
Drei Spieltage vor dem Saisonfinale blickt die gesamte Bezirksliga 1 gebannt auf den Showdown um die Meisterschaft. Im direkten Duell fordert der Tabellenzweite Deutz 05 den hauchzarten Spitzenreiter SV Schönenbach zum Tanz um die Pole-Position für die Landesliga heraus.
Vorallem beim Rangritten DJK Südwest hat man ein Auge nach Deutz gerichtet, wenn die Liga gebannt auf das zeitgleiche Gipfeltreffen zwischen Deutz 05 und dem neuen Spitzenreiter Schönenbach blickt. Die Mannschaft von Daniel Errens empfängt den SC Schwarz-Weiß Köln (Platz 12, 30 Punkte) und will als lachender Dritter aus diesem richtungsweisenden Spieltag hervorgehen. Die Ausgangslage peitscht beide Teams an: Südwest winkt bei einem Heimsieg im Optimalfall sogar die Tabellenführung, während die Gäste jeden Zähler im Kampf um den Klassenerhalt benötigen, um ihr Vier-Punkte-Polster auf die Abstiegsränge ins Ziel zu retten.
Südwest-Trainer Daniel Errens blickt voller Vorfreude auf das anstehende Heimspiel. Seine Mannschaft hat sich durch eine starke Rückrunde und das jüngste 1:1-Remis im Topspiel gegen Deutz eine glänzende Ausgangsposition erarbeitet. „Für uns ist das ein ganz besonderer Spieltag, weil wir uns wieder einen Platz an der Sonne sichern wollen. Mit einem Sieg gegen Schwarz-Weiß springen wir mindestens auf Platz zwei – völlig egal, wie das Spiel zwischen Deutz und Schönenbach ausgeht. Und diesen begehrten Platz wollen wir uns an diesem Spieltag unbedingt schnappen“, so der Südwest-Coach.
Trotz der Favoritenrolle ist Errens maximal gewarnt, denn das knappe 2:1 aus dem Hinspiel wurde erst in der Schlussphase entschieden. Der Coach stellt seine Truppe auf ein zähes Stück Arbeit ein, da Schwarz-Weiß im Tabellenkeller ein kleines Polster von verheißungsvollen vier Punkten erarbeitet habe und defensiv spürbar stabiler agiere. Taktisch verlangt Errens von seinen Jungs diesmal eine hohe Variabilität, da ein völlig anderer Matchplan als zuletzt gegen die spielstarken Deutzer gefordert sein wird. Mit der Empfehlung von fünf ungeschlagenen Partien im Rücken sieht er die Zeit reif für den nächsten Schritt: „Wir haben die Riesenchance zuzugreifen, und diesen zweiten Platz wollen wir uns definitiv angeln.“
Beim SC Schwarz-Weiß Köln sitzt der Stachel aus dem ersten Aufeinandertreffen noch immer tief. Trainer Sven Müller erinnert sich ungern an die unglückliche Niederlage, bei der ein Remis dem Spielverlauf deutlich eher entsprochen hätte. „Durch einen Abspielfehler haben wir das Gegentor quasi selbst vorbereitet“, blickt Müller zurück. Für das erneute Aufeinandertreffen erwartet er ein intensives, von Taktik geprägtes Duell auf Augenhöhe.
Geheimnisse gibt es zwischen den beiden Kölner Traditionsvereinen ohnehin keine mehr, da man sich bestens aus gemeinsamen Zeiten in der Kreisliga A kennt. Die Stärken und Schwächen des Gegenübers sind auf beiden Seiten analysiert.
Für die Gäste ist die Motivationslage im Saisonendspurt denkbar simpel. „Wir müssen natürlich wieder an unsere absolute Leistungsgrenze und vielleicht sogar ein Stück darüber hinausgehen, um etwas Zählbares mitzunehmen“, fordert Müller von seinen Schützlingen. Der psychologische Druck im Tabellenkeller ist allgegenwärtig, schlägt bei den Schwarz-Weißen aber in positive Energie um. Die Mannschaft hat das große Ziel dicht vor Augen: „Dabei haben wir immer im Hinterkopf, dass ab jetzt jeder einzelne Sieg gleichbedeutend mit dem endgültigen Klassenerhalt sein könnte.“ Dass die Aufgabe beim Tabellendritten ganz sicher kein Selbstläufer wird, sei jedem bewusst – doch kampflos wird sich der Außenseiter definitiv nicht geschlagen geben.
