit ihm haben Nico Held und ich unisono festgestellt, dass eine weitere Zusammenarbeit keinen Sinn macht. Wenn kein finanzielles Entgegenkommen möglich ist und die Distanz sowie die Unzufriedenheit in der Mannschaft immer größer werden, muss der Verein reagieren. Diese Verantwortung übernehmen wir. Gemeinsam mit Furkan Kircicek werde ich bis auf Weiteres das Trainerteam bilden. Parallel läuft die Suche nach einem neuen Cheftrainer bereits auf Hochtouren. Dabei wollen wir keine Schnellschüsse, sondern eine durchdachte und nachhaltige Lösung. Wir brauchen einen Trainer mit Leidenschaft, Energie und einem klaren Fokus auch auf die Jugendarbeit – denn die ist in den letzten Monaten deutlich zu kurz gekommen. Jetzt schauen wir gemeinsam nach vorne und wollen schon heute gegen Türkspor Augsburg die nächsten drei Punkte einfahren.“
Die Vereinsführung betont, dass Fehler in der Vergangenheit gemacht wurden – auch von den aktuellen Verantwortlichen. Dennoch blickt man nach vorne: „Wir haben in einem Jahr schon viel erreicht, auch wenn noch viel Arbeit vor uns liegt. Jetzt geht es darum, den sportlichen Erfolg zu sichern, neue Sponsoren zu gewinnen und das Ehrenamt wieder stärker für den TSV Landsberg zu begeistern“, so Held. Die Entscheidung wurde in enger Abstimmung zwischen dem sportlichen Leiter Christoph Rech sowie Finanzvorstand und Abteilungsleiter Nico Held getroffen. Der TSV Landsberg wird über die weitere Entwicklung regelmäßig informieren.