
Nach zwei Jahren bei Rot Weiss Ahlen war Emanuel de Lemos in der vergangenen Spielzeit der beste Vorlagengeber beim Oberligisten SC Preußen Münster II (elf Assists). Schon im Mai stand fest, dass der 21-Jährige die Adlerträger verlassen wird, um ein höherklassigen Engagement in Angriff zu nehmen.
In seinem ersten Seniorenjahr hatte er in Ahlen bereits Regionalliga-Luft geschnuppert (20 Einsätze). Kürzlich stellte er sich beim Nordost-Regionalligisten Greifswalder FC vor. Einen Vertrag hat er nun beim letztjährigen heimischen Oberliga-Meister SV Westfalia Rhynern unterschrieben, der sich damit nach dem Auftaktsieg gegen Siegen insbesondere auf der linken Außenbahn verstärkt. Schon beim heutigen Westfalenpokal-Spiel in Dortmund sitzt der Neuzugang mit der Rückennummer 38 auf der Bank.
Der gebürtige Kieler, der seine Jugend in der nördlichsten deutschen Großstadt verbrachte, sammelte dort auch seine ersten fußballerischen Erfahrungen. Nach seiner ersten Station, dem FC Kilia Kiel, ging es schon früh für "Manu" zu den "Jungstörchen" von Holstein Kiel. Dort fand er bis zur U15 seine sportliche Heimat, bevor es ihn in die Hansestadt Lübeck zum VfB verschlug.
In der U19 führte sein Weg erstmals aus dem hohen Norden nach Westfalen zum RW Ahlen (20 Regionalliga- und 32 Oberliga-Einsätze). Durch starke Leistungen spielte er sich in den Fokus des SC Preußen Münster, die ihn im vergangenen Sommer für ihre U23 verpflichteten.
Mit vier Toren und elf Assists in 26 Ligaspielen wurden verschiedene Vereine auf ihn aufmerksam. So auch Rhynerns Sportlicher Leiter David Schmidt, "der schon frühzeitig in der Transferphase den Kontakt aufnahm, um ihn nach Rhynern zu lotsen", teilt der Verein in einer Pressemitteilung mit. Schmidt sagt gegenüber der Lokalpresse "Westfälischer Anzeiger": "Er ein sehr schneller, dribbelstarker Offensivspieler ist, der mit seinem Tempo und seiner Dynamik unserem Spiel zusätzliche Impulse geben wird."
De Lemos sagt zum Wechsel: "Als David auf mich zugekommen ist, ging es schnell. Es hat einfach alles gepasst. Viele meiner ehemaligen Mitspieler haben schon in Rhynern gespielt. Ich hab ja selber schon ein paar mal gegen Rhynern gespielt. Ich freue mich jetzt auf unsere Aufgaben und erwarte von uns einfach die nötige Einsatzbereitschaft für die kommenden Aufgaben. Die familiäre Gemeinschaft im Team, mit den Betreuern, mit den sonstigen Verantwortlichen und den Fans und Zuschauern wird diese Aufgaben leichter machen. Mein erstes Ziel für die Saison ist der Klassenerhalt und dass sich keiner aus der Mannschaft verletzt. Der Aufstieg hat aber schon gezeigt, wozu die Mannschaft und der Verein fähig ist, wenn wir fit bleiben. Ich will allen zeigen was wir können und Spaß am Fußball haben.
Das erste Saisonspiel gegen Siegen, einen Meisterschaftsanwärter, hat De Lemos natürlich verfolgt: „Na klar habe ich das Spiel gesehen. Ich war mehr als positiv überrascht über diese herausragende Leistung! Ich war ja sowieso heiß auf das Spiel, aber wie die Jungs gekämpft haben, obwohl das Spiel am Ende wirklich hitzig wurde, war schon beeindruckend. Da hat man gesehen, dass nicht nur eine enorme Qualität im Kader steckt, sondern auch die Einsatzbereitschaft von jedem Spieler einfach stimmt.“
In naher Zukunft steht das größte Spiel der Rhyneraner Vereinsgeschichte an. An seiner alten Wirkungsstätte in Münster ist am 23. August Dynamo Dresden im DFB-Pokal zu Gast. De Lemos kennt das Preußenstadion, da insbesondere Risiko-Partien der Preußen-U23 dort ausgetragen wurden.
"Ich freu mich einfach auf die besondere Atmosphäre. Für fast alle Spieler ist es das erste Mal. Ich will aber natürlich auch alles daran setzen, dass wir eine Runde weiter kommen. Mein Ziel ist es in die nächste Runde einzuziehen. Ich will auf Sieg spielen", sagt De Lemos selbstbewusst.