Die Sanduhr im Abstiegskampf der Bezirksliga rinnt unaufhaltsam ab, und für den Türkischen FC Köln schlägt am kommenden Sonntag die Stunde der Wahrheit. Nach der bitteren 2:3-Niederlage im direkten Duell gegen Zündorf ist der Rückstand auf das rettende Ufer auf vier Zähler angewachsen. Bei nur noch drei verbleibenden Partien gibt es für die Gastgeber keine Rechenspiele und keine Ausreden mehr: Ein Heimsieg gegen den FC Rheinsüd Köln ist die absolute Grundvoraussetzung, um den Absturz in die Kreisliga A zu verhindern. Die Gäste aus dem Kölner Süden reisen nach ihrem turbulenten 3:3-Remis gegen Schwarz-Weiß als Tabellensechster an. Für die Krämer-Elf geht es sportlich zwar primär nur noch um die Absicherung der aktuellen Platzierung, doch Geschenke hat die Krämer-Elf definitiv nicht zu verteilen.
Beim TFC Köln herrscht vor dem wegweisenden Heimspiel Alarmstufe Rot. Der sportliche Leiter Hakan Isiktas redet die brenzlige Situation im Vorfeld nicht schön und fordert von der Mannschaft auf dem Rasen eine unmissverständliche Reaktion. „Für uns ist es ein echtes Alles-oder-nichts-Heimspiel, um überhaupt die Minimalchance auf den Klassenerhalt weiter am Leben zu erhalten.“
Isiktas macht damit die existenzielle Bedeutung der anstehenden 90 Minuten klar. Trotz der personell und tabellarisch schwierigen Vorzeichen nimmt er die Akteure, die das Trikot tragen, in die Pflicht. Die Voraussetzungen dafür seien zwar nicht mehr die besten, aber die Spieler, die am Sonntag auflaufen werden, müssten jetzt schlichtweg „Charakter beweisen und ihr absolut Bestes geben“. Große Reden oder Ausflüchte lässt der Funktionär nicht mehr gelten: „Die Wahrheit liegt letztendlich auf dem Platz – man kann und muss jetzt nicht mehr lange drum herumreden. Jeder einzelne Spieler, das Trainerteam und alle Vereinsangehörigen wissen ganz genau, worum es am Sonntag geht.“
Auf der Gegenseite stellt sich Rheinsüd-Trainer Stefan Krämer auf einen galligen und ungemütlichen Gegner ein. Für seine Mannschaft ist die Rolle des Prüfsteins für abstiegsbedrohte Teams mittlerweile beinahe schon zur Gewohnheit geworden. „In den letzten Wochen wiederholt sich für uns die Situation, dass wir vermehrt auf Mannschaften treffen, die mit dem Rücken zur Wand stehen“, analysiert Krämer die jüngste Phase der Saison. Er weiß genau, dass der TFC am Sonntag wohl seine allerletzte Patrone verschießen muss, um irgendwie in der Liga zu bleiben, und diese Punkte folglich „ums Überleben“ braucht.
Um gegen diesen Überlebensinstinkt der Hausherren zu bestehen, fordert Krämer von seinen Schützlingen die richtige mentale Einstellung und bedingungslose Gegenwehr: „Von daher müssen wir uns ganz klar auf ein Spiel einstellen, in dem uns der Gegner alles abverlangen und jeden Funken Energie investieren wird, um seine Chance aufrechtzuerhalten. Genau da müssen wir voll dagegenhalten.“
In erster Linie gehe es für Rheinsüd darum, mit dem entsprechenden Mindset in die Partie zu gehen, den Kampf anzunehmen und gleichzeitig die eigene spielerische Basis abzurufen. Allerdings reist Rheinsüd selbst nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte an. Nach den anstrengenden letzten Wochen gehe man laut Krämer aktuell „ein bisschen am Zahnfleisch“. Nichtsdestotrotz verspricht der Coach, dass seine Mannschaft die verbleibenden drei Wochen hochkonzentriert angehen wird, um so viele Punkte wie möglich zu sammeln – und das soll am Sonntag beim TFC direkt unter Beweis gestellt werden.
