
Bayernliga-Vergangenheit, Torflaute letzte Saison und jetzt ein Traummonat: Mike Opara zerschießt die Bezirksliga und will noch hoch hinaus.
Forstinning – Mike Opara ist am 19. Januar 1998 geboren, doch sein Lieblingsmonat könnte nach dem vergangenen August ein anderer sein. Im gesamten August sammelte der Mittelstürmer neun Scorerpunkte. „Mikey sucht immer einen Abschluss, egal ob links oder rechts“, sagt sein Trainer Gerry Lösch.
Für den neuen Chefanweiser ist der Torgarant ein Unikat. Zusammen mit der Kombination aus Wucht und Schnelligkeit beißen sich viele Mannschaften am Defensivschreck die Zähne aus. „Diese Attribute bringt nicht jeder Offensivspieler mit“, schwärmt Lösch, der auch am Charakter des Nigerianers Gefallen findet.
Derartige Leistungen führen bei manch anderem Spieler zu ungesundem Übermut. Bei Opara trifft das nicht zu: „Er ist ein guter Junge, der keinem weh tut.“ Für Lösch hat der Angreifer einen besonderen Stellenwert. Vor der Saison stellte er seinem Top-Scorer die taktische Ausrichtung vor.
Forstinning spielt in einem System, das perfekt auf den Spieler zugeschnitten ist. An einen Wechsel dachte Opara in der Folge nie – trotz des Abstiegs. Die Kombination zwischen Trainer und Spieler passe einfach perfekt, sagt der VfB-Stürmer. Das war nicht immer so.
Die Ausbeute der letzten fünf Saisons liest sich bei Opara wie eine Achterbahnfahrt: Null Tore, 16 Tore, neun Tore, ein Tor und eben die neun Tore aus dieser Saison. Damit führt Opara das Erdinger-Torjäger-Rennen an. Der Angreifer hat für das Auf und Ab eine Erklärung: „Das war ehrlicherweise immer von den Trainern abhängig.“
Opara machte schon einmal bayernweit auf sich aufmerksam. 2014 kam er als 16-Jähriger aus dem Süden Nigerias nach Oberbayern. Zwei Jahre zerschoss er beim TSV Teisendorf die Kreisliga. Das blieb nicht unbemerkt. Der SV Kirchanschöring klopfte an der Tür – Bayernliga Süd: „Das war wirklich überraschend und für mich eine große Chance.“
Von 2017 bis 2018 schnürte er für den Bayernligisten die Schuhe. Dann zog es Opara ins Chiemgau zum SB Traunstein. Richtig aufgeblüht ist er allerdings beim TSV Ampfing. Der Angreifer spielte dort zwei Jahre lang und sammelte in 63 Spielen 35 Scorerpunkte. Von dort aus kam er 2024 nach Forstinning. Sein Vorbild? „Lionel Messi ist der Beste“, sagt Opara, der eines mit dem mehrfachen Weltfußballer gemein hat. Einen unglaublichen Ehrgeiz.
Trotz der erst acht gespielten Spiele wagt der VfB-Stürmer eine erste Kampfansage: „Ich glaube, wir haben gute Chancen auf die Meisterschaft.“ Und auch persönlich hat Opara einen großen Traum. „Ich möchte gerne ein oder zwei Saisons in der Regionalliga spielen“. Ein durchaus ambitioniertes Ziel. Mit seiner aktuellen Tor-Quote aber nicht unrealistisch: „Wenn ich noch ein paar Tore schieße und gut spiele, bekomme ich vielleicht irgendwann ein Angebot.“ (mh)