
Mit Rhenania Bottrop, dem SC Werden Heidhausen, Viktoria Goch und der DJK Sportfreunde Katernberg begann für gleich vier Mannschaften im Sommer das Landesliga-Abenteuer. Die Sportfreunde aus Katernberg und die Viktoria aus Goch benötigten dabei keinerlei Anlaufzeit: Durch konstant starke Leistungen spielten sich die beiden Liga-Neulinge gar in die oberste Tabellenregion der Landesliga, Gruppe 2 und finden sich dort auch aktuell noch wieder. Sportfreunde-Coach Sascha Hense wie auch Viktoria-Übungsleiter Kevin Wolze stehen im Gespräch mit FuPa Niederrhein Frage und Antwort und ziehen ein jeweiliges Fazit zum bisherigen Saisonverlauf.
Während Vertreter wie Spitzenreiter VfB Bottrop oder die Verfolger SV Scherpenberg und ESC Rellinghausen bereits seit mehreren Jahren in der sechsthöchsten Spielkasse beheimatet sind und bereits im Vorfeld der Saison als Aufstiegskandidaten gehandelt wurden, war es auf Seiten der beiden Aufsteiger aus Katernberg und Goch unklar, wie sich die beiden Neulinge im neuen Umfeld einfinden würden. Doch sowohl die Sportfreunde, die als Vizemeister erst über die Relegation aufstiegen, als auch die Viktoria, die mit einem Polster von 14 Punkten Vorsprung Bezirksliga-Meister wurde, meisterten ihren Start in die Landesliga mit Bravour. Und das, obwohl sich beide Vereine im Sommer nicht nur auf Spielerseite neu aufgestellt hatten.
Denn während in Goch Ex-Profi Kevin Wolze das Zepter von Aufstiegscoach Daniel Beine übernahm, folgte in Katernberg Sascha Hense auf den langjährigen Übungsleiter Sascha Fischer. In beiden Fällen ein echter Glücksgriff, wie der Blick auf die Hinrunden-Bilanz unschwer erkennen lässt: Während die Viktoria einen Sahnestart hinlegte und bis Mitte der Hinrunde gar an der Tabellenspitze kratzte, anschließend jedoch einige Rückschläge verkraften musste, präsentierten sich die Sportfreunde über die gesamte Saisonhälfte konstant gut. Das erkennt auch Sportfreunde-Coach Hense an, der allen voran die erfolgreiche Integration der Sommer-Zugänge lobt:
„Wir haben uns von vorne rein nicht klein gemacht und sind mit dem Ziel in die Saison gegangen, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Das wir aktuell so weit oben mitmischen, freut uns riesig und zeigt die Motivation der Spieler“, lobt der 48-jährige Übungsleiter das Engagement seiner Mannschaft und hebt hervor: „Wir waren in keinem Spiel unterlegen.“ Einen großen Anteil daran haben allen voran die vielen Sommer-Verpflichtungen, die aus Sicht der Chefcoaches fast allesamt „sehr gut eingeschlagen“ seien.
Hervorzuheben wären da insbesondere die Offensivknipser Maurice Tavio Y Huete (SpVg Schonnebeck) und Jeremy Metzler (TC Freisenbruch) sowie Defensiv-Chef Kerron Oteng-Adjei (SpVg Schonnebeck), die sich sofort zu unverzichtbaren Schlüsselspielern entwickelten. Während Huete (11 Scorer) und Metzler (15 Scorer) insbesondere in Sachen Torbeteiligungen auf sich aufmerksam machten, erwies sich Oteng-Adjei (16 Spiele) als absolute Soforthilfe in der Defensive.
Mit Blick auf die bevorstehende Rückrunde scheint auf dem Papier somit alles im grünen Bereich, wenn da nicht die schmerzhaften Abgänge einiger wichtiger Säulen wären: Denn neben Top-Knipser Timo Conde (11 Tore) haben sich mit Timo Lindemann und Patrick Dutschke auch zwei Führungsspieler im Winter verabschiedet. Auch Hense weiß, dass die drei Abgänge „mit Sicherheit ein großes Loch reißen werden“, dennoch sieht er keinen Grund zur Sorge: „Natürlich finden wir es sehr schade, dass sie gehen. Die Verluste werden uns aber nicht umhauen, da wir nach wie vor gut aufgestellt sind.“
Und auch in Goch blicken die Verantwortlichen hochzufrieden auf die beeindruckende Hinserie und die Arbeit von Neu-Coach Kevin Wolze zurück. Das zeigt allen voran die jüngste Vertragsverlängerung Wolzes, der vor gut einer Woche ein neues Arbeitspapier bei der Viktoria unterschrieb. Mit Blick auf das abgelaufene Halbjahr kein Wunder: Aus seinen ersten acht Ligapartien mit der Viktoria verlor Wolze keine einzige, im Laufe der Hinrunde kratzte der Neuling gar an den Aufstiegsrängen. Erst auf die letzten Meter des vergangenen Jahres wurde dem Aufsteiger dann ein wenig Wind aus den Segeln genommen: Nach drei aufeinanderfolgenden Niederlagen gegen den VfB Speldorf, den 1. FC Lintfort und Tabellennachbar SV Budberg zum Jahresabschluss ist der SV auf den siebten Rang abgerutscht. Viktoria-Coach Wolze bewertet die Hinserie seiner Elf wie folgt:
„Ich denke im Großen und Ganzen können wir mit der Hinrunde zufrieden sein. Insbesondere die Art und Weise, wie die Mannschaft in den aller meisten Spielen aufgretreten ist, hat uns im Trainerteam gefallen“, schlussfolgert der Cheftrainer positiv und ergänzt: „Die Mannschaft hat ein großes Herz und ist eine homogene Gemeinschaft. Darüber haben wir den ein oder anderen Punkt geholt.“ Damit spielt Wolze allen voran auf kräftezehrende Duelle wie beispielsweise den Last-Minute-Siegen bei der SG Essen-Schönebeck oder beim ESC Rellinghausen an. Den Leistungseinbruch zum Ende der Hinserie sieht Wolze demnach auch nicht an fehlendem Einsatz seiner Mannschaft begründet. Vielmehr habe sich die Viktoria auch selbst geschlagen: „Die letzten Spiele muss man differenzierter betrachten. Da hat die Leistung absolut gestimmt - nur leider war der Ertrag nicht da. Das lag vor allem an unserer Abschlussschwäche“, resümiert der Coach.
Ebendiese Abschluss-Qualität ist es, die der SV nun verbessern will, um auch in der Rückrunde überzeugen zu können. Helfen soll diesbezüglich auch Ilias El Moumen, der als bislang einziger Winter-Zugang neu zum Team stößt. Von dem erfahrenen Landesliga-Akteur, der in der laufenden Saison auf zehn Torbeteiligungen im Trikot des GSV Moers kommt, erhofft sich Wolze einiges: „Mit Ilias bekommen wir einen intelligenten, taktisch und technisch starken Spieler dazu. Er wird uns vor allem im fußballerischen Bereich nach vorne bringen.“ Dem bevorstehenden Rückrunden-Auftakt gegen die Sportfreunde Hamborn 07 blickt der Ex-Profi dabei gelassen entgegen: „Ich glaube wir haben gezeigt, dass wir uns vor keinem in der Liga verstecken brauchen. Wenn wir genauso engagiert und motiviert in die Rückrunde gehen, werden wir auch erfolgreich sein“, zeigt sich Wolze selbstbewusst.
