
Die Vorzeichen hätten interessanter nicht sein können: Mahlsdorf im Jahr 2026 noch ungeschlagen, das Hinspiel ein Fußballfest mit sieben Toren und im Vorjahr an gleicher Stelle der Beginn einer langen Mahlsdorfer Siegesserie. Ein richtungsweisendes Duell des Zweiten gegen den Dritten – und dazu passten das Wetter und ein hervorragend präparierter Rasenplatz am Rosenhag. Aber nur für ein Team sollte es ein Nachmittag zum Einrahmen werden.
Spielkontrolle von Beginn an - Zekiroğlus Debüttreffer bringt die Führung
Von Beginn an hatte das Team von Trainerduo Rudy Raab und Nils Kohlschmidt die Spielkontrolle. Im Aufbau lenkten Owzcarek, Krüger und der immer wieder eingebundene Torwart Zunker das Geschehen klug. Storm, Zekiroğlu und Spielmacher Gawe hatten das Mittelfeld sowohl mit als auch ohne Ball fest im Griff. Torchancen blieben zunächst jedoch Mangelware, auf beiden Seiten gab es nur Annäherungen. In der 29. Minute dann die verdiente Führung: Lichtenbergs Winterneuzugang „Momo“ Zekiroğlu traf aus 17 Metern sehenswert ins Eck und erzielte damit sein erstes Tor im roten Dress. Danach hatte Lichtenberg das Spiel endgültig im Griff und drang immer wieder gefährlich in den Mahlsdorfer Strafraum vor.
Doppelschlag unmittelbar vor der Pause
Kurz vor der Pause fiel bereits die Vorentscheidung. Zunächst verwandelte Gawe – wie schon im Hinspiel – einen direkten Freistoß aus spitzem Winkel (45.). Mahlsdorfs Torhüter Büchel machte dabei keinen sicheren Eindruck. Nur eine Minute später folgte ein Tor mit dem Prädikat „besonders sehenswert“: Torwart Zunker leitete mit einem gezielten langen Ball clever ein, Millgramm flankte überlang auf Goerlitz, der den Ball volley querlegte, und Kapitän Reiniger bugsierte ihn einsatzstark aus der Luft am langen Pfosten über die Linie (45.+3). Lichtenberg ging nach tollen Toren verdient mit 3:0 in die Pause.
Mahlsdorfs Dreifachwechsel verpufft – die Eintracht nach vorne harmlos
Zum zweiten Abschnitt reagierte die Eintracht. Karsten Heine gefiel die Vorstellung seiner Mannschaft nicht und brachte El‑Ahmar für Reichstein, Wagner für Benkert sowie Hounsa für Behrend – gleich drei frische Kräfte. Auch Lichtenberg nahm zur Pause eine Veränderung vor: Graupner ersetzte den gelbbelasteten Goerlitz. Trotz dieser personellen Eingriffe deutete jedoch wenig darauf hin, dass Mahlsdorf an ein Comeback glaubte. Die erhoffte Wirkung blieb zunächst aus. Vielleicht hätte neue Hoffnung aufkeimen können, doch der starke Schuss von Mätzke in der 48. Minute senkte sich lediglich an den Pfosten.
47 verwaltet souverän – Graf setzt den Schlusspunkt
Lichtenberg kontrollierte das Spiel weiter und hätte durch zwei Chancen von Millgramm längst den Deckel draufmachen müssen. Der Offensivmann scheiterte jedoch zweimal freistehend. Insgesamt verflachte die Partie, auch weil 47 das Ergebnis in den letzten 20 Minuten – im Gegensatz zur Vorwoche – clever verwaltete. In der Nachspielzeit durfte der Auswärtsblock dann ein weiteres Mal jubeln: Nach einer Flanke von Ohlow setzte sich Joker Hannes Graf gedankenschnell durch und markierte das 0:4 (90.+1).
Die zahlreich mitgereisten Lichtenberger Fans, einmal mehr in der Überzahl, feierten ihre Mannschaft begeistert im Jubelkreis. Ein toller Fußballnachmittag am Rosenhag – und ein Auswärtssieg, der die Ambitionen der 47er im Meisterschaftsrennen eindrucksvoll unterstreicht.