
1. FC Wülfrath – FC Kosova Düsseldorf. Abgesehen von der prekären Tabellensituation herrschte beim FCW in den letzten Tagen Ruhe. Das Trainerduo Joscha Weber/ Thomas Cyrys bereitete den Kader akribisch auf die wichtige Partie am Sonntag (15 Uhr, Kunstrasenplatz im Lhoist Sportpark) gegen den Tabellenfünften vor. Anspruchsdenken und Fußballrealität (nur sieben Punkte aus den vergangenen sieben Spielen), passten beim FC Kosova zuletzt nicht mehr zusammen. Die Konsequenz: Nach dem 3:3 (3:0) gegen Bergisch Born stellte der bisherige Coach Ibo Cöl sein Amt zur Verfügung.
FCW-Chefcoach Weber nahm dieses Stühlerücken zur Kenntnis, mehr aber auch nicht. „Im Verlauf der Woche waren wir ausschließlich auf uns fokussiert. Obwohl zuletzt spielfrei, stehen wir immer noch über dem Strich. Jetzt sind wir es aber, die liefern müssen“, betont der Übungsleiter und ergänzt: „In der Hinrunde haben wir 3:1 gewonnen. Das war fußballerisch und vom Behauptungswillen her eines der besten Spiele in dieser Saison. Das müssen wir erneut so auf den Platz bringen.“ Vom Stammpersonal fehlt Gian-Luca Bühring wegen der fünften gelben Karte. Wieder dabei ist Alex Fagasinski nach auskurierter Knieverletzung.
Auch Toni Zupo ist zurück, der zuvor gegen Gnadental ebenfalls wegen der fünften gelben Karte aussetzte. Der Start für den in der Winterpause vom FC Remscheid zum Erbacher Berg gekommenen 27-Jährigen, für den aktuell sieben Einsätze (ein Tor, zwei Assists) notiert sind, verlief anfangs holprig. Eine noch in Diensten des FCR kassierte Rote Karte hatte eine Sperre an den zwei ersten Rückrundenspieltagen zur Folge. Jetzt ist der technisch versierte, flinke Außenbahnspieler, der sich auf der rechten Offensivseite am wohlsten fühlt, längst in Wülfrath angekommen. „Toni bringt alles mit für die Landesliga. Aufgrund seiner individuellen Qualität und seiner Mentalität ist er für uns ein wertvoller, andererseits für jeden Gegner ein nur schwer auszurechnender Spieler“, lobt Weber.
Seine fußballerische Grundausbildung erhielt der Nachwuchskicker im Alter von acht bis 14 Jahren beim Bundesligisten Bayer Leverkusen. An diese Zeit denkt Zupo gerne zurück: „In der U14 spielten wir beispielsweise gegen Borussia Dortmund und Schalke 04, nahmen auch an zahlreichen internationalen Turnieren teil.“ In Leverkusen musste er aber auch den ersten Rückschlag verkraften. „Eine Patellasehnenentzündung warf mich etwa ein Jahr zurück. Da war es bei der Konkurrenz im Bayer-Kader fast unmöglich, leistungsmäßig den Anschluss zu halten.“ Die Reha brachte nicht den erhofft schnellen Erfolg. Ebenso wenig der Wechsel zu Fortuna Düsseldorf.
Im Sommer 2014 ging es für den seinerzeit noch in Hilden wohnenden Youngster weiter zum Wuppertaler SV in die U17-Niederrheinliga. Dort schlossen sich zwei Saisons in der A‑Junioren-Bundesliga mit 33 Einsätzen an. „Auch in diesen drei Jahren habe ich viel für meine fußballerische und persönliche Entwicklung mitgenommen“, so der in Remscheid geborene und heute dort wieder wohnhafte Fußballer. Für den Regionalligakader des WSV reichte es damals indes nicht. Dessen Coach Stefan Vollmershausen schob im Sommer 2017 aber den Wechsel zum Oberligisten FSV Vohwinkel an. Nach dem Abstieg ging es 2018 weiter zum Landesligisten TVD Velbert. „Das passte dort aber nicht zusammen. Im Januar 2019 wechselte ich zurück nach Vohwinkel“, erinnert sich Zupo, der sich dann Anfang 2021 aus privaten Gründen zum FC Remscheid verabschiedete und dort später eine tolle Spielzeit 2023/24 erlebte.
„Im Niederrheinpokal unterlagen wir im Röntgen-Stadion vor gut 2500 Zuschauern dem WSV erst nach Verlängerung mit 1:2. Kurz vor Ende der regulären Spielzeit erzielte ich per Kopfball den 1:1-Ausgleich. Es war für mich eine besondere Saison, weil ich für meine 25 Tore durch den Fußballkreis Remscheid mit dem ‚Goldenen Schuh‘ ausgezeichnet wurde“, berichtet Zupo. Aber das ist Geschichte. Im vergangenen Winter der Wechsel zum FCW. „Wir haben zuletzt Punkte fahrlässig verloren. Am Sonntag muss der Funke endlich wieder überspringen. Selbst wenn Kosova als unangenehm zu spielender Gegner gilt“, so Toni Zupos klare Ansage