2026-03-13T07:45:35.464Z

Allgemeines

Trainer-Beben bei RW Walldorf

Warum sich der Hessenligist neben Chefcoach Artur Lemm auch vorzeitig vom Co-Trainer und dem Torwarttrainer getrennt hat

von Dirk Winter · Heute, 10:40 Uhr · 0 Leser
Artur Lemm ist nicht mehr Trainer beim SV Rot-Weiß Walldorf.
Artur Lemm ist nicht mehr Trainer beim SV Rot-Weiß Walldorf. – Foto: Jan-Niclas Grömling (Arch

WALLDORF. In den Hessenliga-Pressekonferenzen des SV Rot-Weiß pflegt Manfred Knacker, die beiden Trainer um den obligatorischen Rückblick aufs vergangene Fußballspiel zu bitten – und um einen Ausblick auf ihre jeweils nächste Partie. Am späten Sonntagnachmittag aber, nach der Walldorfer 2:4-Niederlage gegen den Hanauer SC), ließ der Vorsitzende den zweiten Teil inklusive etwaiger Pressefragen ausfallen.

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Der Grund dieses abrupten Endes wurde im Laufe des Abends klar: Der Vorstand der Fußballabteilung entschied, Trainer Artur Lemm und Co-Trainer Serdar Parlak mit sofortiger Wirkung freizustellen. „Das hat aber nichts damit zu tun, dass wir gegen Hanau verloren haben“, sagte Knacker noch am Sonntagabend. Vielmehr habe der Vorstand in den vergangenen Tagen diskutiert, ob es nicht besser sei, die Trennung schon jetzt zu vollziehen. Wie berichtet, hätte sich der SV Rot-Weiß zum Rundenende ohnehin von den beiden Übungsleitern getrennt, ebenso von Torwarttrainer Mario Di Falco. Mit Sascha Volk und Taner Yalcin, die das Hessenligateam als gleichberechtigtes Trainerduo anleiten werden, und dem als spielenden Torwarttrainer eingeplanten Max Grün sind bereits Nachfolger verpflichtet.

Artur Lemm weist Vorwürfe entschieden zurück

Laut Knacker gibt es eine gewisse Unruhe im Verein, und den Urheber sähen die RWW-Verantwortlichen in Lemm, der Stimmung gegen einige Vorstandsmitglieder mache. Ein Vorwurf, den Lemm entschieden zurückweist: „Davon distanziere ich mich ganz klar. Ich verantworte diese Unruhe nicht“, sagt der 50 Jahre alte Bischofsheimer, der seit 2. November 2021 Cheftrainer des Hessenligisten war, zuvor seit Juli 2021 Sportlicher Leiter.

Und weil der Abteilungsvorstand nach dem Hanau-Spiel sowieso fast komplett im VIP-Raum versammelt war, so Knacker, kam man zu dem spontanen Entschluss: „Wir sind uns doch alle einig. Wir werden das mit Artur beenden, dann teilen wir es ihm doch jetzt mit.“ Zumal Lemm und Parlak ebenfalls noch anwesend gewesen seien. Und so geschah es dann ja auch. Der RWW-Vorsitzende legt Wert auf die Feststellung, dass der Verein die beiden Coaches bis Saisonende weiterbezahlt, wie vertraglich vereinbart. „Sie müssen halt einfach nicht mehr kommen, werden freigestellt, aber fair finanziell behandelt“, sagte Knacker. Dass sich der Klub auch von Parlak getrennt hat, begründet der Vorsitzende mit der engen Zusammenarbeit mit Lemm seit Saisonbeginn: „Sie sind sozusagen ein geistiges Tandem.“

Volk und Yalcin arbeiten im Hintergrund bereits zusammen mit dem Sportlichen Leiter Bastian Eisert an der Kaderplanung. Außer den schon veröffentlichten sieben Spielern des Hessenliga-Kaders steht nun mittlerweile fest, dass Eduard Zhakishev, Nicholas Beier sowie die bisherigen U19-Akteure Panagiotis Kagkarakis und Nico Helbig bleiben. Ehe die neuen Übungsleiter übernehmen, soll die Mannschaft für die restlichen zehn Saisonspiele von einem Zweier- oder Dreierteam angeleitet werden. Fest steht bislang RWW-Videoanalyst Niklas Grimm als Interimstrainer.

In einem sind sich Knacker und Lemm einig. Wortgleich sagen beide, „keine schmutzige Wäsche waschen“ zu wollen. „Ich respektiere den Manfred als Persönlichkeit, als Mensch, als Unternehmer und Mäzen, der dafür verantwortlich ist, wo der Verein heute steht“, sagt der Trainer: „Ich wünsche dem Verein nur das Allerbeste.“