Für den FC Germania Zündorf geht es in die entscheidende Phase. Nach dem wichtigen Last-Minute-Erfolg im Keller-Krimi gegen den TFC Köln schnuppert die Germania wieder ganz intensiv am rettenden Ufer. Doch noch ist längst nicht das letzte Wort gesprochen: Aufgrund des minimal schlechteren Torverhältnisses rangiert man trotz Punktgleichheit mit der Konkurrenz auf dem ersten Abstiegsplatz. Der Gastgeber SV Frielingsdorf hingegen blickt als starker Aufsteiger auf eine rundum gelungene und längst gesicherte Spielzeit. Dennoch verspürt der SVF nach dem jüngsten, etwas trägen Auftritt gegen Niehl keinerlei Lust, den Schongang einzulegen oder Geschenke zu verteilen.
Frielingsdorfs Trainer Andreas Dreiner stellt seine Mannschaft auf eine intensive Begegnung ein und weiß ganz genau, was am Wochenende auf seine Elf zukommt. Es wird ein Spiel gegen einen Gegner, bei dem es ums nackte Überleben geht, prophezeit Dreiner mit Blick auf die Gäste. Er erwartet einen Kontrahenten, der definitiv alles in die Waagschale werfen wird. Die jüngsten strategischen Veränderungen bei der Germania sind dem Frielingsdorfer Coach dabei keineswegs entgangen. Durch den Trainerwechsel hin zu Oliver Heitmann besitze Zündorf einen neuen Ansatz, die man keinesfalls unterschätzen dürfe. Nach dem spielerisch fahrigen Auftritt gegen Ford Niehl fordert Dreiner von seinen Schützlingen daher eine Reaktion.
„Für uns gilt es nach dem Spiel gegen Niehl, wo wir nicht unsere beste Leistung abrufen konnten, jetzt einfach wieder den Schalter umzulegen. Wir müssen an die starken Vorwochen anknüpfen und wieder maximale Energie auf den Platz bringen. Gerade körperlich voll gegenzuhalten, wird in dieser Partie das A und O sein.“
Das klare Ziel der Hausherren bleibt trotz der komfortablen Tabellensituation unverändert: Die drei Punkte sollen auf heimischer Anlage behalten werden. Dreiner betont, dass ein echter heißer Tanz bevorsteht, da Zündorf schon beim Frielingsdorfer 3:1-Hinspielsieg bewiesen habe, dass sie eigentlich eine richtig gute Fußballmannschaft besitzen. Die Gäste müssen und werden nun um jeden einzelnen Zähler erbittert kämpfen, weshalb der SVF mit maximaler Physis und Leidenschaft dagegenhalten will, um die eigene Heimbilanz weiter aufzupolieren.
Die verbleibenden drei Spieltage versprechen Spannung pur an beiden Enden der Tabelle. Wenn der SSV Jan Wellem die Mannschaft des CfB Ford Niehl empfängt, stehen zwei unterschiedliche Missionen im Fokus. Die Gladbacher Gastgeber lauern nach wie vor auf Schützenhilfe im Aufstiegsrennen und wollen von möglichen Punktverlusten der Konkurrenz im parallelen Spitzenspiel profitieren. Für die Gäste aus dem Kölner Norden hingegen ist die Lage bedrohlich. Punktgleich mit dem ersten Abstiegsplatz zählt für das Team von Yannick Zierden im Kampf um das rettende Ufer im Grunde jeder einzelne Zähler.
David Gsella, Trainer des SSV Jan-Wellem, lässt keine Zweifel aufkommen, dass für sein Team im Saisonendspurt nur eine maximale Punkteausbeute zählt. „Es sind jetzt insgesamt noch drei Spiele, die wir in dieser Saison vor der Brust haben – und die wollen wir im Idealfall alle erfolgreich bestreiten“, formuliert Gsella die klare Zielsetzung. Erst nach den eigenen Hausaufgaben wolle man schauen, was am Ende damit in der Tabelle noch möglich ist.
