
Der BSV Schwarz-Weiß Rehden hat ein intensives und unterhaltsames Testspiel beim SV Schermbeck 2020 e.V. mit 5:4 (3:0) für sich entschieden. Auf dem Kunstrasen der Volksbank-Arena entwickelte sich ein echter Schlagabtausch, der in beiden Halbzeiten völlig unterschiedliche Verläufe nahm und erst in der Nachspielzeit entschieden wurde.
Nach der kurzfristigen Absage des Westfalenliga-Punktspiels der Gastgeber gegen Rot-Weiß Ahlen nutzten beide Teams die Partie, um unter Wettkampfbedingungen zu testen. Der BSV benötigte nach der langen Anreise zunächst etwas Anlaufzeit, übernahm dann aber zunehmend die Kontrolle.
Ein früher Abseitstreffer war ein erstes Signal, wenig später folgte die verdiente Führung. Nach einer Hereingabe von rechts verwertete Javier Jiménez Paris den Ball direkt im Strafraum zum 1:0 (20.). In dieser Phase agierte der SV Schermbeck zu passiv und fand kaum Zugriff. Kurz vor der Pause erhöhte Rehden konsequent: Bo-Börge Drath flankte präzise, Noah Wallenßus vollendete sicher zum 2:0 (40.). Nur drei Minuten später setzte Beytullah Özer mit einem Distanzschuss aus rund 22 Metern unter die Latte den Schlusspunkt einer starken ersten Halbzeit (43.).
Die 3:0-Führung zur Pause war verdient, verlor nach dem Seitenwechsel jedoch rasch an Bestand. Schermbecks Trainer Engin Yavuzaslan brachte gleich neun frische Kräfte, darunter mehrere Stammspieler. Das Tempo, die Intensität und das Pressing der Gastgeber stiegen deutlich an. Beim BSV kam erschwerend hinzu, dass personell improvisiert werden musste.
Die Gastgeber nutzten diese Phase konsequent. Eren Özat verkürzte auf 1:3 (51.), wenig später traf Winterneuzugang Divine Bafoe zum Anschluss (56.). Rehden geriet zunehmend unter Druck, verlor zeitweise die Ordnung, und Jamal El Mansoury glich folgerichtig zum 3:3 aus (66.). In dieser Phase war der SVS klar spielbestimmend.
Nach einigen Umstellungen fand der BSV wieder besser ins Spiel – und schlug überraschend erneut zu. Winterneuzugang Leon Arisanov traf mit einem Abschluss mit dem schwächeren Fuß zur 4:3-Führung (81.) und feierte damit sein erstes Tor im Rehdener Trikot. Doch die Antwort folgte prompt: Nach einem Aufbaufehler glich Tolga Ödemir nur zwei Minuten später zum 4:4 aus (83.).
Als vieles bereits nach einem leistungsgerechten Unentschieden aussah, bewies der BSV in der Nachspielzeit erneut seine Mentalität. Nach einer Ecke von Beytullah Özer stieg Javier Jiménez Paris am höchsten und köpfte in der 90.+2 Minute zum 5:4-Siegtreffer ein. Für den Offensivspieler war es der zweite Treffer des Abends.
Nach dem Spiel ordnete Kristian Arambasic den Auftritt seiner Mannschaft ein: „Es war für mich als Trainer mit meinem Co David zusammen mal wieder ein gelungener Test, wir konnten erneut ein wenig probieren. Am Ende wurde es ein Mentalitätsspiel: Bei 3:0-Führung den Ausgleich bekommen, erneute Führung, wieder Ausgleich und in der letzten Minute der Siegtreffer – das zeigt, dass wir mental auf dem richtigen Weg sind. Die erste Halbzeit war sehr spielstark, in der zweiten Halbzeit fehlte etwas der Fluss und Rhythmus, viele Spieler waren auf ungewohnten Positionen – das hat man gemerkt.“
Auch Engin Yavuzaslan zog ein klares Fazit. Laut NRZ sagte der Schermbecker Trainer: „Wir waren in der ersten Halbzeit zu passiv und deutlich zu langsam im Kopf. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, was möglich ist, das war ein munteres Spiel. Ärgerlich, dass wir uns für die starke zweite Hälfte nicht belohnen konnten.“
Unterm Strich stand ein wertvoller Test für beide Teams. Schermbeck bestätigte insbesondere nach der Pause seine Qualität, während Rehden mit einer starken ersten Halbzeit und großer Widerstandsfähigkeit auf mehrere Rückschläge reagierte. Ein Spiel mit vielen Erkenntnissen – und einem späten Ausrufezeichen der Schwarz-Weißen.