
Großer Jubel, ja Euphorie, beim SC St. Tönis. Das Team von Trainer Bekim Kastrati steht durch einen 5:3 (1:1, 1:1 1:1)-Sieg nach Elfmeterschießen über Oberliga-Kontrahent FC Büderich im Endspiel um den Niederrheinpokal. Das ist für den 23. Mai terminiert und der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Gegner wird der 1. FC Bocholt mit dem ehemaligen KFC-Trainer René Lewejohann oder der favorisierte Drittligist MSV Duisburg sein, die sich am Samstag gegenüber stehen.
Der absolute Held beim Schießen vom Punkt war SC-Keeper Simon Sell. Nach einer Drei-Spiele-Sperre direkt wieder ins Tor rotiert, parierte gegen Daud Gergery und Marc Knops glänzend, wogegen beim Spielverein sich Jannis Nikolaou, Julian Andres Suaterna, Mario Knops und Julio Torrens keine Blöße gaben. Interessantes am Rande: mit dem guten Schlussmann Robin Offhaus, Philipp Baum, Gergery und Knops standen in Reihen der Gäste vier frühere SC-Akteure.
Die tollsten Szenen spielten sich nach dem Abpfiff ab, als die Mannschaft mit dem immer wieder gefeierten Sell sich in Höhe des Strafraums zur Umkleide und vor dem Staket in Höhe des Strafraums von den Fans mit bengalischem Feuer und starkem und überschwänglichem und nicht aufhörend wollenden Applaus feiern ließ. Die Mannschaft selbst gedachte auch in dieser Stunde mit einem ausgerollten Transparent mit Konterfei und der Aufschrift „Alles Gute Markus“ ihrem seit Wochen im Krankenhaus liegenden Abteilungs-Vorsitzenden. Dem ein oder anderen St. Töniser Verantwortlichen kullerten da auch ein paar Tränchen übers Gesicht. In der Kabine selbst tanzte Sell dann, angefeuert von allen, die da hingehörten oder auch nicht, auf dem Massagetisch und das Geburtstagsständchen für Kastrati, der auf den Tag 47 Jahre alt wurde, kam beim Team auch nicht zu kurz.
Das Spiel selbst war vor über 1.000 Zuschauern und unter den Augen von Bürgermeister Kevin Schagen ausgeglichen. Nach einer Viertelstunde agierte Büderich gefährlicher, der SC nach dem Seitenwechsel – vor allen Dingen nach der Einwechselung von Mario Knops –, ehe man sich so ab der 75. Minute eher der Verlängerung entgegen quälte. Die St. Töniser Führung besorgte nach Nakano-Ecke der oft seinen mächtigen Körper gut einsetzende Morten Heffungs per Kopf (30.) und Jan Niklas Kühling glich nach Nkowa-Vorarbeit aus (37.). In der Verlängerung gab es nur noch Möglichkeiten, drei an der Zahl, für die Gäste.
Sonntag ist dann wieder Meisterschaftsnormalität angesagt, wenn die Mannen um Kapitän Dominik Dohmen an der Gelderner Straße den 1. FC Kleve erwarten (15.30 Uhr). Der zählte in der Vergangenheit nicht zu den Lieblingsgegnern der Blau-Gelben, denn von bisher sieben Spielen wurden nur zwei gewonnen. Ein Lichtblick war da das Weiterkommen in der dritten Pokalrunde, wo der Sportclub nach 0:2-Halbzeitrückstand nach Verlängerung an der Grenze noch mit 5:2 die Nase vorn hatte. Dagegen wurde das Hinspiel am 5. Oktober 2025 nach völlig verschlafener Anfangsphase – ähnlich wie seinerzeit im Pokal – mit 1:2 verloren. Da nutzte dann auch das schnelle 1:2 nach der Pause von Mario Knops herzlich wenig. Personell spricht vieles dafür, dass Trainer Bekim Kastrati ziemlich rotieren kann, weil der Kader gut bestückt ist. Interessant die schlechte Heimbilanz der St. Töniser: fünf Siege stehen fünf Niederlagen und zwei Unentschieden gegenüber. Dagegen wurden in der Fremde von 36 Punkten respektable 23 geholt.
Die Klever schoben sich vergangene Woche durch einen überraschenden 2:1-Erfolg gegen die SpVg. Schonnebeck auf den vorletzten Platz vor. Gefeierter Held war Youngster Elias Peter Reffeling. Ein Eigengewächs, dass beide Treffer erzielte. Aber bis zum rettenden Ufer sind es immer noch fünf Punkte, weshalb weiter großer Druck auf der Elf um Spielführer und Urgestein Niklas Klein-Wiele lastet. Sportlicher Leiter beim 1. FC ist Georg „Schorch“ Mewes. Der 77-Jährige ist in der Fußballszene am linken Niederrhein, aber auch weit darüber hinaus, bekannt wie ein bunter Hund.