
Fußball-Landesligist VfB Hallbergmoos hat im Nachholspiel gegen 1860 Rosenheim einiges vor. Das Wichtigste sind zweifelsohne die drei Punkte.
Jetzt zählt es: Um sich am Saisonende als Aufsteiger in Richtung Bayernliga zu verabschieden, nimmt der VfB Hallbergmoos am Mittwoch drei ganz wichtige Punkte ins Visier. Das Nachholspiel zu Hause gegen 1860 Rosenheim (19.30 Uhr) ist das Treffen zweier absoluter Topteams der Landesliga Südost. Jetzt kann der VfB seine Meisterqualitäten unter Beweis stellen.
Am ersten Wochenende nach der Winterpause ist die Liga-Spitze noch enger zusammengerückt. Die ersten sechs Mannschaften der Tabelle liegen nur zwei Zähler auseinander – und zwei weitere Clubs dahinter sind in Lauerstellung. Damit kann knapp die halbe Liga noch Meister werden. Hallbergs Trainer Andreas Giglberger betont, dass er nicht auf die Tabelle schaut: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen – und wenn wir das schaffen, dann sind wir irgendwann zwangsläufig Tabellenführer.“ Deshalb möchte Giglberger dem Duell mit Rosenheim auch nicht die ultimative Bedeutung beimessen: „Wir haben noch zwölf Spiele – und da ist jedes Spiel ein Endspiel.“
Nach dem lockeren 4:0 gegen Garmisch-Partenkirchen war die Stimmung so lange super, bis die Hiobsbotschaft von Christoph Mömkes kam. Der Rechtsverteidiger ist bei dem Kunstrasen-Kick böse gefallen und könnte sich in der Schulter Bänder gerissen haben. „Er ist unser Kapitän und der beste Außenverteidiger der Landesliga“, sagt Trainer Giglberger, „ich weiß nicht, ob es auch in der Bayernliga einen besseren gibt.“ Sportlich ist in dem VfB-Kader eigentlich so gut wie jeder ersatzbar. Aber bei dem Einheimischen und Spielführer tut der nun drohende Langzeit-Ausfall schon weh.
Dieses Unglück könnte Giglberger zurück in die Startelf bringen. Gegen Garmisch gab er Carl Opitz den Vorzug, und der ist nun ein heißer Kandidat für die Position außen in der Kette. Damit wiederum könnten die beiden Spielertrainer Andreas Giglberger und Andreas Kostorz die Innenverteidigung bilden. Im Mittelfeld fehlt diesmal David Küttner, der gegen Garmisch nicht nur wegen seiner beiden Tore einen starken Auftritt hatte. Für ihn sollte Tobias Krause in die erste Elf rücken. Trotz allem sind auch drei so namhafte Ausfälle für diesem Kader verkraftbar.
Andreas Giglberger hat grundsätzlich Respekt vor der Rosenheimer Qualität: „Die haben feine, junge Kicker. Wenn man ihnen Platz gibt, dann finden die auch ihre Lösungen.“ Grundsätzlich will sich der VfB aber nicht zu sehr mit dem Gegner beschäftigen. Giglberger lebt der Mannschaft Selbstvertrauen vor und erwartet, dass man im Heimspiel das Geschehen an sich reißt – und den Takt der 90 Minuten bestimmt.
Gegen Garmisch hat dem Coach sehr gut gefallen, dass der VfB in der ersten Halbzeit das Spiel gemacht und eine knappe halbe Stunde geduldig auf die Chancen gewartet hat. Und dann schlug man mit vier Toren in zwölf Minuten gnadenlos zu. „In der Vorrunde hatten wir noch nicht diese Geduld“, sagt der Trainer. Das sei ein Beispiel für die deutlichen Fortschritte des Teams, das sich in den bisherigen 22 Ligaspielen zu einer Spitzenmannschaft entwickelt habe. Rosenheim ist nun ein ultimativer Test. Und: Mit jedem Sieg winkt ab jetzt die Tabellenführung. Auch wenn Andreas Giglberger nicht so gerne auf die Tabelle schaut.