2026-04-10T07:15:08.667Z

Spielvorbericht

Trainer im Lehrgang, Teams im Spitzenspiel

Topspiel der Rückrunde: Ohratal und Schweina-Gumpelstadt jagen die perfekte Serie – Ohratals Trainerduo Kiebert/Hausner fehlen beim Gipfeltreffen.

von André Hofmann · Heute, 17:00 Uhr · 0 Leser
Blankenburg statt Ohrdruf heißt es am Wochenende für Jan Hausner (links) und Philipp Kiebert (rechts).
Blankenburg statt Ohrdruf heißt es am Wochenende für Jan Hausner (links) und Philipp Kiebert (rechts). – Foto: © Marcel Junghanns

Am Samstag steigt in der Landesklasse 3 ein echtes Spitzenspiel – und eines mit besonderer Brisanz: Die beiden formstärksten Teams der Rückrunde treffen direkt aufeinander. Der FSV 06 Ohratal empfängt den FC Schweina-Gumpelstadt.

Beide Mannschaften haben sich im Fußballjahr 2026 bislang in beeindruckender Manier präsentiert und die Rolle der gejagten Hinrundenteams aus Meiningen und Hildburghausen längst übernommen. Während die einen noch als Tabellenführer der Hinserie in Erinnerung sind, haben die anderen längst den Rückstand aufgeholt – und ihn in einen echten Vorsprung im direkten Formvergleich verwandelt. Denn beide Teams sind bislang makellos durch die Rückrunde marschiert: Ohratal gewann sechs Spiele in Serie, Schweina-Gumpelstadt fünf. Am Samstag wird damit zwangsläufig die erste Serie reißen – oder im Falle eines Remis zumindest bei beiden Teams der erste kleine Kratzer im makellosen Rückrundenbild entstehen.

Für zusätzliche Brisanz sorgt die besondere Personalsituation beim Gastgeber. FSV-Trainer Philipp Kiebert und sein Co-Trainer Jan Hausner befinden sich unter der Woche in Bad Blankenburg, wo sie im Rahmen eines Kompaktkurses die UEFA-B-Lizenz absolvieren – inklusive Basiscoach-, C- und B-Lizenz in englischer Sprache innerhalb von nur zwei Wochen. Ein intensives Programm, das nicht nur fachlich fordert, sondern auch organisatorisch Spuren hinterlässt. So werden beide Trainer das Topspiel am Samstag verpassen. Mit im Lehrgang: Ex-Nationalspieler und Bundesliga-Profi Nils Petersen, der ebenfalls an der Ausbildung teilnimmt. Kiebert nimmt es mit einer Mischung aus Stolz und Vertrauen in sein Team: „Unser Trainerstaff wird uns aber sicher würdig vertreten.“

Trotz der Abwesenheit blickt er optimistisch auf das Spitzenspiel – und auf die Entwicklung seiner Mannschaft insgesamt...

FuPa Thüringen: Hi Philipp, im Jahr 2026 eilt ihr von Sieg zu Sieg. War diese Entwicklung absehbar und was sind die Gründe für diese konstant starken Leistungen?
Philipp Kiebert: Für mich war diese Entwicklung in dieser Form nicht absehbar, auch wenn ich sie mir natürlich erhofft habe. Es geht mir dabei weniger um Tabellenplätze, sondern um die persönlichen Entwicklungsschritte der Mannschaft. Am Ende ist es ein Prozess, jeder Trainer bringt seine eigene Philosophie mit.
Es ist schön zu sehen, wie viele Spieler seit Juli einen klaren Schub gemacht haben. Wichtiger als jeder Tabellenplatz ist für mich genau diese Entwicklung. Entscheidend sind Disziplin und Trainingsbeteiligung – da muss ich der Mannschaft ein großes Lob aussprechen.
Unser Mannschaftsgefüge ist ein echter Pluspunkt. Die vielen Neuzugänge wurden schnell integriert, das Team harmoniert sehr gut. Keiner bringt Unruhe rein oder „die Sau durchs Dorf“. Das liegt am Trainerteam, aber vor allem auch an den Spielern selbst. Der Rahmen stimmt einfach, Stimmung und Feeling sind sehr gut. Und wenn man oben steht, gehört auch das nötige Spielglück dazu – das fällt nicht vom Himmel.

Philipp Kiebert hat den FSV 06 Ohratal in einem guten halben Jahr zur Spitzenmannschaft geformt.
Philipp Kiebert hat den FSV 06 Ohratal in einem guten halben Jahr zur Spitzenmannschaft geformt. – Foto: © R.Frank

FuPa Thüringen: Am Samstag wartet mit Schweina-Gumpelstadt die zweitbeste Rückrundenmannschaft. Was für eine Aufgabe erwartet euch?
Philipp: Uns erwartet eine sehr gute Mannschaft, gegen die wir im Hinspiel deutlich unterlegen waren. Aber wir sind gut im Flow. Entscheidend ist die komplette Trainingswoche und dass man in jedes Spiel mit 100 Prozent geht.
Wir müssen uns immer wieder an unsere Tugenden erinnern. Spielerisch klappt nicht immer alles, umso wichtiger sind dann Einstellung, Mentalität und die Rückwärtsbewegung. Wenn wir fokussiert sind und unsere Inhalte abrufen, bin ich guter Dinge, dass wir uns mit drei Punkten für das Hinspiel revanchieren können.

FuPa Thüringen: Wird in diesem Spiel schon die Meisterschaft entschieden?
Philipp: Nein, die Meisterschaft wird weder zu unseren Gunsten noch zu Gunsten irgendeiner anderen Mannschaft entschieden. Das obere Tabellendrittel ist sehr eng und das wird auch so bleiben. Es gibt keine Mannschaft, die einfach so durch die Liga marschiert – auch wir nicht. Jedes Spiel muss mit der gleichen Einstellung angegangen werden. In der Rückrunde sieht man, wie schnell Dinge kippen können – siehe etwa Überraschungen wie Gospenroda in Hildburghausen oder auch Punkteverluste von Meiningen.
Das ist Amateurligafußball: Verletzungen oder kleine Rückschläge können sofort alles verändern. Ob wir am Wochenende gewinnen oder verlieren, entscheidet noch nichts. Es bleiben danach noch neun Spiele und genügend Punkte zu vergeben. Am Ende steht oben, wer über die gesamte Saison am konstantesten ist.

FuPa Thüringen: Wollt ihr den Weg in die Thüringenliga noch einmal gehen?
Philipp: Wenn wir jetzt bei der ARD wären, würde ich sagen: Kein Kommentar. Die Diskussionen sind aktuell da, wir stehen seit zwei, drei Wochen an der Spitze und natürlich wird darüber gesprochen.
Wir müssen das aber intern im Verein noch einmal in Ruhe besprechen. Es gibt dazu unterschiedliche Meinungen. Einige haben schon Thüringenliga-Erfahrung, andere junge Spieler sind vielleicht sehr heiß darauf. Wieder andere sagen: Wenn du Erster bist, musst du auch hochgehen. Im Gesamtpaket müssen wir das noch einmal genau betrachten. Deshalb möchte ich mich dazu aktuell nicht final äußern.