Dem Gegner begegnet der Gladbacher Coach mit großem Respekt, da er um die existenzielle Not der Kölner weiß: „Mit Niehl kommt ein Gegner zu uns, für den es aktuell um alles geht. Dementsprechend wird die Mannschaft mega motiviert sein und von der ersten Minute an alles reinhauen.“
Seine Truppe müsse daher mit aller Macht dagegenhalten, eine starke Körpersprache an den Tag legen und gleichzeitig fußballerisch überzeugen, um das klare Ziel zu erreichen, die drei Punkte in Bergisch Gladbach zu behalten.
Auf der Gegenseite ist sich Ford-Niehl-Trainer Yannick Zierden der brisanten Ausgangslage bewusst, sieht seine Mannschaft nach den jüngsten Leistungen aber gut gewappnet für die schwere Auswärtsaufgabe. „Keine der beiden Mannschaften darf aktuell Punkte liegen lassen – auch wenn die Zielsetzungen jeweils völlig andere sind“, bringt Zierden den Druck auf den Punkt.
Mut schöpft der Coach vor allem aus den spielerischen Fortschritten der letzten Wochen, in denen sein Team viel Dominanz am Ball bewies und nach Ballverlusten extrem schnell ins Gegenpressing fand. Für das Duell mit dem Aufstiegsaspiranten fordert er nun die finale Initialzündung im Angriff: „Wenn wir gegen Jan Wellem nun noch mehr Effizienz an den Tag legen und eine ähnlich stabile Defensive auf den Platz bringen, bin ich sehr optimistisch, dass wir etwas Zählbares mitnehmen!“ Nach dem torreichen 6:3-Spektakel aus dem Hinspiel wollen die Niehler diesmal defensiv deutlich stabiler stehen, um den favorisierten Gastgebern ein Bein zu stellen.
Die Gäste aus Hoffnungsthal haben sich nach dem beachtlichen 1:1-Remis gegen Jan Wellem fest auf dem neunten Rang im gesicherten Mittelfeld etabliert. Doch die jüngste Leistung der Schlossstädter schickt eine unübersehbare Reisewarnung: Beim knappen 1:2 in Hürth biss der bereits feststehende Absteiger bis zur letzten Sekunde und bewies eine Menge Charakter. Für Hoffnungsthal weckt die Partie zudem Erinnerungen an das furiose 10:1-Schützenfest aus dem Hinspiel – und genau in diesem historischen Kantersieg liegt die größte Gefahr für das Rückspiel.
Maciek Gawlik, der sportliche Leiter des TV Hoffnungsthal, nimmt vor der vermeintlichen Pflichtaufgabe kein Blatt vor den Mund und versucht, jeden Anflug von Überheblichkeit im Keim zu ersticken. Er weiß genau, wie schwer solche Aufgaben auf der Zielgeraden einer Saison zu nehmen sind. „Das sind immer die gefährlichsten Spiele, weil sie in den Köpfen der Spieler oft als Selbstläufer abgespeichert sind. Auch das Hinrundenspiel lief ja sehr gut für uns, aber man muss jetzt – gerade wenn man Hürth gesehen hat – ganz klar aufpassen.“
Gawlik macht deutlich, dass der psychologische Vorteil auf der Seite der Brühler liegt, die ohne jeglichen Ergebnisdruck befreit aufspielen können. Für sein eigenes Team sieht er hingegen ein reines Mentalitätsspiel voraus, bei dem man sich nur selbst im Weg stehen kann. „Die Jungs in Brühl haben absolut nichts zu verlieren. Im Endeffekt wir zwar auch nicht, aber man steht am Ende trotzdem als Depp da, wenn man die Mannschaft ist, die dort leichtfertig Punkte liegen lässt“, bringt es der sportliche Leiter unmissverständlich auf den Punkt. „Unser Anspruch muss es ganz klar sein, dort zu gewinnen.“
Hinsichtlich des Spielverlaufs rechnet Gawlik mit einem Match der Extreme. Er prognostiziert ein Spiel, das „entweder ganz knapp oder eben völlig eindeutig entschieden wird.“ Für die anstehenden 90 Minuten hofft er schlichtweg auf das Beste und fordert, dass seine Mannschaft mit einer gesunden Einstellung auf den Platz geht, Vollgas gibt und Spaß hat. Dennoch verhehlt der Funktionär nicht, dass die lange und kräftezehrende Spielzeit Spuren hinterlassen hat. „Und dennoch bin ich am Ende auch froh, wenn die Saison bald vorbei ist“, gesteht Gawlik offen und blickt dem verdienten Sommerurlaub entgegen – am liebsten natürlich mit drei weiteren Punkten im Gepäck.
