
Freunde des gepflegten Krimis kamen am Pfingstmontag auch ohne den „Tatort“ auf ihre Kosten. Denn was sich am späten Nachmittag auf der Platzanlage des Lohausener SV abspielte, war an Spannung nicht zu überbieten.
Im Endspiel des Düsseldorfer Kreispokals lieferten sich der FC Kosova und der gastgebende LSV einen epischen Kampf. Das bessere Ende hatte letztlich der leicht favorisierte Landesligist aus Benrath, der nach Elfmeterschießen mit 8:6 die Nase vorne hatte.
Für den erstmaligen Triumph in diesem Wettbewerb musste sich Kosova aber mächtig strecken. „Ich kann mich selbst zu meiner Profizeit nicht an so ein Spiel erinnern“, gestand FCK-Coach Rudi Istenic. Der ehemalige slowenische Nationalspieler kam an der Seitenlinie nicht nur aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen mächtig ins Schwitzen. Auch der Spielverlauf setzte Istenic zu. Nachdem sein Team in der regulären Spielzeit schon zweimal einen Rückstand egalisieren musste, stand es auch in der Verlängerung wieder mit dem Rücken zur Wand.
Denn Lohausen machte da vor knapp 500 Zuschauern aus einem zwischenzeitlichen 2:3 ein 4:3 und stand kurz davor, den Pokal vor den Augen der eigenen Anhänger in die Höhe stemmen zu dürfen. Allerdings hatte Ena Kolici etwas dagegen. Mit der letzten Aktion des Spiels brachte Kosovas aufgerückter Torhüter seinen Klub doch noch ins Elfmeterschießen, in dem er mit zwei parierten Versuchen endgültig zum Helden avancierte.
„Wie er sich beim letzten Eckball in die Luft schraubt und den Ball einköpft, war phänomenal“, adelte Istenic seinen inzwischen 40 Jahre alten Schlussmann. Für den in Kürze ausscheidenden Trainer war der Erfolg nicht nur ein guter Abschluss seiner kurzen Amtszeit beim Landesligisten, sondern auch der Ausdruck einer intakten Moral.
„Die Bedingungen für die Jungs sind derzeit nicht so einfach. Es gibt Querelen im Umfeld, der Kapitän Astrit Hyseni fehlt aufgrund einer Kreuzbandverletzung und mit Egzon Zendeli steht der torgefährlichste Spieler schon gar nicht mehr im Kader. Dass die Mannschaft meine Vorgaben dennoch so gut umsetzt und sich allen Widrigkeiten zum Trotz den Pokal geholt hat, freut mich umso mehr“, sagt Istenic.
Auf der anderen Seite war die Enttäuschung bei geschlagenen Gastgebern im ersten Moment natürlich groß. „So bitter ist der Fußball manchmal“, konstatierte LSV-Coach Nikos Tsakiris, für den einzig das Ergebnis zu einem perfekten Tag fehlte. „Wir haben ein herausragendes Spiel gemacht und das Herz auf dem Platz gelassen. Auch das, was der Verein hier aufgestellt hat, war sensationell. Deshalb bin ich mir sicher, dass wir diesen Tag noch lange in positiver Erinnerung behalten werden, auch wenn wir den Pokal leider nicht geholt haben.“