
Es war eine außergewöhnliche Situation für die Oberliga-Spieler des SV Sonsbeck. Weder der gesundheitlich angeschlagene Cheftrainer Heinrich Losing, noch der verhinderte Co-Trainer Jan Schmitz waren live dabei, als die Mannschaft um Kapitän Robin Schoofs bei Blau-Weiß Dingden mit 1:0 gewann. Es war ein ganz wichtiger Sieg im Abstiegskampf, da auch die Konkurrenten dreifach punkteten. So blieb der SVS über dem Strich. Der nächste Gegner gehört zu den Top-Teams der Oberliga Niederrhein. Zu Gast im Willy-Lemkens-Sportpark ist am Sonntag ab 15 Uhr die SpVg Schonnebeck.
Es war ein Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule, der Heinrich Losing Anfang vergangener Woche aus dem Alltag riss. „Seit Dienstag bin ich nicht mehr im Krankenhaus. Ich bekomme jetzt Physiotherapie. Gerade habe ich keine Schmerzen. Ich muss mich aber immer wieder bewegen und Übungen zu Hause machen. Es haben sich viele Leute gemeldet und mir gute Besserung gewünscht – vor allem auch Trainerkollegen“, sagt der Kamp-Lintforter.
Zu seinem Heilungsverlauf und zu einer eventuellen Operation äußert sich der Chefcoach wie folgt: „Ich habe Spritzen bekommen, um eine Operation zu verhindern. Die kann zum aktuellen Zeitpunkt allerdings nicht ganz ausgeschlossen werden. Ich soll nicht viel sitzen. Es ist nicht absehbar, bis wann alles wieder gut ist. Ich muss von Tag zu Tag schauen.“
Da sich Jan Schmitz noch im Urlaub befindet, werden die Übungseinheiten weiterhin vom spielenden Co-Trainer Christoph Elspaß durchgeführt. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Philipp sorgte mit seinem Kopfballtreffer in der 84. Minute für den wichtigen Auswärtsdreier in Dingden, nachdem sich der Gegner mit zwei Platzverweisen selbst dezimiert hatte.
Christoph Elspaß wird bei seiner Aufgabe von den Führungsspielern rund um Kapitän Schoofs unterstützt. Losing möchte schnell wieder zur Mannschaft zurückkehren: „Ich konnte Dienstag noch nicht beim Training dabei sein, ich möchte mich jedoch mal bei der Mannschaft blicken lassen. Das Training kann ich natürlich nicht leiten, jedoch will ich bald wieder versuchen, bei den Spielen vor Ort zu sein. Ich muss eben von Tag zu Tag und von Woche zu Woche schauen.“
Natürlich hat sich Losing dennoch mit dem nächsten Gegner beschäftigt: „Schonnebeck hatte einen großen Umbruch. Es ist nicht einfach, knapp 60 Tore durch die Abgänge von Conor Tönnies und Arne Wessels zu ersetzen. Der neue Goalgetter, Niko Bosnjak, macht das gut. Schonnebeck ist sehr strukturiert. Die Mannschaft ist immer gefährlich und schwer auszurechnen.“
Angesprochen auf die heftige Hinspiel-Niederlage (0:6) sagt der Coach: „Die muss man auch richtig einordnen. Wir hatten damals andere Voraussetzungen mit viele Verletzten. Und die Spieler, die auf dem Platz standen, hatten zudem keinen guten Tag.“ Fraglich für die anstehende Heimaufgabe sind Mahmud Sahintürk und Shadi Ghrayeb. Timo Lehmkuhl fällt weiterhin aus. Ob Losing beim Spiel gegen die Essener dabei ist, wird er erst am Sonntag entscheiden.
So oder so hofft der Coach, dass seine Mannschaft wieder zur alten Heimstärke zurückfindet. Aus den vier Partien auf eigenem Rasen in diesem Jahr holte der SVS nur einen Punkt. Der letzte Heimsieg wurde Mitte Dezember beim 2:1 über Schlusslicht SV Biemenhorst bejubelt.
Vor dem 28. Spieltag liegen die Sonsbecker auf Tabellenrang 14 jeweils mit einem Punkt vor dem VfB Homberg und Drittletzten SF Baumberg.