
In einem trostlosen Spiel ohne nennenswerten Offensivaktionen trennen sich Raisting und Polling mit 0:0. Besonders der Platz trägt eine Mitschuld.
Am Ende stand die Null auf beiden Seiten. Ein Umstand, dem allein Max Jochner etwas Gutes abgewinnen konnte. „Das erste Mal heuer ohne Gegentor“, berichtete der Trainer des SV Polling von einem Novum für sein Team. Insgesamt gesehen schmeckte ihm diese Partie allerdings nicht. Ähnlich erging es seinem Kollegen Hannes Franz vom SV Raisting, dessen Begeisterung sich nach dem torlosen Remis ebenfalls in engen Grenzen hielt. Dieses 0:0 wird es höchstwahrscheinlich nicht in die Liste der 100 besten Spiele der Bezirksliga Süd in dieser Saison schaffen.
Dabei wäre erwärmender Fußball eine tolle Sache gewesen. Der Großteil der knapp 300 Besucher setzte auf dicke Winterjacken. Krägen und Mützen. Ein eisiger Wind pfiff durch die Arena in Raisting. Franz schien das nichts anzuhaben. Er verrichtete in halblangen Hosen seinen Trainerjob an der Seitenlinie. „Ich wollte ein Feuerwerk entfachen“, merkte er salopp an. An sich eine nette Idee, nur an deren Umsetzung haperte es. „Eigentlich hatten wir uns in allen Belangen viel mehr vorgenommen“, resümierte der 30-Jährige. Laufstärke, Präsenz und Mentalität – das alles fehlte. „Es war wie ein totes Spiel.“
Risikobereitschaft war auf beiden Seiten kaum sichtbar. Dafür schnellte die Quote der Fehlpässe und falschen Entscheidungen im Laufe der Begegnung gewaltig in die Höhe. Raisting hatte in der Anfangsphase zwei Momente, in der die Führung möglich gewesen wäre. Francois Ngwen war in beiden Fällen der glücklose Protagonist. Polling machte auch irgendwie mit, beschränkte sich aber zunächst darauf, den Gegner vom eigenen Tor fernzuhalten. Als sich der erste Abschnitt dem Ende zuneigte, versuchte es Sebastian Gößl mal aus der Distanz. Kritischer aber wurde es beim Freistoß von Christian Baierlacher, den der böige Wind zur Herausforderung für Raistings Tormann Urban Schaidhauf machte.
„Der Platz war fast unbespielbar.“
Max Jochner
Für die Fehlerquote seines Teams hatte Franz keine Erklärung. „Verfolgt uns ja schon länger.“ Mehr als die herbstlichen Platzverhältnisse oder der immer wieder aufkommende Wind waren nicht als Argumente ins Feld zu führen. „Das sind aber keine Ausreden, im Endeffekt hast du es heute nicht verdient gehabt“, stellte Franz fest. Auch Pollings Coach Jochner musste überlegen. „War wie eine Lotterie, der Platz war fast unbespielbar.“ Beide Teams hätten aus seiner Sicht „das Gleiche“ gespielt. „Fehler, weite Bälle, keine Torchancen.“ Auch die Besetzung des Strafraums war selten optimal, wenn mal ein Spieler über die Außen durchdrang. „Für uns war wichtig, dass wir die Null halten. Wir sind jetzt dreimal ungeschlagen. Natürlich hofften die Pollinger auf das späte Glück. Aber mehr als ein gefährlicher Freistoß von Leo Vocaj sprang nicht raus. „Nehmen wir so mit“, so Jochner lakonisch.