Im gesicherten Mittelfeld der Bezirksliga steht ein Duell der Tabellennachbarn an, das vor allem im Zeichen der endgültigen Erleichterung steht. Der Heiligenhauser SV (Platz 10, 36 Punkte) empfängt den FC Hürth II (Platz 11, 34 Punkte). Beide Teams konnten am vergangenen Spieltag wichtige Erfolge feiern – während Heiligenhaus beim 3:0 in Leverkusen ein Ausrufezeichen setzte, zitterte sich die Hürther Reserve zu einem knappen 2:1 gegen das Schlusslicht Brühl. Mit einem komfortablen Vorsprung von acht Zählern auf die Abstiegszone geht es für die Gäste im Grunde nur noch darum, die letzten rechnerischen Zweifel am Klassenerhalt auszuräumen. Doch der HSV brennt auf Wiedergutmachung, denn im ersten Aufeinandertreffen der Saison gab es für den HSV eine Abreibung.
HSV-Trainer Andy Esins macht vor dem Wiedersehen keinen Hehl daraus, dass die deutliche Pleite aus der ersten Saisonhälfte noch im Gedächtnis verankert ist. „Wir haben das Hinspiel mit 1:4 verloren – mehr gibt es dazu eigentlich gar nicht zu sagen“, rekapituliert Esins die damalige Niederlage trocken. Der Coach hat den Gegner als taktisch flexible und personell schwer berechenbare Mannschaft analysiert. Genau diese Unvorhersehbarkeit macht das anstehende Heimspiel für die Heiligenhauser zu einer echten Geduldsprobe. „Hürth war damals sehr gut auf uns eingestellt und ist generell personell nur schwer auszurechnen. Das macht die Partie für uns erneut zu einer extrem kniffligen Aufgabe“, warnt Esins. Nach dem leidenschaftlich erkämpften Zu-null-Erfolg gegen Bergfried Leverkusen will der HSV die defensive Kompaktheit erneut auf den Platz bringen, um die Hürther diesmal erfolgreich zu entschärfen.
Auf der Gegenseite herrscht bei Hürth-Trainer Thomas Frohn eine Mischung aus Erleichterung über das Lazarett und Respekt vor der anstehenden Auswärtsaufgabe. Die Marschroute der Landesliga-Reserve ist klar abgesteckt: „Wir wollen im schweren Auswärtsspiel in Heiligenhaus unbedingt punkten, um den Klassenerhalt auch rechnerisch endgültig festzuzurren.“
Dabei kann Frohn endlich wieder auf ein breiteres Aufgebot zurückgreifen, nachdem man in der Vorwoche aufgrund massiver Personalprobleme sogar den eigenen Torwart-Trainer als Feldspieler nominieren musste. Viele verletzte und erkrankte Akteure haben sich rechtzeitig im Training zurückgemeldet. „Viele verletzte und kranke Akteure sind diese Woche wieder einsatzbereit. Allerdings fehlt uns nach den vielen Ausfällen verständlicherweise noch ein bisschen der Rhythmus.“
Frohn stellt seine Mannschaft auf ein intensives Spiel gegen eine erfahrene und robuste Heimmannschaft ein, die mit bekannten Namen aufwarten kann. „Wir erwarten eine ausgesprochen heimstarke Mannschaft, die mit sehr erfahrenen Spielern wie Musculus und Biada gespickt ist“, analysiert der Hürther Coach. Trotz des noch fehlenden Feintunings im Spielaufbau verspricht Frohn bedingungslosen Einsatz im Bergischen Land: „Das wird eine harte Aufgabe, aber wir werden alles reinhauen, um etwas Zählbares mitzunehmen!“
