Zum letzten Spiel vor der Winterpause war der SV Neubörger am vergangenen Freitag in Breddenberg zu Gast. Das Hinspiel in Neubörger war 0:1 für Breddenberg ausgegangen.
Das Spiel begann wenig spektakulär und ohne Torschussszenen. Ein klassisches "Abtasten", bis in der achzehnten Minute der Breddenberger Stürmer Andrei Cernea in der Defensive alleine gelassen wurde. Er startete im richtigen Moment, stand bei der Ballabgabe nicht im Abseits und konnte dann hinter die Kette kommen, sodass er zentral vor dem Tor nur noch Jakob Kerßens als Gegenspieler hatte. Dieser bearbeitete Cernea lange mit den Händen und hielt ihn fest, bis Cernea einfach stehen blieb und auf Notbremse reklamierte. Der Schiedsrichter entschied auf Foulspiel und war demnach gezwungen, schon in der 18. Minute den Platzverweis gegen Jakob auszusprechen.
Das Spiel ging jedoch weiter wie bisher, die Breddenberger Überzahl war kaum zu spüren, auch sonst gab es bis zum Halbzeitpfiff wenige Chancen.
In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel spektakulärer, doch bis das erste Tor fallen sollte, wurden erst noch auf beiden Seiten Großchancen vergeben. Keeper Bernd Horstmann konnte sich bereits hier auszeichnen, Breddenberg vergab drei "Hundertprozentige", mal, weil der Torabschluss mangelhaft war, mal, weil Bernd parieren konnte. Auf der Gegenseite verzeichneten u.A. Jonas Korte, Guyhermann Kouassi und Ehsan Rezaie gute Chancen.
Auch weiterhin war von der Überzahl Breddenbergs wenig zu spüren. In der 71. Minute gab es dann Strafstoß für Breddenberg: Simon Voß soll Foul gespielt haben. Eine knifflige und undurchsichtige Situation.
Andrei Cernea trat an, scheiterte an Bernd Horstmann, konnte aber im Nachschuss mit dem zurückgeprallten Ball das Tor erzielen.
Auch im weiteren Spielverlauf kam es zu Chancen auf beiden Seiten und Bernd Horstmann konnte Neubörger mit einer starken Parade etwa fünf Minuten vor Schluss im Spiel halten, während vorne jedoch diverse Angriffe ungenutzt blieben.
Der Ball wollte einfach nicht ins Tor der DJK Breddenberg.
Als der Schiedsrichter fünf Minuten Nachspielzeit anzeigte, schien noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen und es entstand ein dauerhafter Druck auf das Gehäuse von Breddenberg. Doch auch dieser schien nichts einzubringen. Es waren schon sieben Minuten Nachspielzeit vorbei (Breddenberg hatte mehrmals mit Wechseln und kleineren Zeitspielversuchen an der Uhr gedreht, weshalb der Schiedsrichter die Nachspielzeit verlängerte), als Breddenberg einen Ball in der eigenen Hälfte abfangen und in den Konter kommen konnte, der jedoch abrupt wegen eines Offensivfouls etwa 5-10 Meter hinter der Mittellinie sein Ende fand. Ein letzter Freistoß für Neubörger....
Und was nun geschah, sieht man nicht aller Tage: Bernd Horstmann schlägt den Freistoß mit voller Kraft nach vorne, sowohl die Neubörgeraner Offensive als auch die Breddenberger Defensive scheitert daran, den Ball aus der Luft zu holen, der Ball kommt im Sechzehner einmal auf, der Torwart greift daneben und der Ball fliegt wie in Zeitlupe ins Netz.
Der lange verdiente Ausgleich und der Jubel auf der Bank und bei den mitgereisten Zuschauern kannte keine Grenzen mehr: Denn der Schiedsrichter beendete das Spiel im Anschluss direkt nach dem folgenden Anstoß.
Die Mannschaft des SV Neubörger hat erneut Moral gezeigt, fast 80 Minuten (mit Nachspielzeit) in Unterzahl gespielt, gekämpft, sich Chancen herausgearbeitet, nie aufgegeben und wurde am Ende mit dem wohl skurillsten Treffer der aktuellen Spielzeit belohnt. So ging es mit einem sehr guten Gefühl in die Winterpause und das späte Remis wurde nach der Rückkehr nach Neubörger noch lange gefeiert.
Schon häufig hat sich Bernd Horstmann als herausragender Torwart bewiesen, am Freitag war er klar Spieler des Spiels, im Tor genauso wie am Ende in der Offensive!! 😉