
Für Fiona Itgenshorst aus Nieukerk und Mia Giesen aus Sevelen ist die Europameisterschaft der U 17-Juniorinnen, die aktuell in Nordirland ausgetragen wird, der Höhepunkt ihrer noch jungen Fußballkarriere.
Für die beiden Nachwuchsspielerinnen von Borussia Mönchengladbach, die gemeinsam das Friedrich-Spee-Gymnasium in Geldern besuchen, bietet die EM zugleich die Chance, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen – die Titelkämpfe gelten als Sprungbrett für die Stars von morgen.
Die gute Nachricht vorweg: Die deutschen Mädchen haben sich in der Vorrunde als Gruppensieger für das Halbfinale qualifiziert und sind damit automatisch bei der Weltmeisterschaft dabei, die Ende des Jahres in Marokko stattfindet. Im Auftaktspiel standen Mia Giesen und Fiona Itgenshorst direkt in der Startelf und feierten mit einem 3:1 gegen den amtierenden Vize-Europameister Norwegen einen gelungenen Einstand. Bereits in der achten Minute brachte Mia Giesen die DFB-Auswahl nach einem starken Sololauf über die linke Seite in Führung. Auch danach gehörten die Talente aus dem Kreis Kleve zu den prägenden Spielerinnen. Giesen sorgte im offensiven Mittelfeld immer wieder für Gefahr, Itgenshorst überzeugte vor der Abwehr mit Übersicht und Zweikampfstärke.
Nach der Pause machten die beiden Borussia-Spielerinnen weiter auf sich aufmerksam. Giesen gewann im Mittelfeld den Ball und leitete über Itgenshorst den Angriff zum 2:0 durch Marie Kleemann ein. Norwegen verkürzte zwischenzeitlich zwar noch, doch am Ende stand ein verdienter Arbeitssieg der deutschen Mannschaft – auch dank starker Leistungen der beiden 17-Jährigen.
Die Vorzeichen vor der Partie gegen das favorisierte England im Inver Park in Larne waren klar: Mit einem Sieg konnte sich die deutsche Mannschaft vorzeitig für das Halbfinale und zugleich für die Weltmeisterschaft in Marokko qualifizieren. Mia Giesen und Fiona Itgenshorst standen erneut in der Startelf und gehörten wieder zu den auffälligsten deutschen Spielerinnen. Nach dem frühen Führungstreffer durch einen von Johanna Hebben verwandelten Foulelfmeter überzeugte Itgenshorst im defensiven Mittelfeld mit Passsicherheit und Zweikampfstärke, während Giesen in der Offensive für viel Betrieb sorgte und intensiv nach hinten arbeitete.
Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit entwickelte sich die Partie nach dem Seitenwechsel zu einem Abnutzungskampf. Deutschland brachte die knappe Führung dank großer Einsatzbereitschaft und einer geschlossenen Mannschaftsleistung über die Zeit.
Das Halbfinale war der deutschen U17-Auswahl damit nicht mehr zu nehmen. Im letzten Gruppenspiel traf die Mannschaft von Bundestrainerin Sabine Loderer auf Gastgeber Nordirland, das zuvor gegen England und Norwegen verloren hatte.
Das Spiel endete überraschend 1:0 für die Irinnen. Die Bundestrainerin setzte dabei verstärkt auf den „zweiten Anzug“ und wechselte auf sechs Positionen.
Mia Giesen fehlte wegen einer Muskelverhärtung. Mit Blick auf dasHalbfinale wollte Loderer kein Risiko eingehen. Fiona Itgenshorst führte die deutsche Mannschaft dagegen in ihrem 18. Länderspiel als Kapitänin aufs Feld und überzeugte erneut mit Übersicht und Ballsicherheit. Zur zweiten Halbzeit wechselte Loderer weiter kräftig durch und nahm unter anderem die junge Kerkenerin vom Feld.
Eine schwierige Aufgabe wartet nun im Halbfinale auf die deutsche Mannschaft. Am Donnerstag trifft die DFB-Auswahl um 19 Uhr auf Spanien, das vermeintlich stärkste Team des Turniers. Zuvor ermitteln Frankreich und Norwegen den ersten Endspielteilnehmer. Das Finale wird am Sonntag um 19 Uhr in Belfast angepfiffen. Alle Spiele werden vom Sender RTL+ im Livestream übertragen.