Wenn der Tabellenfünfte den Siebten der Liga empfängt, riecht es im Amateurfußball oft nach dem klassischen Schaulaufen zum Saisonende. Bei der Begegnung zwischen der SpVg Rheindörfer und dem SV Bergfried Leverkusen geht es tabellarisch zwar nominell um die berühmte goldene Ananas, doch von lauer Sommerkick-Atmosphäre will auf beiden Seiten niemand etwas wissen. Nach den jeweiligen Rückschlägen der Vorwoche – die Rheindörfer mussten beim neuen Spitzenreiter Schönenbach Federn lassen, während Bergfried zu Hause gegen Heiligenhaus stolperte – brennen beide Mannschaften darauf, im direkten Duell wieder ein Erfolgserlebnis einzufahren. Für die Gastgeber steht zudem eine persönliche Revanche auf dem Plan, da sich die Leverkusener in der jüngeren Vergangenheit als verlässlicher Party-Crasher erwiesen haben.
Rheindörfer-Trainer Sebastian Tillmann hat den Kampf um die absoluten Spitzenplätze nach dem verpassten Coup im Oberbergischen zwar abgehakt, fordert für den anstehenden Endspurt aber dennoch die maximale Schärfe von seiner Truppe. Die Motivation zieht er dabei vor allem aus der jüngsten, ziemlich ernüchternden Bilanz gegen die Gäste aus Steinbüchel. „Mit Bergfried kommt als Nächstes ein Gegner zu uns, der uns in den letzten drei Duellen jeweils geschlagen hat“, erinnert Tillmann an die Serie.
Genau diesen Trend will er nun vor heimischer Kulisse mit aller Macht brechen, um den hervorragenden Gesamteindruck der bisherigen Spielzeit nicht auf den letzten Metern zu verwässern. Das Ziel für die verbleibenden drei Partien: „Wir wollen zu Hause unbedingt wieder in die Erfolgsspur finden und die verbleibenden drei Spiele mit maximaler Spannung und Motivation angehen. Unser Ziel für den Endspurt ist klar: Wir wollen das Bestmögliche herausholen, um uns am Ende mit der bestmöglichen Platzierung für unsere tolle Entwicklung und den großen Aufwand in dieser Saison zu belohnen.“
Gästetrainer Stefan Müller stellt sich auf eine spielstarke Kölner Mannschaft ein und warnt vor der Offensivpower der Hausherren. Für ihn sind die Rheindörfer eine „richtig, richtig gute Truppe mit enormer Strahlkraft“, die nur sehr schwer zu stoppen sei, wenn sie erst einmal ins Rollen kommt. Dass der ganz große Druck im Auf- und Abstiegskampf für beide Seiten inzwischen verflogen ist, sieht Müller jedoch eher als Qualitätssiegel für ein unterhaltsames und torreiches Spiel.
Er rechnet mit befreit aufspielenden Offensivreihen, die den Zuschauern einiges bieten werden: „Ich erwarte ein gutes Spiel mit offenem Visier, bei dem wir auf beiden Seiten viele Torchancen sehen werden. Wir wollen uns so teuer wie möglich verkaufen und am liebsten etwas Zählbares entführen, damit könnten wir gut leben.“
Ganz ohne Sorgenfalten reist der Leverkusener Tross allerdings nicht an, denn personaltechnisch muss Müller verletzungsbedingt etwas improvisieren. Nico Falterbaum fällt nach einem Schlag auf den Fuß mit Knöchelproblemen definitiv aus, und auch Malte Meßmann wird der Mannschaft fehlen. Da der restliche Kader aber weitestgehend komplett einsatzbereit ist, überwiegt beim SV Bergfried die Vorfreude auf eine intensive Begegnung, in der man den siebten Tabellenplatz gegen die lauernde Konkurrenz im Mittelfeld absichern möchte.
