2026-06-02T03:22:52.672Z

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Trainer verfolgt Relegation aus Spanien – und sitzt mit dem Handy am Liveticker

Kreisliga-Relegation

von Christian Heinrich · Heute, 05:30 Uhr · 0 Leser
Fußball; Saison 2024/25; Kreisliga, Relegation; Spieler des TSV Burggen/Bernbeuren feiern nach dem Heimsige gegen den SV Hohenfurch am 7. Juni 2025 den Aufstieg in die Kreisliga
Fußball; Saison 2024/25; Kreisliga, Relegation; Spieler des TSV Burggen/Bernbeuren feiern nach dem Heimsige gegen den SV Hohenfurch am 7. Juni 2025 den Aufstieg in die Kreisliga – Foto: Roland Halmel
Patrick Landes kann seine Mannschaft im Hinspiel der Kreisliga-Relegation gegen Otterfing nicht coachen. Er hatte seinen Urlaub in Alicante schon lange vorher gebucht.

Dass er aufgeregt ist, mag Patrick Landes gar nicht bestreiten. „Man ist schon nervös“, gibt der Trainer des TSV Burggen/Bernbeuren vor dem Hinspiel der Kreisliga-Relegation am heutigen Dienstag in der heimischen BlackFox Arena in Burggen (19 Uhr) gegen den TSV Otterfing zu. Anders als seine Fußballer verfolgt er die Partie aus stattlicher Distanz. Bereits als er während der Saison das Amt des Trainer übernahm, hatte er seinen Urlaub Ende Mai in Alicante an der spanischen Costa Blanca schon gebucht.

Patrick verfolgt Partie des TSV Burggen/Bernbeuren am Handy mit dem Liveticker

Nun muss er hoffen, dass ihn sein Co-Trainer Marius Birk genauso gut vertritt wie in den Begegnungen zuvor. „Wir sind gut aufeinander abgestimmt“, sagt Landes. Er weiß aus Erfahrung, dass die Entfernung zwischen Spanien und Oberbayern kein Problem darstellen muss. Einzig die Tatsache, dass er nicht direkt ins Geschehen eingreifen kann, macht ihm zu schaffen. Denn es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich über den Liveticker zu informieren, um aktuell zu sein. „Ich werde mit dem Handy dasitzen und versuchen, den Puls niedrig zu halten“, räumt er ein.

TSV Burggen/Bernbeuren kann auf kompletten Kader zurückgreifen

Während der Coach unter spanischer Sonne so oder so gewaltig ins Schwitzen geraten wird, geht seine Mannschaft die Aufgabe gegen den Vizemeister der Kreisklasse 2 relativ gelassen an. Die Spielgemeinschaft kann auf den gesamten Kader zurückgreifen. Manuel Jäger hat seine muskulären Probleme so weit auskuriert und steht ebenso wieder zur Verfügung wie Christian Grotz, der seine Oberschenkelprellung überstanden hat. Mit kleinen Wehwehchen plagen sich Matthias Lory und Stefan Kelz herum, was jedoch nichts Neues ist. „Wir hatten über die ganze Saison viele angeschlagene Spieler“, verweist Landes darauf, dass die Mannschaft stets aus der Not eine Tugend machen musste.

Relegation war das Minimalziel des TSV Burggen/Bernbeuren

Der zwölfte Tabellenplatz in der Kreisliga 1, den der Aufsteiger am Ende der Saison errang, ist sicherlich als kleiner Erfolg anzusehen. „Das war unser Minimalziel“, betont der Trainer. Über das Jahr hinweg haben es seine Kicker gelernt, das Beste aus ihren Fähigkeiten zu machen. Dass es zum direkten Klassenerhalt nicht reichen würde, zeichnete sich früh ab. Das Team erlebte also keine Enttäuschung und konnte sich für die Relegation einspielen. „Es ist sicherlich gut, dass wir nicht negativ in das Ganze hineingehen“, so der Coach. Er ist überzeugt, dass sein Ensemble für die beiden entscheidenden Spiele der Saison auch mental gerüstet ist. Dass sein Team zum Abschluss der Punktrunde am vergangenen Wochenende bei der SG Aying/Helfendorf mit 2:6 verlor, sieht der Trainer nicht als Nachteil an. „Das schaut zwar nicht gut aus“, räumt er ein, „aber vielleicht kann man uns so nicht gut einschätzen“.

TSV Otterfing mit überragender Offensive

Einfacher gestaltet sich da eine Beurteilung des Kontrahenten. Der TSV Otterfing hat in der abgelaufenen Spielzeit für so manchen Superlativ in der Kreisklasse Gruppe 2 gesorgt. Dass ihn am Ende nur ein einziger Punkt von der Meisterschaft trennte, die sich der FC Real Kreuth sicherte, lag nicht an der Offensive, die mit 88 Treffern die meisten in der Staffel verzeichnete. Zum Top-Torschützen avancierte Andreas Eder mit 29 Kisten. Dem Mittelfeldspieler folgen intern die Stürmer Antonio Mann (10) und Florian Bacher (8). Auch die Defensive steht stabil, wie die nur 30 Gegentreffer in 28 Partien beweisen. Leichte Probleme, wenn man überhaupt davon sprechen kann, offenbarte das Team nur in der Fremde. Gegen die Mannschaften von Rang eins bis acht holten die Otterfinger nur zwei Siege und ein Unentschieden, während sie sich viermal geschlagen geben mussten.

„Die haben nichts zu verlieren und befinden sich im Aufschwung“, so Landes. Er versucht, dem Kreisklassisten die Favoritenrolle zuzuschanzen. Seine Elf steht aber auch nicht unter Druck. Nach einer schwierigen Saison darf man von den Burggenern und Bernbeurenern eigentlich nur erwarten, was sie die vergangenen zehn Monate gelernt haben: kämpfen. Das Schönspielen bleibt dem TSV Otterfing überlassen und damit wohl auch der Druck.