
Der A-Klassist trennt sich von seinem Trainer. Zum Rückrundenstart wartet direkt der Spitzenreiter auf die Mannschaft des MTV Berg II.
Die Hinrunde dieser Saison hatte sich der MTV Berg II ganz anders vorgestellt. Statt auf einem gesicherten Mittelfeldplatz in der A-Klasse 5 überwintern die Fußballer vom Lohacker auf Rang elf der Tabelle. Nur zwölf Punkte aus 14 Spielen, dazu ein Torverhältnis von 19:34: Die nackten Zahlen spiegeln wider, was sich über Monate auf dem Platz gezeigt hat. „Wir sind mit der Hinrunde gar nicht zufrieden. Ich nicht, die Spieler nicht und der Verein auch nicht“, sagt Djoko Kalaba, seit 2020 Bergs Trainer – der sein Engagement an der Seitenlinie aber nun beendet hat.
„Im Endeffekt ist es die sinnvollste Lösung – ein neuer Impuls für die Mannschaft.“
Djoko Kalaba war seit 2020 Trainer in Berg.
Bereits der Saisonauftakt setzte den Ton: In den ersten Spielen kassierte die Zweite des MTV in den Schlussminuten gleich mehrfach den Ausgleich; ein Muster, das sich durch die gesamte Hinrunde ziehen sollte. „Am Anfang dachte ich mir noch, das läuft wie in vielen unserer Saisons. Dass wir uns irgendwann fangen“, so Kalaba. Doch dazu kam es nicht. Stattdessen verlor die Mannschaft zunehmend an Stabilität. Gerade während der Wiesn-Zeit, die sportlich ohnehin oft schwierig bei den Bergern ist, ging es weiter bergab. „Auf einmal haben doch alle Tische auf der Wiesn bekommen“, beschreibt Kalaba die sinnbildliche Phase, in der Niederlagen zur Regel wurden. Die Hoffnung, nach dem Oktoberfest wieder stärker aufzutreten, erfüllte sich nicht.
Zwar zeigte der MTV in vielen Partien ordentliche Leistungen und hielt phasenweise gut mit, doch am Ende stand häufig das gleiche Ergebnis. Kalaba: „Wir haben oft gut mitgespielt, dann aber schlicht mehr Tore bekommen, als wir selbst gemacht haben.“ Der Coach gibt offen zu, dass er diese Entwicklung kommen gesehen hatte. Gespräche mit der Mannschaft über mögliche Stellschrauben folgten, doch die erhoffte Wende blieb aus. Die Konsequenz ist ein Einschnitt zur Winterpause: Der MTV Berg II wird die Restsaison mit einem neuen Trainer angehen, der bisher nicht feststeht.
Die Initiative zum Aufbruch sei von ihm selbst ausgegangen, so Kalaba. „Im Endeffekt ist es die sinnvollste Lösung – ein neuer Impuls für die Mannschaft.“ Die Entscheidung sei gemeinsam und einstimmig gefallen, ohne böses Blut. „Ich hätte es gerne weitergemacht, aber so kann es jetzt sinnvoll sein. Hoffentlich fangen sich die Jungs.“
Auch im Spielerkreis gibt es Veränderungen. Mit Khatab Toman verliert Berg einen wichtigen Verteidiger, der wegzieht. Positive Nachrichten kommen aus dem Lazarett: Aleksander Ljubicic kehrt nach Kreuzbandriss zurück und soll dem Team zusätzliche Optionen geben.
Der Neustart könnte aber kaum schwieriger sein. Zum Auftakt im März wartet mit der SG Schäftlarn/Baierbrunn direkt der souveräne Spitzenreiter. Für die MTV-Reserve geht es darum, trotz der Ausgangslage ein Zeichen zu setzen – und den dringend benötigten Umschwung einzuleiten.