Die Bezirksliga Staffel 1 steuert auf ihren Höhepunkt zu, und der Spielplan hätte kein besseres Timing parat haben können. Drei Spieltage vor dem Ende der Saison blickt die gesamte Region auf die Anlage der Sportvereinigung Deutz 05 wo die Diekamp-Elf den SV Schönenbach empfängt. Es ist das Duell der absoluten Top-Teams: Der Tabellenzweite fordert den hauchzarten Spitzenreiter. Nur ein einziger Zähler trennt die beiden Kontrahenten, die sich in den vergangenen Monaten ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert haben. Die Brisanz wird durch den heißen Atem der DJK Südwest Köln im Nacken nur noch weiter angefacht, denn die Errens-Truppe lauert auf Rang drei und könnten bei einem Unentschieden im Gipfeltreffen erneut als lachender Dritter aus dem Spieltag hervorgehen.
Für Deutz-Trainer Hannes Diekamp ist die Ausgangslage trotz des jüngsten 1:1-Remis bei Südwest Köln von Optimismus geprägt. Die Mannschaft brennt darauf, den Heimvorteil zu nutzen und sich den Platz an der Sonne zurückzuerobern. Diekamp betont vor dem Anpfiff die exzellente Ausgangsposition seiner Mannschaft, die sich trotz aller Turbulenzen der letzten Wochen nicht beirren ließ. „Das Wichtigste vor dem Spiel ist, dass wir den Aufstieg komplett selbst in der Hand haben. Es wäre natürlich ein absoluter Traum, wenn das auch nach dem Abpfiff noch der Fall ist. Dafür werden wir alles reinwerfen. Die Jungs haben richtig Bock auf diese Partie und werden von Beginn an Vollgas geben.“
Ganz ohne Sorgenfalten geht der Coach allerdings nicht in das Duell, da die rote Karte für Ilias Koaibi aus der Vorwoche eine spürbare Lücke hinterlässt. Diekamp stellt klar, dass man diesen Ausfall nicht eins zu eins ersetzen könne, vertraut jedoch bedingungslos auf die mannschaftliche Geschlossenheit, um diesen Rückschlag im Kollektiv aufzufangen. Zudem sieht er den perfekten Zeitpunkt gekommen, um in der Rückrunde ein dickes Ausrufezeichen zu setzen. Bisher habe man in der zweiten Saisonhälfte zwar noch kein Spitzenspiel gewonnen, aber eben auch noch keines verloren. Für den Trainer steht fest: „Es wird also langsam mal Zeit, eine echte Top-Mannschaft zu schlagen – und da kommt der aktuelle Tabellenführer doch genau richtig!“
Auf der Gegenseite reist der SV Schönenbach mit maximalem Selbstvertrauen im Gepäck an, nachdem man sich erst am vergangenen Wochenende durch den 3:1-Erfolg über die Rheindörfer auf den ersten Tabellenplatz katapultiert hat. Trainer Wolfgang Müller weiß jedoch ganz genau, dass der Weg in die Landesliga im Oberbergischen bis zur letzten Sekunde steinig bleiben wird. Das anstehende Auswärtsspiel stuft er als Reifeprüfung für seine ambitionierte Elf ein.
Müller verweist auf die enorme Qualität der Deutzer, die zuletzt sogar in Unterzahl ein spätes Remis erzwangen, sieht die psychologische Last im Aufstiegs-Krimi aber auf der anderen Seite des Spielfelds: „Das Restprogramm hält wöchentlich Mammutaufgaben für uns bereit. Nach unserem Sieg gegen die Rheindörfer und der damit verbundenen Übernahme der Tabellenführung haben wir uns eine hervorragende Ausgangsposition für die finalen Spiele geschaffen. Wir werden in Deutz alles daransetzen, diese Situation weiter konstant zu halten. Klar ist aber auch, dass die Meisterschaft in diesem Spiel definitiv noch nicht entschieden wird. Der Druck liegt in dieser Partie eindeutig bei Deutz. Mit einem Sieg hätten wir weiterhin alles in der eigenen Hand!“